Rosinenpreise bleiben stabil, während El‑Niño-Sorgen für wichtige Ursprungsregionen zunehmen
Knappes Rosinenmarkt-Update Juli 2026: stabile Preise für Ursprünge IN, TR, CN, CL, AF, sich verengende Bestände und zunehmende El‑Niño‑Wetterrisiken.
Preise
Indikative Export- und Lagerhauspreise in Europa, umgerechnet in EUR (ca. 1 USD = 0,92 EUR):
Großhandelspreise für Tafeltrauben in Delhi sind in den letzten Tagen leicht gestiegen, was die saisonale Knappheit widerspiegelt, aber sich bislang noch nicht in einem deutlichen Preissprung bei verarbeiteten Rosinen niedergeschlagen hat.
Angebot & Nachfrage
Aktuelle Branchendaten zeigen, dass Indien, Türkiye, China und Iran 2025/26 weiterhin zu den größten Produzenten von Rosinen und Sultanas gehören, wobei für Indien und Türkiye eine geringere Produktion im Vergleich zum Vorjahr erwartet wird, während die Produktion in China höher prognostiziert ist. Trotz dieser Verschiebungen wird das weltweite Gesamtangebot für 2025/26 unter dem Niveau der Vorsaison erwartet, was bei stabiler Nachfrage auf engere Fundamentaldaten hindeutet.
Für Afghanistan wird – ausgehend von einer niedrigen Basis – ein Anstieg der Rosinenproduktion im Jahresvergleich prognostiziert, wodurch dem regionalen Markt mehr Futter- und Mittelqualitäten zur Verfügung stehen. Anhaltende logistische und makroökonomische Einschränkungen, einschließlich übergeordneter Herausforderungen bei der Ernährungssicherheit, begrenzen jedoch, wie schnell zusätzliche Volumina in hochwertige Exportkanäle gelangen können.
In Indien melden offizielle Marktportale für Delhi weiterhin rege Anlieferungen und aktualisierte Agrarpreise für landwirtschaftliche Erzeugnisse mit Stand 9. Juli 2026, was derzeit auf keine akute Angebotsstörung hindeutet. Die Verbrauchernachfrage in wichtigen Importmärkten scheint stabil, und es liegen aus den letzten drei Tagen keine neuen Informationen vor, die auf einen größeren Nachfrageschock hinweisen.
Wetter & Feldbedingungen (AF, CL, CN, IN, TR)
Türkiye (TR – Malatya)
Klimadaten für Malatya weisen auf typisch heiße, trockene Juli-Bedingungen mit durchschnittlichen Tageshöchstwerten im niedrigen 30‑Grad‑C-Bereich und sehr geringen Niederschlägen hin. In den letzten Tagen haben örtliche offizielle Berichte keine extremen Hitzewellen, Stürme oder Hagelereignisse hervorgehoben, die die Weinberge gezielt beeinträchtigen würden.
China (CN – Xinjiang)
Xinjiang, die Kernregion für chinesische Rosinen, verzeichnet üblicherweise heiße, trockene Sommer, wobei der Juli von hohen Temperaturen und geringen Niederschlägen geprägt ist. Aktuelle nationale Bulletins konzentrieren sich auf die Ergebnisse der Sommergetreideernte insgesamt, ohne dass in den letzten drei Tagen neue Warnungen zu Schäden an Reben veröffentlicht wurden. Das aktuelle Wetter erscheint daher saisonal warm, aber nicht außergewöhnlich störend für Trauben zur Rosinenherstellung.
Indien (IN)
Die indische Rosinenproduktion ist in Bundesstaaten wie Maharashtra konzentriert; obwohl es in den letzten drei Tagen kein spezifisches Traubenbulletin für Juli 2026 gibt, hat der Verlauf des Monsuns keine neuen offiziellen Warnungen hinsichtlich Überflutung oder Krankheiten in den großen Weinberggürteln ausgelöst. In Verbindung mit den stabilen Marktaktivitäten, die für Delhi gemeldet werden, wird das Wetter kurzfristig als neutraler Faktor für vorhandene Bestände und spätsaisonale Feldarbeiten eingeschätzt.
Chile (CL)
Das aktuelle Rosinenangebot Chiles basiert überwiegend auf Früchten, die bereits früher im Jahr geerntet wurden. In internationalen Rohstoffberichten sind in den vergangenen drei Tagen keine neuen wetterbedingten Störungen der getrockneten Traubenexporte gemeldet worden. Da sich der Großteil der Ernte in Lagerung befindet, ist das kurzfristige Wetterrisiko für verfügbare 2026er Flame-Jumbo-Mengen gering.
Afghanistan (AF)
Saisonale Überwachungsberichte für Afghanistan heben für viele Regionen im Anbaujahr 2025/26 im Allgemeinen unterdurchschnittliche Niederschläge hervor, bei gleichzeitig nahezu durchschnittlichen Getreideerträgen und ohne plötzlichen Wetterschock in den letzten Tagen. Dieses Muster deutet auf ein gewisses Trockenstressrisiko für Reben unter einem sich erwärmenden Klima hin, jedoch bislang ohne akute Auswirkungen, die die Erwartungen an das Rosinenangebot 2026 grundlegend verändern würden.
Fundamentaldaten & Risikofaktoren
- Produktionsbilanz: Die weltweite Rosinenproduktion 2025/26 wird etwas unter dem Niveau von 2024/25 erwartet, vor allem aufgrund geringerer Ernten in Indien, Türkiye und Iran, teilweise ausgeglichen durch höhere Produktion in China und einigen Ursprungsländern der Südhalbkugel.
- Bestände: Die Endbestände sollen von 154.000 Tonnen in 2024/25 auf etwa 137.000 Tonnen in 2025/26 sinken, was bei stabiler Nachfrage auf eine allmähliche Verengung hindeutet.
- El‑Niño‑Risiko: Globale Klima-Kurzinformationen von Anfang Juli 2026 deuten darauf hin, dass sich El Niño bis Ende 2026 verstärken dürfte, was die Wahrscheinlichkeit von Hitze- und Dürreanomalien in mehreren Agrarregionen erhöht. Für Rosinenproduzenten erhöht dies vor allem das mittelfristige Risiko für den nächsten Traubenzyklus, weniger für die aktuellen Bestände.
- Makroökonomie & Logistik: Die Risiken für Handelsströme bleiben für Afghanistan aufgrund von Konflikten und Infrastrukturengpässen erhöht, was allerdings vor allem das Angebot niedrigerer Qualitäten betrifft. Bei anderen wichtigen Exporteuren (Türkiye, China, Indien, Chile) sind in den letzten drei Tagen keine neuen logistischen Schocks aufgetreten.
Handelsausblick & 3‑Tage-Preisindikation
Handelsausblick (nächste 1–2 Wochen)
- Käufer: Erwägen Sie, kurzfristigen Bedarf an Premium-Sultanas und goldenen Rosinen aus Türkiye und Indien zu decken, solange die Preise flach verlaufen und die weltweiten Bestände sich moderat verknappen. Vermeiden Sie Überbevorratung, bevor in Q3 klarere Signale zu den Auswirkungen von El Niño vorliegen.
- Verkäufer (IN, TR, CN, CL, AF): Halten Sie bei Top-Qualitäten an disziplinierten Preisforderungen fest; die aktuellen Fundamentaldaten rechtfertigen Niveaus nahe der derzeitigen Preise. Für Futter- und niedrigere Qualitäten (Afghanistan, einige indische Malayar) empfiehlt sich Flexibilität, um die Nachfrage preisempfindlicher Käufer zu bedienen.
- Risikomanagement: Beobachten Sie aufmerksam alle Juli–August-Updates zu Weinbergsbedingungen in Malatya, Xinjiang und Maharashtra, da frühe Hinweise auf Hitze- oder Dürrestress rasch einen Risikoaufschlag auf Forward-Preise auslösen könnten.
3‑Tage-Richtungsausblick für Preise (11.–13. Juli 2026)
- Indien (IN, FOB New Delhi): Golden, Brown und Black Grade AA – seitwärts bis leicht fester (0 bis +1 %) bei stabiler Nachfrage und ohne neuen Angebotsschock.
- Türkiye (TR, FOB Malatya / FCA Dordrecht): Sultanas Typ 8–10 und RTU – stabil (0 bis +0,5 %), Händler beobachten das Wetter, preisen zusätzliche Risiken jedoch noch nicht ein.
- China (CN, FCA EU): Sultanas – stabil (0 %), da die höhere prognostizierte Produktion bereits in den aktuellen Werten reflektiert ist.
- Chile (CL, FCA EU): Flame Jumbo – stabil (0 %), angesichts gesicherter Lagerbestände.
- Afghanistan (AF, Futterqualität, FCA EU): Stabil bis leicht weicher (0 bis –0,5 %) bei ausreichender Verfügbarkeit und preisempfindlicher Nachfrage.