Der europäische Erbsenmarkt startet Mitte März 2026 mit erstaunlich stabilen, aber strukturell gedrückten Preisen in die neue Saison. In Großbritannien notieren grüne Futter- und Speiseerbsen FOB London aktuell bei rund 1,02 EUR/kg, Marrowfat-Qualitäten liegen mit etwa 1,33 EUR/kg weiter deutlich im Premiumsegment. In der Schwarzmeerregion verharren ukrainische gelbe und grüne Erbsen FCA Odesa bei sehr niedrigen 0,27–0,35 EUR/kg, während polnische gelbe Erbsen zuletzt auf etwa 0,32 EUR/kg zurückgefallen sind. Diese Spanne illustriert den anhaltenden globalen Preisdruck, der aus hohen Lagerbeständen, einer starken Exportkonkurrenz (v. a. Kanada, Russland, Ukraine) und nur moderat wachsender Nachfrage nach Futtermitteln und pflanzlichen Proteinen resultiert. International zeigen Analysen, dass die Feldbohnen- und Erbsenpreise seit ihrem Hoch 2021 kontinuierlich nachgegeben haben; Referenzpreise für kanadische Feld-Erbsen werden für 2024 umgerechnet nur noch bei rund 250–260 EUR/t gesehen.
Für Großbritannien kommt 2026 eine weitere Besonderheit hinzu: Ein äußerst nasser Winter mit wiederholten Sturmlagen hat die Böden vielerorts wassergesättigt und die Feldarbeiten verzögert. Kurzfristig deuten Prognosen zwar auf wechselhafte, teils mildere Phasen mit einzelnen freundlichen Tagen hin, aber die Modelle signalisieren für die nächsten Tage erneut Schübe von Regen und kühleren Luftmassen – ein Umfeld, das die Aussaatfenster für Sommererbsen eng hält und das Risiko ungleichmäßiger Bestände erhöht. Gleichzeitig bleibt der internationale Handelsfluss in Bewegung: China hat Anfang März 2026 die hohen Schutzzölle auf kanadische Erbsen aufgehoben, was die globalen Ströme neu ordnet und mittelfristig wieder mehr Wettbewerb um asiatische Nachfrage erwarten lässt. Für britische Erzeuger und europäische Käufer bedeutet dies: Kurzfristig dominieren stabile bis leicht schwächere Preise, mittelfristig könnte eine Kombination aus witterungsbedingten Anbaurisiken in Europa und einer Belebung der Importnachfrage aus Asien zu einer Bodenbildung und selektiven Aufwärtskorrekturen führen – insbesondere bei qualitätsstarken Marrowfat-Erbsen, die traditionell in Nischenmärkten wie Japan gefragt sind.
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📈 Preise & Marktüberblick
Aktuelle Angebotswerte (alle Preise in EUR/kg)
| Ursprung | Standort | Typ | Lieferbedingung | Letzter Preis (EUR/kg) | Vorwoche (EUR/kg) | Änderung Woche | Änderung 4 Wochen* | Marktstimmung |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| GB | London | grün, Futter/Speise | FOB | 1,02 | 1,02 | 0,0 % | -1,9 % (vs. 1,04) | seitwärts, leicht schwach |
| GB | London | Marrowfat | FOB | 1,33 | 1,35 | -1,5 % | -1,5 % | weich, aber stabiler Premium |
| UA | Odesa | gelb, 98 % | FCA | 0,27 | 0,27 | 0,0 % | 0,0 % | klar bärisch |
| UA | Odesa | grün, 98 % | FCA | 0,35 | 0,35 | 0,0 % | -2,8 % (vs. 0,36) | bärisch |
| PL | Kiełczygłow | gelb, 98 % | FCA | 0,32 | 0,36 | -11,1 % | -11,1 % | deutlich bärisch |
*4‑Wochen-Vergleich anhand der letzten im Datensatz verfügbaren Notierungen.
Die britischen Preise liegen damit deutlich über den Schwarzmeer-Alternativen, was sowohl Qualitätsunterschiede (insbesondere bei Marrowfat) als auch höhere Logistik- und Produktionskosten widerspiegelt. Gleichzeitig zeigen die stabilen bis schwächer tendierenden Notierungen in der Ukraine und Polen, dass der internationale Markt weiterhin von reichlichen Exportangeboten geprägt ist. Frühere Analysen hatten bereits auf wachsende Endbestände und schwächere Exportströme aus Kanada hingewiesen, was den globalen Preisdruck bis in das Jahr 2026 hinein verlängert.
🌍 Angebot & Nachfrage
Großbritannien
- Die Pulsfläche in Großbritannien lag 2024 bei rund 224 Tsd. ha; innerhalb der Pulsfrüchte gewann die Erbse an Fläche, obwohl die Gesamtpulsfläche gegenüber 2023 um 18 % zurückging.
- Der Wert der Erbsenproduktion für menschlichen Verzehr stieg 2024 stark an, getrieben durch einen höheren Anteil von Speiseerbsen; der Durchschnittspreis lag bei etwa 245 EUR/t (umgerechnet aus 244,78 GBP/t).
- Die aktuelle Angebotslage ist ausgewogen: Lagerbestände aus 2025 und der schwache Exportanreiz begrenzen Aufwärtsbewegungen, während die nasse Witterung und verzögerte Feldarbeiten das Potenzial der 2026er Ernte dämpfen könnten.
Globaler Kontext
- Kanada bleibt der größte Einzel-Exporteur von Trockenerbsen mit rund einem Viertel des Welthandels, wobei die Exportmengen aufgrund von Zöllen und schwächerer Nachfrage zuletzt zurückgenommen wurden.
- Hohe Endbestände in Kanada und anderen Exportländern üben anhaltenden Druck auf die Weltmarktpreise aus und begrenzen die Erholungstendenzen in Europa.
- Die Aufhebung chinesischer Strafzölle auf kanadische Erbsen ab 1. März 2026 stärkt mittelfristig die Nachfrage nach kanadischer Ware und könnte Handelsströme von alternativen Ursprüngen (z. B. Schwarzmeer) abziehen.
- Gleichzeitig bleibt Indien ein wichtiger Nachfragetreiber, der über temporäre Zollaussetzungen und Präferenzabkommen (z. B. mit Australien und perspektivisch den USA) die globale Verteilung der Lieferströme steuert.
📊 Fundamentaldaten & Strukturtrends
Globale Produktion und Bestände
- Die globale Produktion von Trockenerbsen ist in den letzten Jahren gewachsen; aktuelle Schätzungen sehen z. B. die kanadische Produktion im Bereich von gut 3–4 Mio. t, unterstützt durch eine im Vergleich zu Alternativkulturen weiterhin attraktive Deckungsbeitragslage.
- Der OECD‑FAO‑Ausblick zeigt für Pulsfrüchte insgesamt eine anhaltende Zunahme von Produktion und Pro-Kopf-Verbrauch (Erbsen als Leitmarkt), bei gleichzeitig seit 2021 rückläufigen internationalen Referenzpreisen.
- Auf der Nachfrageseite stützt der Ausbau der pflanzlichen Proteinindustrie (z. B. neue Pea-Protein-Anlagen in Nordamerika und Europa) den Bedarf an gelben und grünen Erbsen, ohne bisher jedoch das Überangebot vollständig zu absorbieren.
Handelsströme & Nischenmärkte
- Die EU – insbesondere Spanien, Deutschland und Belgien – entwickelt sich zu einem wachsenden Markt für Erbsenprotein und hochwertige Trockenerbsen, was langfristig Chancen für europäische Erzeuger eröffnet.
- Britische Marrowfat-Erbsen bedienen weiterhin Premium-Nischen wie den japanischen Snackmarkt; diese Segmente sind preislich weniger eng an Futtererbsen gekoppelt, reagieren aber sensibel auf Qualitäts- und Farbspezifikationen.
🌦 Wetterausblick GB & Ertragsrisiken
Wetterlage März 2026 – Region GB
- Der Winter 2025/26 war in vielen Teilen des Vereinigten Königreichs außergewöhnlich nass mit häufigen Tiefdruckpassagen und mehreren Sturmlagen (u. a. Sturm „Goretti“ Anfang Januar mit schweren Wind- und Schneefällen).
- In den ersten Märzwochen wurde vorübergehend milderes, frühlingshaftes Wetter mit Temperaturen bis in den hohen einstelligen bis mittleren zweistelligen Bereich gemeldet, bevor Modelle nun wieder auf eine Rückkehr zu wechselhaftem, teils nasskaltem Wetter mit Regen und örtlichem Schnee in Teilen des Landes hindeuten.
- Für den Großraum London deuten jüngste Modellläufe auf die nächsten 3–5 Tage hin auf ein Wechselspiel aus trockeneren, zeitweise sonnigen Abschnitten und eingelagerten Regenfronten; die Böden bleiben vielerorts wassergesättigt, was das Befahren erschwert.
Auswirkungen auf Erbsenflächen
- Die anhaltend hohe Bodenfeuchte verzögert die Aussaat von Sommererbsen, insbesondere auf schweren Standorten in Mittel- und Nordengland.
- Späte Aussaattermine erhöhen das Risiko von Trockenstress und Hitzewellen während der Blüte und Schotenfüllung im Sommer, falls sich der Witterungsverlauf dreht.
- Regionale Heterogenität: Während südliche Regionen (z. B. Südostengland) kurzfristig bessere Befahrbarkeit und Aussaatfenster erhalten könnten, bleiben nördliche und westliche Gebiete stärker vom Niederschlagsrisiko betroffen.
- In Summe spricht das aktuelle Wetterbild eher für leicht unterdurchschnittliche Ertragserwartungen bei Sommererbsen in GB, sofern sich der Frühling nicht rasch und nachhaltig stabilisiert.
📉 Globale Preisrelationen & Wettbewerb
| Region | Qualität | Indikative Exportpreise (EUR/t) | Kommentar |
|---|---|---|---|
| Kanada (FOB, Feld-Erbsen) | Standard gelb/grün | ≈ 250–270 | Referenzpreis lt. OECD‑FAO; deutlich unter 2021er Hoch, belastet Weltmarkt. |
| Ukraine (FCA Schwarzmeer) | gelb, 98 % | ≈ 270 | Starke Exportkonkurrenz, preislich sehr aggressiv (Datenbasis Angebot). |
| Ukraine (FCA Schwarzmeer) | grün, 98 % | ≈ 350 | Leichter Aufschlag auf gelbe Erbsen, dennoch klar unter EU/GB-Niveau. |
| Polen (FCA Inland) | gelb, 98 % | ≈ 320 | Zuletzt deutlicher Rückgang; spiegelt schwache Binnen- und Exportnachfrage wider. |
| Großbritannien (FOB) | grün, Futter/Speise | ≈ 1.020 | Deutlich höheres Niveau, u. a. wegen Qualität, Kostenstruktur & Nischenmärkten. |
| Großbritannien (FOB) | Marrowfat | ≈ 1.330 | Premiumsegment mit spezialisierter Exportnachfrage (z. B. Japan). |
📆 Kurzfristiger Marktausblick (3–7 Tage)
- Preisniveau GB (grüne Futter-/Speiseerbsen FOB London): Seitwärts um 1,00–1,05 EUR/kg. Geringe Handelsaktivität und fehlende neue fundamentale Impulse begrenzen Bewegungen.
- Marrowfat-Erbsen FOB London: Leicht schwächerer Ton nach dem Rückgang von 1,35 auf 1,33 EUR/kg, aber hohe Wahrscheinlichkeit einer Stabilisierung im Bereich 1,30–1,35 EUR/kg angesichts knapper spezialisierter Angebote.
- Schwarzmeer-Region (FCA Odesa): Preise von 0,27 EUR/kg (gelb) und 0,35 EUR/kg (grün) dürften kurzfristig auf diesem niedrigen Niveau verharren; zusätzlicher Abwärtsraum ist begrenzt, solange Logistik und Exportnachfrage intakt bleiben.
- Polen (gelbe Erbsen FCA): Nach dem deutlichen Rückgang auf 0,32 EUR/kg ist kurzfristig eine technische Bodenbildung wahrscheinlich, jedoch ohne klaren fundamentalen Aufwärtsimpuls.
🎯 Handelsausblick & Empfehlungen
- Erzeuger GB – grüne Futter-/Speiseerbsen:
- Aktuelle FOB-Preise um 1,02 EUR/kg sind historisch betrachtet moderat und spiegeln den globalen Druck wider.
- Aufgrund der witterungsbedingten Aussaatrisiken bietet es sich an, nur einen begrenzten Teil der erwarteten 2026er Ernte im Voraus zu fixieren und einen Restanteil für mögliche Wetterprämien im Sommer offen zu lassen.
- Erzeuger GB – Marrowfat:
- Das Premiumsegment bleibt strukturell enger; trotz jüngster leichten Korrektur sind die Margen attraktiv.
- Langfristige Kontrakte mit etablierten Exportabnehmern (z. B. Snack- und Konservenindustrie in Asien) sichern; Qualitätsmanagement (Farbe, Homogenität) bleibt preisbestimmend.
- Futtermittelhersteller & Verarbeiter EU/GB:
- Die sehr günstigen Schwarzmeerpreise (0,27–0,35 EUR/kg) bieten Spielraum für Rohstoffkostenreduktionen, sofern Logistik- und Herkunftsrisiken akzeptiert werden.
- Strategische Mischungen aus GB-/EU- und Schwarzmeerherkünften können Preisvorteile nutzen und gleichzeitig Liefer- und Qualitätsrisiken diversifizieren.
- Händler & Exporteure:
- Die Wiederöffnung des chinesischen Marktes für kanadische Erbsen kann mittelfristig zu engeren globalen Spreads führen; kurzfristig bleibt das Umfeld aber von hohen Beständen und schwacher Basisnachfrage geprägt.
- Fokus auf Nischen- und Premiumsegmente (Marrowfat, hochwertige grüne Speiseerbsen) sowie auf industrielle Proteinabnehmer, die weniger preissensitiv und stärker qualitätsgetrieben sind.
📆 3‑Tage-Preisprognose (Region GB, in EUR/kg)
| Produkt | Region/Börse | Heutiger Richtwert | Tag +1 | Tag +2 | Tag +3 | Tendenz |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Erbsen grün, Futter/Speise | GB, FOB London | 1,02 | 1,01–1,03 | 1,01–1,03 | 1,01–1,04 | seitwärts |
| Erbsen Marrowfat | GB, FOB London | 1,33 | 1,32–1,34 | 1,32–1,35 | 1,32–1,35 | stabil, leicht volatil |
| Erbsen gelb, 98 % | UA, FCA Odesa | 0,27 | 0,27 | 0,26–0,27 | 0,26–0,27 | leicht bärisch |
| Erbsen grün, 98 % | UA, FCA Odesa | 0,35 | 0,34–0,35 | 0,34–0,35 | 0,34–0,36 | seitwärts bis leicht schwach |
| Erbsen gelb, 98 % | PL, FCA | 0,32 | 0,32 | 0,32–0,33 | 0,32–0,33 | seitwärts, Bodenbildung |
Hinweis: Prognosen basieren auf aktueller Angebotslage, globalem Umfeld und kurzfristorientierten Wechselkurs- und Wetterannahmen für die Region GB.

