Der Cashewmarkt zeigt sich zur Wochenmitte bemerkenswert preisstabil, aber unter der ruhigen Oberfläche verdichten sich mehrere fundamentale Treiber, die für die nächsten Tage und Wochen relevant bleiben. Die vorliegenden Angebotsdaten per 13. März 2026 signalisieren in allen drei Fokusregionen – Indien, Vietnam und die Niederlande – nahezu unveränderte Spot- und Promptpreise gegenüber der Vorwoche. Besonders auffällig ist die Spreizung zwischen Premium-Kernen aus Indien und den preisgünstigeren europäischen Re-Export- bzw. Lagerplatzangeboten aus den Niederlanden. Vietnam bleibt im aktuellen Datensatz der preisliche Referenzpunkt für internationale Standardqualitäten wie WW240 und WW320, während Indien bei W320 bio und W240-Spezifikationen weiterhin einen deutlichen Aufschlag erzielt. Gleichzeitig bestätigt die Nachrichtenlage, dass Vietnam 2025 ein Rekordexportjahr mit mehr als 5,2 Mrd. US-Dollar erreicht hat, jedoch stark von importierten Rohcashewnüssen abhängig bleibt. Diese strukturelle Rohwarenknappheit ist für den Markt wichtiger als die momentan flachen Wochenbewegungen, denn sie begrenzt die Bereitschaft der Verarbeiter, bei hochwertigen Kernen aggressiv zu rabattieren. Auch Indien bleibt auf Rohwarenimporte angewiesen, obwohl die inländische Produktion zuletzt leicht gestiegen ist. Für Europa wiederum ist der niederländische Markt als Drehscheibe relevant: Die Niederlande bleiben ein wichtiger Hub für Cashewimporte und Re-Exporte innerhalb der EU. Wetterseitig liegt der Fokus kurzfristig auf Hitze in Südindien, heißem Schauer-/Gewitterwetter in Vietnams Cashewgürtel sowie kühlem, wechselhaftem Wetter in Dordrecht. Für die nächsten drei Tage spricht das insgesamt für einen überwiegend festen bis leicht freundlichen Marktton: nicht wegen akuter Angebotsausfälle im Endprodukt, sondern weil hohe Temperaturen in Indien, wiederkehrende Gewitter in Vietnam und eine weiterhin sensible Rohwarenversorgung die Verkäufer diszipliniert halten. Käufer finden zwar ausreichend Angebote, aber kaum Argumente für einen deutlichen Preisrückgang im sehr kurzen Zeithorizont.
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Cashew kernels
WW240
FOB 7.75 €/kg
(from VN)

Cashew kernels
SP
FOB 4.30 €/kg
(from VN)

Cashew kernels
WS
FOB 5.75 €/kg
(from VN)
📈 Preise im Überblick
| Region | Produkt | Qualität | Lieferbasis | Preis (EUR/kg) | Wochenveränderung | Marktstimmung |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Vietnam | Cashewkerne | WW240 | FOB Hanoi | 7,75 EUR/kg | 0,0% | fest |
| Vietnam | Cashewkerne | WW320 | FOB Hanoi | 6,85 EUR/kg | 0,0% | fest |
| Vietnam | Cashewkerne | WS | FOB Hanoi | 5,75 EUR/kg | 0,0% | stabil |
| Vietnam | Cashewkerne | LWP | FOB Hanoi | 5,25 EUR/kg | 0,0% | stabil |
| Vietnam | Cashewkerne | LP | FOB Hanoi | 4,90 EUR/kg | 0,0% | stabil |
| Vietnam | Cashewkerne | SP | FOB Hanoi | 4,30 EUR/kg | 0,0% | stabil |
| Indien | Cashewkerne | W320 bio | FOB Neu-Delhi | 8,63 EUR/kg | 0,0% | fest |
| Indien | Cashewkerne | W240 bio, brownish white | FOB Neu-Delhi | 7,90 EUR/kg | 0,0% | fest |
| Indien | Cashewkerne | W240, brownish white | FOB Neu-Delhi | 7,46 EUR/kg | 0,0% | stabil bis fest |
| Indien | Cashewkerne | W320 | FOB Neu-Delhi | 6,95 EUR/kg | 0,0% | stabil |
| Indien | Cashewkerne | W450 | FOB Neu-Delhi | 6,25 EUR/kg | 0,0% | stabil |
| Indien | Cashewkerne | LWP | FOB Neu-Delhi | 5,75 EUR/kg | 0,0% | stabil |
| Indien | Cashewkerne | SWP | FOB Neu-Delhi | 5,20 EUR/kg | 0,0% | stabil |
| Niederlande | Cashewkerne | WW320 bio | FCA Dordrecht | 6,15 EUR/kg | 0,0% | stabil bis fest |
| Niederlande | Cashewkerne | FS bio | FCA Dordrecht | 5,30 EUR/kg | 0,0% | stabil |
| Niederlande | Cashewkerne | WW320 | FCA Dordrecht | 5,05 EUR/kg | 0,0% | stabil |
| Niederlande | Cashewkerne | LWP bio | FCA Dordrecht | 5,00 EUR/kg | 0,0% | stabil |
| Niederlande | Cashewkerne | SWP bio | FCA Dordrecht | 4,70 EUR/kg | 0,0% | stabil |
| Niederlande | Cashewkerne | FS | FCA Dordrecht | 3,75 EUR/kg | 0,0% | ruhig |
| Niederlande | Cashewkerne | LWP | FCA Dordrecht | 3,60 EUR/kg | 0,0% | ruhig |
| Niederlande | Cashewkerne | SWP | FCA Dordrecht | 3,10 EUR/kg | 0,0% | ruhig |
🌍 Marktbild nach Regionen
Indien (IN)
- Die FOB-Preise in Neu-Delhi sind gegenüber der Vorwoche unverändert, nachdem sie im Februar noch leicht aufwärts tendierten.
- Indische Premium- und Bioqualitäten handeln mit deutlichem Aufschlag gegenüber Standardware aus Vietnam und Lagerware in den Niederlanden.
- APEDA verweist auf eine leicht gestiegene indische Cashewproduktion von 795 Tsd. Tonnen 2023/24 nach 782 Tsd. Tonnen 2022/23, gleichzeitig bleibt die Branche auf Rohwarenimporte angewiesen.
- Für Exporte 2024/25 nennt APEDA bei Cashewkernen rund 65.244 Tonnen im Wert von 338,18 Mio. US-Dollar; wichtige Zielmärkte sind u. a. die Vereinigten Arabischen Emirate, Vietnam, Japan, die Niederlande und Saudi-Arabien.
Vietnam (VN)
- Vietnam bleibt der globale Taktgeber im Verarbeitungs- und Exportgeschäft.
- Die FOB-Notierungen in Hanoi sind seit mehreren Wochen praktisch seitwärts, was auf ausgeglichene kurzfristige Angebots- und Nachfrageverhältnisse hindeutet.
- Gleichzeitig ist die Fundamentallage angespannt: Vietnams Cashewexporte überschritten 2025 erstmals 5,2 Mrd. US-Dollar, aber die Rohwarenimporte lagen bei rund 4,5 Mrd. US-Dollar.
- Die inländische Versorgung deckt laut Branchenangaben nur etwas mehr als 10% des Bedarfs; der Rest kommt vor allem aus Afrika und Kambodscha.
Niederlande (NL)
- Dordrecht spiegelt die Rolle der Niederlande als europäische Handels- und Re-Exportdrehscheibe wider.
- Die Preisabstände zwischen non-organic und organic bleiben groß; besonders bei WW320 und Bruchqualitäten zeigt sich eine deutliche Bio-Prämie.
- Für den EU-Markt ist wichtig, dass die Niederlande laut CBI zu den bedeutenden Import- und Re-Exporthubs für Cashewkerne gehören, während Vietnam ein zentraler Ursprung bleibt.
- Die jüngsten Inflationsdaten deuten auf nachlassenden Preisauftrieb bei Lebensmitteln in den Niederlanden hin, was den Spielraum für starke kurzfristige Aufschläge im Binnenmarkt begrenzen kann.
📊 Fundamentaldaten & Treiber
| Treiber | Aktuelle Einordnung | Preiseffekt |
|---|---|---|
| Aktuelle Angebotsdaten | Nahezu unveränderte Wochenpreise in IN, VN und NL | neutral bis stützend |
| Vietnamische Exportleistung | Rekordexporte 2025 über 5,2 Mrd. US-Dollar | stützend für Premiumqualitäten |
| Rohwarenabhängigkeit Vietnam | Nur gut 10% des Bedarfs aus heimischer Versorgung | bullisch für Verarbeiter-Margen und Kernpreise |
| Indische Produktion | Leichter Produktionsanstieg, aber weiter Importbedarf | leicht preisdämpfend, jedoch begrenzt |
| EU-/NL-Handelsfunktion | Niederlande bleiben Import- und Re-Exporthub | liquiditätsfördernd, preisstabilisierend |
| Westafrikanische Rohwarenlage | Berichte über wetterbedingten Stress und geringere Erträge in Teilen Westafrikas | bullisch für mittelfristige Rohwarenkosten |
- Preisstruktur: Der Markt honoriert verlässlich verfügbare Premium- und Bioqualitäten weiterhin mit deutlichen Aufschlägen.
- Vietnam als Kernmarkt: Solange Vietnams Verarbeiter stark auf importierte Rohcashewnüsse angewiesen bleiben, dürfte das Abwärtspotenzial bei exportfähigen Kernpreisen begrenzt sein.
- Indien: Die leicht bessere Produktionsbasis verhindert eine akute Verknappung, reicht aber nicht aus, um den Importbedarf strukturell zu beseitigen.
- Europa: Die Niederlande fungieren eher als Preisübertragungs- und Verteilungszentrum als als originärer Angebotsmarkt.
☀️ Wetterausblick und mögliche Marktwirkung
Indien – Kollam / südwestlicher Cashewgürtel
- Für Samstag, 14. März, bis Dienstag, 17. März 2026, wird sehr heißes Wetter mit Höchstwerten von etwa 37 bis 38°C erwartet; erst ab Montag steigen die Chancen auf etwas Nachmittagsregen.
- Kurzfristig erhöht die Hitze den Stress für Bäume und Feldarbeit, auch wenn ein sehr kurzer Wetterabschnitt noch keine belastbare Ertragsrevision rechtfertigt.
- Marktwirkung: eher leicht stützend, weil Verkäufer bei anhaltender Hitze wenig Anreiz haben, Preise zu senken.
Vietnam – Binh Phuoc / wichtiger Cashewstandort
- Bis Dienstag, 17. März 2026, bleibt es heiß mit 34 bis 36°C; dazu kommen teils kräftige Gewitter und vereinzelte Schauer.
- Das Muster spricht für wechselnden Feuchtestress mit lokalen Unterbrechungen durch Niederschläge. Für die Logistik und Trocknung kann dies kurzfristig störend sein.
- Marktwirkung: leicht bullisch für FOB-Angebote, vor allem wenn Gewitter lokal stärker ausfallen.
Niederlande – Dordrecht
- In den kommenden Tagen dominiert kühles, wechselhaftes Wetter mit 9 bis 12°C und einzelnen Schauern.
- Für die europäische Nachfrage ist das Wetter selbst weniger ein Produktionsfaktor als ein Konsum- und Logistikthema; gravierende Störungen sind nicht zu erwarten.
- Marktwirkung: neutral bis leicht stabilisierend.
🚢 Handel, Nachfrage und internationale Ströme
- Vietnam meldete 2025 China erstmals als größten Absatzmarkt vor den USA; die Niederlande lagen ebenfalls unter den wichtigsten Zielmärkten.
- Die Verlagerung der Nachfrage nach Asien, insbesondere China, stärkt die Preisbasis für exportorientierte Verarbeiter in Vietnam.
- Der europäische Markt bleibt strukturell attraktiv: Laut CBI wachsen Verbrauch und Re-Exportfunktion in mehreren EU-Ländern, während die Niederlande ein zentraler Handelsknoten bleiben.
- Für Indien bleibt relevant, dass die Exportindustrie trotz stabiler Inlandsproduktion nicht vollständig aus heimischer Rohware versorgt werden kann.
📌 Handelseinschätzung
- Käufer: Kurzfristig keine ausgeprägte Korrektur erwarten; Bedarfe für Standardqualitäten können gestaffelt gedeckt werden.
- Verarbeiter/Importeure: Premium- und Bioqualitäten weiter diszipliniert anbieten; die Marktstruktur rechtfertigt das Halten von Aufschlägen.
- Großhandel EU: Niederländische FCA-Ware bleibt für kurzfristige Deckung attraktiv, besonders bei Bruchqualitäten.
- Risikofaktor: Weitere Nachrichten zu Rohcashewverfügbarkeit aus Afrika und Kambodscha könnten den Markt schneller bewegen als die aktuellen Spotpreise.
- Bias: Für die nächsten Tage eher seitwärts bis leicht fester als schwächer.
📆 3-Tage-Preisprognose nach Region
| Region | Referenzqualität | Aktuell (EUR/kg) | 1 Tag | 2 Tage | 3 Tage | Tendenz |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Vietnam | WW320 FOB Hanoi | 6,85 EUR/kg | 6,85–6,90 EUR/kg | 6,86–6,92 EUR/kg | 6,88–6,95 EUR/kg | leicht fester |
| Indien | W320 FOB Neu-Delhi | 6,95 EUR/kg | 6,95–6,99 EUR/kg | 6,96–7,00 EUR/kg | 6,98–7,03 EUR/kg | stabil bis leicht fester |
| Niederlande | WW320 FCA Dordrecht | 5,05 EUR/kg | 5,03–5,08 EUR/kg | 5,03–5,10 EUR/kg | 5,04–5,12 EUR/kg | stabil |
- Die Prognose basiert auf den aktuellen Angebotsdaten, der zuletzt flachen Wochenpreisentwicklung sowie dem kurzfristigen Wetterbild in IN, VN und NL.
- Ohne neue Rohwaren- oder Logistikschocks bleibt das Aufwärtspotenzial begrenzt, die Unterseite wirkt aber ebenfalls gut abgesichert.


