Georgiens Haselnussexportprofil verschiebt sich entschieden in Richtung höherwertiger geschälter Produkte: Die Volumina im März 2026 sind zurückgegangen, aber die Exporterlöse und die Durchschnittspreise sind deutlich gestiegen, was auf ein strafferes und teureres Angebot für europäische Käufer hinweist.
Die neuesten Handelsdaten heben einen sich entwickelnden georgischen Nusssektor hervor, der mehr Wert pro Tonne erfasst, genau in dem Moment, in dem Wetterunsicherheiten und Angebotsunsicherheiten die globalen Haselnussmärkte nervös halten. Während die Türkei weiterhin die weltweite Produktion dominiert, wird Georgiens Rolle als diversifizierter, Premium-Urlaubsanbieter in die EU immer wichtiger. Gleichzeitig deutet ein Anstieg der georgischen Mandelimporte auf eine steigende regionale Nussnachfrage und Verarbeitungsaktivitäten hin, was eine weitere Schicht zur Preisbildung im Südkaukasus hinzufügt.
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📈 Preise & Marktstruktur
Im März 2026 exportierte Georgien 1.300 Tonnen Haselnüsse im Wert von 14,3 Millionen USD. Verglichen mit März 2025 fiel das Exportvolumen um 8 % (minus 113,3 Tonnen), aber der Exportwert stieg um 39 %, was ungefähr 4 Millionen USD im Vergleich zum Vorjahr hinzufügte. Damit stieg der implizite durchschnittliche Exportpreis von etwa 7.923 USD pro Tonne im März 2025 auf rund 11.000 USD pro Tonne im März 2026, was einen klaren Aufwärtstrend in der Wertschöpfungskette unterstreicht.
Spotangebote in Europa bestätigen, dass georgische Kerne derzeit zu einem Aufpreis im Vergleich zur türkischen Herkunft angeboten werden. Jüngste Angebote für georgische Haselnusskerne FCA Warschau liegen bei etwa 10,45–11,20 EUR/kg für natürliche Kerne (11–15+ mm), während vergleichbare türkische natürliche Kerne FOB Istanbul bei etwa 8,05–8,53 EUR/kg liegen. Die beträchtliche Preisdifferenz spiegelt sowohl die Qualitätspositionierung als auch den höheren Anteil an verarbeiteten, geschälten Produkten im georgischen Exportmix wider.
| Herkunft / Produkt | Spezifikation | Standort / Termin | Aktueller Preis (EUR/kg) | Trend 1–3 Wochen |
|---|---|---|---|---|
| Georgien | Kerne 11–13 mm | Warschau, FCA | 10,45 | Leichte Abschwächung |
| Georgien | Kerne 13–15 mm | Warschau, FCA | 11,00–11,20 | Leichte Abschwächung |
| Türkei | Natürliche Kerne 11–13 mm | Istanbul, FOB | 8,05 | Stabil bis höher im Vergleich zu Ende April |
| Türkei | Natürliche Kerne 13–15 mm | Istanbul, FOB | 8,53 | Stabil bis höher im Vergleich zu Ende April |
🌍 Angebot, Nachfrage & Handelsströme
In den ersten acht Monaten der Vermarktungssaison 2025/26 (1. August 2025–31. März 2026) exportierte Georgien 10.700 Tonnen Haselnüsse in EU-Mitgliedstaaten, wobei Italien, Spanien, Deutschland, Frankreich und Griechenland die Hauptziele waren. Dies steht in Übereinstimmung mit Europas starker Konzentration der Süßwaren- und Schokoladenherstellung, wo eine zuverlässige Kernenversorgung von entscheidender Bedeutung ist.
Außerhalb der EU erhielt Syrien 1.100 Tonnen, Russland 557 Tonnen und Armenien 516 Tonnen, was Georgiens ergänzende Rolle im regionalen Angebot unterstreicht. Weltweit bleibt die Türkei der dominierende Produzent, mit einer weltweiten Haselnussproduktion für 2025/26 von etwa 1,08 Millionen Tonnen, wobei die Türkei für mehr als die Hälfte des Gesamtangebots verantwortlich ist. Erntevariabilität und wetterbedingte Risiken entlang der türkischen Schwarzmeerküste unterstützen weiterhin den strategischen Wert der georgischen Herkunft als Diversifizierungsinstrument für europäische Käufer.
Der Anstieg der georgischen Exportwerte um 39 % innerhalb eines Monats deutet darauf hin, dass die geschälten Anbieter derzeit Preissetzungsmacht haben, insbesondere da Käufer versuchen, qualitativ hochwertigere, rückverfolgbare Produkte zu sichern. Für EU-Verarbeiter bedeutet dies, dass Beschaffungsstrategien, die auf stabilen oder sinkenden Kernpreisen basieren, zunehmend nicht im Einklang mit den Fundamentaldaten stehen.
📊 Fundamentaldaten & Wetterausblick
Strukturell ist der Haupttreiber hinter den steigenden Einheitsexportwerten Georgiens der wachsende Anteil an verarbeiteten (geschälten) Haselnüssen im Vergleich zu rohen, ungeschälten Lieferungen. Geschälte Produkte erzielen einen konsequenten Aufpreis auf den europäischen und dem Nahen Osten Märkten, was zusätzliche Verarbeitungskosten, strengere Qualitätskontrollen und geringere logistische Abfälle widerspiegelt. Georgiens Positionierung als drittgrößter Haselnussproduzent der Welt nach der Türkei und Italien verstärkt die Auswirkungen dieser Verschiebung auf regionale Preisbenchmarks.
Wetter- und makroökonomische Bedingungen in der weiteren Schwarzmeerregion bleiben ein Beobachtungspunkt. Jüngste meteorologische Berichte weisen auf anhaltenden Regen, kältere als normale Temperaturen und starke Winde in Teilen der Türkei und an der westlichen Schwarzmeerküste Anfang Mai 2026 hin, mit vereinzeltem, untypischen Schneefall in höheren Inlandgebieten. Obwohl es noch früh ist, um definitive Ernteabschätzungen für 2026/27 vorzunehmen, verstärken solche Muster die Wahrnehmungen von klimabedingter Volatilität in wichtigen Haselnussanbaugebieten.
Auf der Nachfrageseite wird Georgiens Nuss Handel diversifizierter. Im Q1 2026 importierte das Land 297 Tonnen Mandeln im Wert von 631.000 USD, was einem Anstieg von über 300 % bei Volumen und Wert im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2025 entspricht. Aserbaidschan lieferte 264 Tonnen und die Türkei 33 Tonnen. Diese Ströme deuten auf eine wachsende inländische Nachfrage, Wiederverarbeitung oder Transithandel in benachbarte Märkte hin und weisen auf eine breitere Erzählung der Nussnachfrage im Südkaukasus hin, die die regionale Verfügbarkeit allmählich verknappen könnte.
📌 Strategische Erkenntnisse für Marktteilnehmer
- Budget für eine höhere georgische Prämie: Mit durchschnittlichen Exportpreisen, die von etwa 7.923 USD auf rund 11.000 USD pro Tonne im Jahresvergleich im März gestiegen sind, und Spotkernen, die in Mittelosteuropa bei etwa 10,5–11,2 EUR/kg liegen, sollten die Vorausbudgetierungen einen strukturell höheren Basissatz annehmen statt eines vorübergehenden Anstiegs.
- Herkunftsmix neu ausbalancieren: Europäische Käufer, die stark auf die Türkei angewiesen sind, sollten in Erwägung ziehen, einen Teil ihrer georgischen Deckung trotz höherer Einheitspreise zu sichern, um sich gegen mögliche Ernte- oder Politikeinschläge in der Türkei abzusichern und um höherwertige Kerne für Premium-Produktlinien zu sichern.
- Südkaukasische Nussnachfrage beobachten: Der scharfe Anstieg der georgischen Mandelimporte, konzentriert auf regionale Anbieter, signalisiert eine wachsende lokale und Transitnachfrage. Dies könnte allmählich die Preisbeziehungen zwischen Haselnüssen und Mandeln in regionalen Snack- und Süßwarensegmenten beeinflussen.
- Wetterrisikoprämien einbeziehen: Jüngste kalte und nasse Anomalien rund um das Schwarze Meer, zusammen mit anhaltenden Klima-Bedenken für Haselnussplantagen, rechtfertigen die Beibehaltung von wetterbedingten Risikoprämien in der Forward-Preissetzung für sowohl türkische als auch georgische Ursprünge.
📆 Kurzfristiger Preisüberblick (Nächste 3 Tage)
- Georgische Kerne, Mittelosteuropa (EUR): Preise um 10,5–11,2 EUR/kg FCA werden voraussichtlich weitgehend stabil bleiben, mit nur geringfügigen tagesaktuellen Schwankungen, während Käufer die neuesten Exportdaten verdauen und die Wettersignale für die neue Ernte gemischt bleiben.
- Türkische Kerne, FOB Herkunft (EUR): Aktuelle Niveaus um 8,0–8,5 EUR/kg werden voraussichtlich gehalten oder leicht steigen, unterstützt durch anhaltende Exportverlangsamung, aber erhöhte inländische Kosten und anhaltende wetterbedingte Unsicherheiten in der türkischen Schwarzmeerregion.
- EU-Verarbeitungs-Margen: Mit hohen Herkunftspreisen und intakten Aufschlägen für geschälte Produkte sollten Verarbeiter fortwährenden Margendruck erwarten, es sei denn, die Nachfrage nach Süßwaren entlang der Wertschöpfungskette wird schwächer oder die Einzelhandelspreise nach oben angepasst.








