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Rosinenmarkt auf Warteposition, da türkischer Basispreis enttäuscht
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Rosinenmarkt auf Warteposition, da türkischer Basispreis enttäuscht

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

Türkischer Rosinenmarkt im Schwebezustand, nachdem TARIS einen Vorschusspreis von 80 TL/kg bekanntgibt und TMO schweigt. Exporte dürften ab Mitte September anziehen.

Der lang erwartete Vorschusspreis von 80 TL/kg von TARIS hat die Erwartungen für türkische Rosinen nach unten verschoben. Da die TMO jedoch weiterhin schweigt und die Ernte in Manisa noch läuft, bleiben Export- und Preisrichtung hochgradig unsicher. Die neue Saison im Sultana-Kerngebiet der Türkei ist angelaufen, die Ernte in Manisa schreitet voran und erste getrocknete Partien gelangen in die Lieferkette. TARIS hat für die Saison 2026/27 einen einheitlichen vorläufigen Ankaufspreis von 80 TL/kg, unabhängig von der Qualität, bekanntgegeben und wird ab dem 10. September physische Käufe aufnehmen. Maßgeblich wird jedoch der Interventionspreis der TMO sein, der bislang noch nicht veröffentlicht wurde. Ab der zweiten Septemberwoche dürfte die Exportaktivität anziehen, doch sowohl Wetter als auch frühe Exportvolumina werden entscheidend dafür sein, ob der aktuell nominell schwächere Erzeugerpreis in einen anhaltenden Druck auf Exportangebote mündet.

Preise

Türkische Sultana-Exportangebote sind in Euro gerechnet derzeit weitgehend stabil, trotz der gegenüber den Erwartungen niedrigeren TRY-Basis. Standard-Sultanas Typ 9, Güte A, aus Malatya werden um EUR 2,20/kg FOB indiziert, Typ 8 liegt bei etwa EUR 2,15/kg und der feinere Typ 10 bei rund EUR 2,40/kg. Gebrauchs­fertige Sultanas Typ 9 CIF werden nahe EUR 2,13/kg notiert. Bio-Sultanas Typ 9, Güte A, bleiben mit rund EUR 3,10/kg FOB deutlich im Aufschlag.

In Europa handeln türkische Sultanas Nr. 9 RTU ab Dordrecht bei etwa EUR 2,92/kg FCA, während chinesische Sultanas Standard Nr. 9, Güte AA, um EUR 2,22/kg FCA pendeln. Indische Rosinen zeigen ein gemischtes Bild, mit goldenen AA bei rund EUR 2,55/kg FOB Neu-Delhi und schwarzen bzw. braunen AA-Qualitäten näher bei EUR 1,90–2,00/kg. Insgesamt unterstreicht die Seitwärtsbewegung der Euro-Angebote der letzten Wochen, dass die nun verkündeten 80 TL/kg eher eine lokale Erzeuger-Referenz darstellen als einen unmittelbaren Abwärtsimpuls für Exportpreise.

BASIC
Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
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Angebot & Nachfrage

Die Ernte in Manisa, dem Kernproduktionsgebiet für türkische kernlose Rosinen, ist im Gang, die Trocknungsaktivität auf der Gediz-Ebene nimmt zu. Bisher liegen keine Berichte über gravierende witterungsbedingte Schäden vor, was auf einen normalen bis guten physischen Zufluss in die Lieferkette hindeutet. Das tatsächlich für den Export verfügbare Angebot wird jedoch maßgeblich vom Verkaufsverhalten der Erzeuger abhängen, nachdem die Bekanntgabe der 80 TL/kg im Vergleich zu Vorsaisonserwartungen von eher 150 TL/kg enttäuschend ausfiel.

Auf der Nachfrageseite dürften die Exporte ab der zweiten Septemberwoche an Fahrt gewinnen, wenn europäische und andere Importeure beginnen, ihren Bedarf für Q4 und Anfang 2027 zu decken. Zeitpunkt und Volumen dieser frühen Verschiffungen werden entscheidend sein: Ein langsamer Start könnte Rohware in Erzeugerhand halten und kurzfristig einen Boden unter die Euro-Preise legen, während starke Früh­nachfrage die neue Ernte rasch absorbieren und sogar Aufschläge für höhere Qualitäten und Bioware stützen könnte.

Fundamentaldaten & Politik

TARIS hat für die Saison 2026/27 einen vorläufigen Ankaufspreis von 80 TL/kg festgelegt, unabhängig von der Qualität, und angekündigt, dass der physische Wareneingang am 10. September beginnt. Dieses Niveau liegt klar unter den kostenbasierten Zielvorstellungen der Erzeuger und ist ausdrücklich als Vorschuss und nicht als endgültiger Saisonpreis positioniert. Damit wird zwar ein weicher Boden eingezogen, die Erlösperspektive für die gesamte Saison ist für Produzenten damit aber noch nicht definiert.

Das entscheidende politische Signal steht von der TMO noch aus; ihr Interventionspreis dürfte der eigentliche Marktmaßstab werden. Solange die TMO ihr Niveau nicht bekanntgibt, agieren sowohl Landwirte als auch Exporteure in einem Preisvakuum. Diese Unsicherheit dürfte umfangreiche Vorverkäufe durch Erzeuger begrenzen und Exporteure zurückhaltend machen, große Volumina zu festen Preisen anzubieten, insbesondere für spätere Verschiffungsfenster.

Wetter & Ernteausblick

Die Wetterprognosen für Anfang September in Manisa deuten auf überwiegend warme und trockene Bedingungen mit Tageshöchstwerten meist im mittleren 20er- bis unteren 30er-°C-Bereich hin, was die weitere Trocknung auf den Matten stützt. Bislang gibt es keine Hinweise auf länger anhaltende Regenphasen, die Ernteablauf oder Qualität kurzfristig wesentlich beeinträchtigen könnten. Lokalisierte Schauer bleiben ein wiederkehrendes Risiko, doch die aktuellen Aussichten sind insgesamt günstig für die Rosinenproduktion.

Setzt sich dieses milde Muster bis Mitte September fort, dürfte die physische Verfügbarkeit von Sultanas in Standardqualität reichlich sein. In diesem Fall wird die Preisbildung stärker von politischen Stützungsniveaus und externer Nachfrage als von Ernteverlusten geprägt sein. Jede unerwartete Umstellung auf kühleres, feuchteres Wetter würde rasch mit Blick auf Schimmel- und Farbprobleme beobachtet werden, insbesondere in spät geernteten Partien.

Handelsausblick (nächste 2–3 Wochen)

  • Importeure (EU, UK): Die aktuelle Ruhephase und die flachen Euro-Angebote nutzen, um eine Teilabsicherung für Q4 bei EUR 2,15–2,40/kg FOB für konventionelle türkische Sultanas aufzubauen, jedoch Überengagement vermeiden, bevor der TMO-Preis bekannt ist.
  • Abpacker & Industrieeinkäufer: Frühzeitig die Sicherung gleichbleibender Qualitäten priorisieren, da der einheitliche Satz von 80 TL/kg über alle Qualitäten hinweg den Anreiz für Erzeuger mindern könnte, bessere Qualitäten später in der Saison separat zu selektieren und zuzuteilen.
  • Erzeuger in der Türkei: Eher gestaffelt verkaufen, statt die gesamte Ware sofort zum Vorschusspreis anzuliefern, und einen Teil des Volumens zurückhalten, falls die TMO ein höheres Interventionsniveau ankündigt oder die Exportnachfrage anzieht.
  • Händler: TMO-Mitteilungen und Exportstatistiken für Anfang September genau verfolgen; beides könnte eine schnelle Anpassung der Angebotsniveaus auslösen, insbesondere für höhere Qualitäten und Bioware.

3‑Tage-Preisindikation

  • Türkei FOB (Malatya) – Sultanas Typ 8–10: Kurzfristig seitwärts bei rund EUR 2,15–2,40/kg, mit leichtem Abwärtsrisiko, sofern der Fokus der Marktstimmung auf dem niedrigen Vorschussniveau von 80 TL/kg liegt.
  • Nordwesteuropa FCA (Dordrecht/Hamburg): Stabil für türkische RTU- und chinesische Sultanas nahe EUR 2,20–2,95/kg; vor klareren Signalen von TMO und den ersten Exportströmen wird kein unmittelbarer Druck erwartet.
  • Indien FOB (Neu-Delhi): Etwas festerer Ton für goldene AA nahe EUR 2,55–2,65/kg, während schwarze und braune AA voraussichtlich in einer Spanne knapp unter EUR 2,05/kg gebunden bleiben.
BASIC
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