Türkische Rosinen bleiben stabil, da heißes, trockenes Wetter die Qualität begünstigt
Die Preise für türkische Rosinen bleiben stabil, da heißes, trockenes Wetter die Ernteaussichten stützt. Ausgeglichenes globales Angebot, stabile EU-Nachfrage und schwache Lira halten den Markt in einer Spanne.
Preise
Alle türkischen Malatya-Sultaninen-Notierungen in den jüngsten Daten sind im Vergleich zur Vorwoche unverändert, was auf einen stabilen Markt hinweist. Bei einem angenommenen EUR/Try-Kurs von etwa 36,5 stellen sich die aktuellen Rosinenangebote aus Malatya wie folgt dar:
Die inländischen türkischen Referenzpreise für kernlose Sultaninen an der Warenbörse Izmir haben sich in den letzten Sitzungen ebenfalls seitwärts entwickelt und bestätigen damit das Bild eines marktseitig eingegrenzten Preisniveaus. Die Großhandelspreise für Sultaninen in EU-Distributionsdrehscheiben (z. B. Rungis) liegen auf Lieferbasis deutlich höher, bei rund 3,85 EUR/Paket, waren im Juli aber ebenfalls weitgehend stabil.
Angebot & Nachfrage
Die Türkei bleibt ein wichtiger globaler Lieferant von Rosinen und Sultaninen, mit starkem Exportfokus auf die EU. Jüngste Branchenangaben der türkischen Trockenobst-Exportverbände weisen für das erste Halbjahr 2026 Trockenobstexporte von rund 752 Mio. USD aus, mit der Erwartung, bis Jahresende 2 Mrd. USD zu erreichen. Dieser Anspruch impliziert, dass Exporteure ihren Marktanteil in der EU mit wettbewerbsfähigen Preisen verteidigen wollen, was die aktuellen Angebote stützt.
Das globale Rosinenangebot für 2025/26 wird laut INC-Prognosen im Vergleich zum Vorjahr leicht niedriger erwartet, da die Türkei, Indien und Iran allesamt eine geringere Produktion im Vergleich zu 2024/25 verzeichnen. Dennoch dämpfen umfangreiche Anfangsbestände und diversifizierte Herkünfte (USA, Südafrika, Chile, Usbekistan) die Verknappung. Die EU-Nachfrage ist überwiegend importgetrieben und wird weiterhin aus der Türkei und anderen Hauptexportländern bedient, ohne dass es in den letzten Tagen neue Signale eines Nachfrageschocks gegeben hätte.
Wetter & Ernteausblick (TR)
Für Malatya deutet die 3-Tage-Prognose (16.–18. Juli) auf heißes, überwiegend sonniges Wetter hin, mit Tageshöchstwerten um 33–34°C und kühlen Nächten bei etwa 18–20°C, ohne erwartete Niederschläge. Ein derart warmes, trockenes Wetter unterstützt im Allgemeinen die Entwicklung von Reben und Früchten, begrenzt den kurzfristigen Krankheitsdruck und ermöglicht einen reibungslosen Ablauf der Feldarbeiten.
Früher in der Saison wurden in Malatya örtlich begrenzte Hagel- und Frostepisoden gemeldet, die zu offiziellen Schadensbegutachtungen führten. Diese Ereignisse weckten in erster Linie Sorgen um Aprikosen und weniger um Rosinen, und derzeit gibt es keine bestätigten Hinweise auf weitreichende Schäden in den Weinbaugebieten. In der zentralen Ägäis-Anbauregion Manisa deuten klimatologische Daten ebenfalls auf typische heiße, trockene Juli-Bedingungen in diesem Jahr hin, was das insgesamt günstige Muster für Sultaninen-Weinberge untermauert.
Fundamentaldaten & Markttreiber
- Bestände und Exporttempo: Komfortable Anfangsbestände und ein stetiger Exportfluss verhindern eine Verknappung der kurzfristigen Verfügbarkeit und halten die Angebotspreise in Malatya und Izmir stabil.
- Globales Gleichgewicht: Die weltweite Rosinen-/Sultaninenproduktion 2025/26 liegt leicht unter dem Vorjahresniveau, doch der geringere Ausstoß in der Türkei und in Indien wird durch andere Produzenten und bestehende Lagerbestände ausgeglichen.
- Nachfrageseite: Die EU-Nachfrage nach Rosinen bleibt solide, hauptsächlich getragen von Bäckerei-, Süßwaren- und Snack-Einzelhandelssegmenten, ohne Hinweise auf eine starke Beschleunigung oder Eintrübung in den bisher vorliegenden Juli-Handelsdaten.
- Makroökonomie und FX: Die schwache türkische Lira hält Exportangebote in EUR gerechnet wettbewerbsfähig und verschafft türkischen Anbietern Spielraum, TRY-notierte Preise zu halten oder leicht anzupassen, ohne dass sich dies in größeren sichtbaren Veränderungen der in EUR angegebenen Notierungen niederschlägt.
Handelsausblick
- Käufer (EU/ME-Importeure): Bei stabilen Preisen und derzeit geringem Wetterrisiko ist es plausibel, den kurzfristigen Bedarf (Q3–Q4) bedarfsorientiert („hand-to-mouth“) zu decken und zugleich etwaige August-Meldungen zur Ernte zu beobachten, die die Bilanz 2026/27 verknappen könnten.
- Türkische Abpacker/Exporteure: Die Aufrechterhaltung der Angebotsniveaus erscheint angesichts des unterstützenden Wetters und der stabilen Exportnachfrage gerechtfertigt; selektive Rabatte bieten sich nur für Großmengen oder Terminkontrakte an, um Marktanteile vor Eintreffen der neuen Ernte zu sichern.
- Industrielle Verwender: Nutzen Sie die aktuelle Ruhephase, um die Herkunftsmischung zu diversifizieren (Türkei plus mindestens ein alternativer Lieferant) als Absicherung gegen mögliche witterungs- oder logistikbedingte Störungen in einem einzelnen Ursprungsland im späteren Saisonverlauf.
3-tägige regionale Preisindikation (EUR)
Auf Basis der aktuellen Angebote sowie der kurzfristigen Wetter- und Nachfrageaussichten dürften die Preise für türkische Rosinen in den nächsten drei Handelstagen unverändert bleiben:
- Malatya FOB/CIF (TR Sultaninen, Typen 8–10): Seitwärts, innerhalb der aktuellen indikative EUR-Spannen, wie in der obigen Tabelle dargestellt.
- EU-Drehscheiben (z. B. Rungis, ausgewählte Häfen): Stabil, mit weitgehend unveränderten gelieferten Großhandelspreisen für Sultaninen in der Nähe der jüngsten Niveaus im mittleren einstelligen EUR/kg-Bereich für verpackte Ware.