Zum Hauptinhalt springen
CMB Emblem
Türkische Rosinenpreise bewegen sich uneinheitlich, während neue Sultana-Ernte auf den Markt kommt

Türkische Rosinenpreise bewegen sich uneinheitlich, während neue Sultana-Ernte auf den Markt kommt

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

Türkische Rosinenpreise zeigen uneinheitliche, aber überwiegend seitwärts gerichtete Bewegungen, während die Sultana-Ernte 2026/27 auf den Markt kommt. Heißes, trockenes Wetter und ausstehende TMO-Politik stehen im Fokus.

Die türkischen Rosinenpreise bewegen sich in Euro betrachtet weitgehend seitwärts, mit nur geringen, uneinheitlichen Bewegungen über die wichtigsten Malatya-Sultana-Qualitäten hinweg, da die Ernte 2026/27 in die Exportpipeline eintritt und Käufer auf klarere politische Signale warten. Heißes, trockenes Wetter in Malatya und dem weiteren ägäischen Gürtel unterstützt das Trocknen und die Qualität, während die schwächere Lira und ein kürzlich bestätigter Vorschusspreis von 80 TL/kg durch TARIS die Stimmung der Erzeuger verhalten, aber nicht panisch halten. Der Aufbau des Angebots zur neuen Saison trifft auf weiterhin verhaltene Nachfrage europäischer und regionaler Käufer, die sich auf kurzfristige Absicherung konzentrieren, anstatt ihre Positionen aggressiv zu verlängern. Exportangebote aus der Türkei liegen weiterhin am unteren Ende der jüngsten EU-Importpreisspannen für Sultanas, was die Wettbewerbsfähigkeit der Türkei erhält, aber den kurzfristigen Aufwärtsspielraum begrenzt. Da die TMO noch keinen Interventionspreis bekannt gegeben hat und das Erntewetter derzeit freundlich ist, steht der Markt eher vor einer Phase bandbreitengebundenen Handels als vor einem starken Ausbruch in die eine oder andere Richtung.

Preise

Alle Preise grob in EUR/kg umgerechnet auf Basis der vorherrschenden Wechselkursniveaus Anfang September. Letzte Notierungen (09. September 2026):

BASIC
Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
Charts öffnen →

Diese Indikationen liegen klar innerhalb der weitgehend stabilen Spanne von rund 2.15–2.40 EUR/kg, die für türkische FOB-Sultanas Typ 8–10 berichtet wird, und bestätigen, dass das Eintreffen der neuen Ernte bislang noch keine deutliche Neubewertung ausgelöst hat. EU‑Importdaten für getrocknete Sultanas zeigen einen längerfristigen gewichteten Durchschnitt von nahe 2.2–2.3 EUR/kg, womit die aktuellen türkischen Angebote leicht über dem Mehrjahresmittel liegen, aber weiterhin wettbewerbsfähig bleiben.

Angebot & Nachfrage

Das türkische Sultana-Angebot der neuen Saison fließt nun aus dem ägäischen Kernanbaugebiet in die Verarbeitungs- und Exportkanäle, nachdem eine verzögerte, letztlich aber heiße und trockene Ernte das Trocknen und die Farbe begünstigt hat. TARIS hat für 2026/27 einen Vorschussankaufspreis von 80 TL/kg festgesetzt, niedriger als von vielen Erzeugern erhofft, wobei der physische Aufkauf um den 10. September herum beginnt. Dieser Referenzwert begrenzt den Aufwärtsdruck auf die Erzeugerpreise, selbst wenn Verarbeiter versuchen, die geringen Übertragsbestände aus der letztjährigen kleinen Ernte wieder aufzufüllen.

Auf der Nachfrageseite bleibt die Türkei der dominierende Sultana-Lieferant der EU und steht für grob ein Drittel des Werts der Extra‑EU‑Importe mit einem durchschnittlichen Importpreis von rund 2.24 EUR/kg in den letzten Jahren. Aktuelle Handelsdaten zeigen in den vergangenen zwölf Monaten einen deutlichen Rückgang der türkischen Importe ausländischer Rosinen, was auf eine stärkere Abhängigkeit von der heimischen Produktion hinweist und die Rolle der Türkei primär als Nettoexporteur untermauert. Europäische Käufer agieren derzeit vorsichtig, ersetzen ihre kurzfristigen Bedarfsdeckungen, sobald die neue Ernte verfügbar wird, vermeiden aber überwiegend aggressive Vorkäufe, bis der Interventionspreis der TMO bekannt ist.

Fundamentaldaten & Politik

Die Regierungspolitik bleibt ein wesentlicher Einflussfaktor. In früheren Saisons ist die TMO mit öffentlichen Aufkäufen und der Festlegung von Referenzpreisen in den Markt für kernlose Rosinen eingetreten, um diesen zu stabilisieren. Mit Stand 10. September 2026 hat die TMO noch keinen neuen Interventionspreis für kernlose Rosinen bekannt gegeben, während sie parallel in anderen Kulturen wie Getreide und Schlafmohnkapseln ihre Zahlungsprogramme fortführt. Dieses Vakuum macht den Vorschusspreis von 80 TL/kg durch TARIS zur wichtigsten Referenz und trägt zur derzeitigen Abwartehaltung unter den Händlern bei.

Im Inland stehen die Erzeugermargen bei mehreren Exportkulturen in Malatya und den umliegenden Regionen unter Druck, wobei jüngste Berichte auf niedrigere Preise für getrocknete Aprikosen im Vergleich zum Vorjahr hinweisen. Dieses Umfeld ermutigt die Erzeuger, auf höhere Rosinenpreise zu drängen, doch die Kombination aus guter Verfügbarkeit zur neuen Saison, verhaltener externer Nachfrage und einer weichen Lira begrenzt vorerst ihre Verhandlungsmacht.

Wetter & Erntebedingungen (Malatya, TR)

Die kurzfristige Wetterprognose für Malatya (10.–12. September) ist für das Trocknen sehr günstig: klarer Himmel, viel Sonne und Tageshöchstwerte um 31–32°C bei nächtlichen Tiefstwerten von 14–16°C. Geringes Regenrisiko und warme, gut durchlüftete Bedingungen unterstützen ein rasches und gleichmäßiges Trocknen und verringern Qualitätsrisiken wie Schimmel oder Nachdunkeln. Dies untermauert die Erwartungen an gute Farbe und einwandfreie Qualität der derzeit trocknenden Partien und stützt indirekt die aktuelle Preisobergrenze im unmittelbaren Zeitraum.

Da auf dem 3‑Tages‑Horizont keine größeren Wetterrisiken zu erkennen sind, dürften logistische und politische Faktoren – und nicht das Klima – die kurzfristige Preisrichtung für türkische Rosinen bestimmen.

Kurzfristiger Ausblick & Handelsideen

  • Preisrichtung (0–2 Wochen): Seitwärts bis leicht weicher für konventionelle türkische Sultanas in EUR, da der relativ niedrige Basispreis von 80 TL/kg durch TARIS und freundliches Wetter auf vorsichtige, aber ausreichende Exportnachfrage treffen.
  • Exporteure in der Türkei: Erwägen Sie, kurzfristige Verkäufe zu den aktuellen EUR-Niveaus abzusichern, insbesondere für Typ 9–10, bevor eine mögliche TMO-Intervention oder Währungsbewegungen das Preisfundament verschieben.
  • Importeure in der EU: Nutzen Sie die derzeit stabile Spanne von rund 2.15–2.35 EUR/kg, um den Bedarf für Q4 selektiv zu decken, vermeiden Sie jedoch Überkäufe, bis das Preissignal der TMO und das frühe Exporttempo klären, ob der Abwärtsspielraum vom niedrigen TL‑Basispreis tatsächlich in die Exportangebote durchschlägt.
  • Biosegment: Da Bio‑Sultanas Typ 9 FOB Malatya bei rund 3.10 EUR/kg verharren und zuletzt keine Veränderung zeigten, könnten Endabnehmer mit Festpreiskontrakten eine Vorwärtsdeckung in Erwägung ziehen, bevor mögliche Spillover‑Effekte aus der konventionellen Preispolitik diese Premium-Nische verengen.

3‑Tage‑Preisindikation (Malatya‑zentriert)

  • TR Sultanas, Typ 9, RTU, CIF Malatya‑gebundene Exporte: In den nächsten drei Tagen weitgehend stabil bei etwa 2.20 EUR/kg erwartet, mit minimalem Spielraum für starke Auf- oder Abwärtsbewegungen.
  • TR Sultanas, Typ 8–10, FOB Malatya: Kurzfristig voraussichtlich in einer engen Spanne von etwa 2.10–2.35 EUR/kg gehandelt, mit leicht abwärtsgerichteter Tendenz bei konventionellen Qualitäten, falls Verkäufer rasch auf den 80 TL/kg‑Basispreis reagieren und Volumen suchen.
  • TR Bio‑Sultanas, Typ 9, FOB: Im Premiumsegment wird weiterhin eine feste Entwicklung nahe etwa 3.10 EUR/kg erwartet, gestützt durch begrenztes zertifiziertes Angebot und derzeit stabile Nachfrage.
BASIC
Live-Chart
Den interaktiven Chart findest du auf CMBroker.
Charts öffnen →
PREMIUM
KI-Agent
Was treibt aktuell die Chilli-Prämie?
Knappe Guntur-Bestände, feste EU-Exportnachfrage und geringere Andhra-Anlieferungen — volle Analyse in deinem Dashboard.
Frag die CMB-KI zu Preisen, Marktreibern und Handelsströmen — trainiert auf den Daten unserer Redaktion.
KI-Agent öffnen →