Rohstoff-Update Rosinen: Sultanas stabil, China-Fracht leicht fester

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Die internationalen Rosinenmärkte zeigen sich Mitte März 2026 überwiegend stabil bis leicht fester. Türkische Sultanas notieren nach der starken Hausse der vergangenen Saison seitwärts, während chinesische Ware in Europa leicht anzieht. Indische Exportqualitäten bleiben wettbewerbsfähig und begrenzen den Aufwärtsspielraum in der EU. Für Käufer in Europa bedeutet dies ein Umfeld moderat fester, aber gut versorgter Märkte mit selektiven Prämien für Qualitäts- und Bio-Ware.

Die Nachfrage in Europa bleibt solide, gestützt durch Snack‑, Back- und Müsliindustrie, während der asiatisch-pazifische Raum weiterhin als wichtigster Wachstumstreiber für den globalen Rosinenverbrauch gilt. Europa deckt über 85 % seines Rosinenbedarfs über Importe, wodurch Preisbewegungen in den Ursprungsländern – insbesondere Türkei, China und Indien – unmittelbar auf die Importparitäten durchschlagen. Gleichzeitig wirken sich strukturell höhere Fracht- und Finanzierungskosten dämpfend auf zusätzliche Nachfrageimpulse aus. In China sorgt der Ausbau der Produktion in Xinjiang für ein deutlich höheres Angebotsvolumen, das jedoch durch wachsende Inlandsnachfrage und Exportaktivitäten absorbiert wird.

📈 Preise & Marktüberblick

Spot- und Angebotsniveaus (alle Preise in EUR/kg)

Die folgenden Notierungen basieren auf den gemeldeten Angeboten und wurden – soweit erforderlich – in EUR umgerechnet (Annahme: 1 USD ≈ 0,92 EUR; 1 TRY ≈ 0,03 EUR, nur für Kontext, in Tabellen ausschließlich EUR):

Produkt Herkunft Ort / Term Letzter Preis (EUR/kg) Preis vor 1 Woche (EUR/kg) Veränderung Marktstimmung Letztes Update
Raisins, Sultanas, Typ 9, RTU, STD China Hamburg, FCA 2,23 2,21 +0,02 leicht fester 16.03.2026
Raisins, Sultanas, std, Nr. 9, Grade AA China Dordrecht, FCA 2,20 2,20 0,00 stabil 13.03.2026
Raisins, Sultanas, Typ 9, Grade A Türkei Malatya, FOB 2,28 2,28 0,00 stabil nach Korrektur 10.03.2026
Raisins, Sultanas, Typ 9, Grade RTU Türkei Malatya, CIF 2,40 2,40 0,00 seitwärts 10.03.2026
Raisins, Sultanas, Typ 10, Grade A Türkei Malatya, FOB 2,58 2,58 0,00 fest 10.03.2026
Raisins, Sultanas, Typ 9, Grade A, Bio Türkei Malatya, FOB 3,10 3,10 0,00 stabil auf hohem Niveau 10.03.2026
Raisins, golden, Grade AA Indien New Delhi, FOB 2,33 2,31 +0,02 leicht fester 13.03.2026
Raisins, brown, Grade AA Indien New Delhi, FOB 1,88 1,86 +0,02 leicht fester 13.03.2026
Raisins, black, Grade AA Indien New Delhi, FOB 1,82 1,80 +0,02 leicht fester 13.03.2026
Raisins, nr. 9, RTU Türkei Dordrecht, FCA 2,90 2,90 0,00 stabil 13.03.2026
Raisins, Flame Jumbo Chile Dordrecht, FCA 2,50 2,50 0,00 seitwärts 13.03.2026
Raisins, Feed, brown Afrika Dordrecht, FCA 1,95 1,95 0,00 weich, fütterungsbezogen 13.03.2026

Die türkischen Exportpreise liegen mit ca. 2,25–2,60 EUR/kg (FOB Malatya) im Rahmen der von unabhängigen Marktberichten genannten durchschnittlichen Preisniveaus für türkische Rosinen (rund 2,10–2,20 EUR/kg in 2025, umgerechnet in EUR), was auf ein weiterhin relativ knappes, aber nicht angespanntes Angebot schließen lässt.

🌍 Angebot & Nachfrage

Globale Marktstruktur

Die Türkei und die USA bleiben die größten Einzelproduzenten von Rosinen, während China sich als drittgrößter Produzent und führender Anbieter von grünen Rosinen etabliert hat. Europa deckt rund 27 % des weltweiten Rosinenverbrauchs ab, wobei über 85 % des Bedarfs über Importe gedeckt werden.

Im asiatisch-pazifischen Raum wächst der Rosinenmarkt dynamisch mit geschätzten jährlichen Zuwachsraten von rund 6–7 %, getrieben durch steigenden Snackkonsum und die Verwendung in Backwaren und Frühstückscerealien. Die EU-Importnachfrage für Trockenfrüchte bleibt trotz konjunktureller Unsicherheiten robust, wobei hohe Preise eher den Wert als die Menge treiben.

China (Region CN, Fokus Xinjiang)

Chinas Rosinenproduktion konzentriert sich stark auf das Turpan-Becken in Xinjiang, das über 80 % der nationalen Rosinenproduktion stellt und insbesondere für grüne Rosinen bekannt ist. Laut aktuellen Branchendaten stieg die chinesische Rosinenproduktion von rund 130.000 t in 2024/25 auf geschätzte 220.000 t in 2025/26, womit China seine Rolle als wichtiger Exporteur weiter ausbaut.

Parallel dazu sind die chinesischen Rosinenimporte in den letzten drei Jahren um etwa 40 % auf rund 85.000 t im Jahr 2023 gestiegen, was auf eine zunehmende Inlandsnachfrage und die Weiterverarbeitung für Re-Exports hinweist. Damit wirkt China gleichzeitig als bedeutender Lieferant von grünen/hellen Qualitäten und als wachsender Nachfragemarkt für hochwertige Importware. Für EU-Käufer erhöhen chinesische Exportofferten, wie die vorliegenden FCA-Preise in Hamburg und Dordrecht, den Wettbewerb gegenüber türkischen und indischen Ursprüngen.

Türkei

Die Türkei bleibt Kernlieferant von Sultanas für Europa. Nach einer Phase sehr hoher Preise 2024/25, ausgelöst durch knappe Endbestände und starke Exporte, hat sich der Markt in der laufenden Kampagne etwas beruhigt; die Exportmengen liegen jedoch weiterhin deutlich unter Vorjahr, was die Preisuntergrenze stützt. Die aktuelle Seitwärtsbewegung der FOB-Preise in Malatya um 2,25–2,60 EUR/kg spiegelt ein Gleichgewicht zwischen begrenztem Angebot und verhaltener, aber stabiler EU-Nachfrage wider.

Indien

Indien – mit Schwerpunktregion Maharashtra – baut seine Rolle als kostengünstiger Anbieter von goldenen, braunen und schwarzen Rosinen aus. Regierungsstatistiken zeigen eine stetig wachsende Exportorientierung des Obst- und Trockenfruchtsektors, gestützt durch Lager- und Kühlhauskapazitäten in Maharashtra. Die vorliegenden FOB-Preise zwischen 1,82 und 2,33 EUR/kg positionieren indische Ware klar als preisliche Unterkante im internationalen Vergleich und üben insbesondere auf mittel- und niedrigere Qualitäten aus der Türkei und China Druck aus.

📊 Fundamentale Marktdaten

Produktion & Bestände (Auszug, grobe Größenordnungen)

Land Marketingjahr 2024/25 – Produktion (Tsd. t) Marketingjahr 2025/26 – Produktion (Tsd. t, Schätzung) Kommentar
Türkei ≈ 270 leicht steigend Nach starker Exportkampagne 23/24 niedrige Anfangsbestände, Exporttempo 24/25 schwächer.
China 130 220 Deutlicher Produktionsausbau in Xinjiang, deutlich höhere Endbestände erwartet.
USA ≈ 200 stabil Strukturell rückläufige Fläche, aber stabile Erträge; Fokus auf heimischen Markt.
Indien ≈ 150 leicht steigend Flächenausweitung und Exportfokus in Maharashtra.
EU (Verbrauch) ≈ 250 stabil Rund 27 % Weltmarktanteil, stark importabhängig.

Die globalen Endbestände bei Sultanas/Rosinen sind nach der knappen Lage 2023/24 wieder im Aufbau begriffen, insbesondere durch die höhere chinesische Produktion und eine normalisierte türkische Ernte. Gleichzeitig sorgen hohe Finanzierungskosten und striktere Lebensmittelsicherheitsanforderungen in der EU dafür, dass Lageraufbau bei Importeuren zurückhaltend bleibt; dies begrenzt kurzfristige Nachfrageimpulse trotz günstigerer Angebotslage.

🌦 Wetter & Ernteaussichten (Region CN – Xinjiang)

Aktuelles Klima in Turpan/Xinjiang

Turpan in Xinjiang weist ein extremes Wüstenklima mit sehr heißen Sommern und kalten Wintern auf. Für März liegen die typischen Temperaturspannen bei etwa 3–16 °C, mit überwiegend trockenen Bedingungen und hoher Sonnenscheindauer – ideal für den späteren Trocknungsprozess der Trauben.

In der laufenden Saison wurden bislang keine gravierenden witterungsbedingten Schäden an Weinbergen in Turpan/Xinjiang berichtet; die Region profitiert weiterhin von intensiver Bewässerung und stabilen Klimabedingungen. Ein jüngstes Erdbeben in Nord-Xinjiang (M ~5) hatte nach bisherigen Informationen keine relevanten Auswirkungen auf die Hauptanbaugebiete im Turpan-Becken.

Ausblick nächste 3–4 Wochen (qualitativ)

Mit dem Übergang in den Frühling ist in Xinjiang mit allmählich steigenden Temperaturen, aber weiterhin geringen Niederschlägen zu rechnen. Dies unterstützt den Austrieb und die frühe Vegetationsphase der Reben, ohne derzeit auf Wasserknappheit hinzuweisen, da die Region stark auf Bewässerungssysteme setzt. Unter der Annahme eines saisonüblichen Witterungsverlaufs bleiben die Ertragserwartungen für die kommende Trauben- und Rosinenernte in China insgesamt gut bis überdurchschnittlich.

📉 Markttreiber & Handel

Nachfrageseite

  • Europa: Stabile bis leicht wachsende Nachfrage aus Back- und Snackindustrie; hohe Verbraucherpreise begrenzen jedoch zusätzliche Mengenzuwächse.
  • Asien-Pazifik: Schnell wachsender Markt mit CAGRs von rund 6–7 %, insbesondere in China, Indien und Südostasien.
  • Gesundheitstrend: Anhaltende Präferenz für natürliche, ballaststoffreiche Snacks stützt die Nachfrage nach Rosinen, einschließlich Bio- und sulfitarmer Qualitäten.

Angebots- und Handelstreiber

  • Türkei: Exportvolumen 2024/25 deutlich unter Vorjahr; knappe Endbestände aus 23/24 halten Preisniveau trotz normaler Ernte stabil.
  • China: Stark steigende Produktion in Xinjiang erhöht das globale Angebot, führt aber auch zu höheren chinesischen Exporten und potenziell aggressiveren Preisen für grüne/helle Qualitäten.
  • Indien: Wettbewerbsfähige FOB-Preise für goldene und braune Rosinen setzen die Benchmark für niedrigere Qualitäten und begrenzen Aufwärtspotenzial bei Standard-Sultanas.
  • EU-Handelsumfeld: Strenge Rückstands- und Lebensmittelsicherheitsvorgaben sowie anstehende Änderungen bei Zoll- und Importgebühren für Kleinsendungen erhöhen die Transaktionskosten, was insbesondere kleinteilige Lieferketten belastet.

📌 Handelsausblick & Empfehlungen

Kurzfristiger Preistrend (2–4 Wochen)

  • Türkische Sultanas: Seitwärts bis leicht fester, solange Exporttempo moderat bleibt und keine negativen Wetterüberraschungen auftreten.
  • Chinesische Sultanas (Xinjiang): Leicht fester Ton durch gute Nachfrage in der EU und Asien, aber insgesamt gut versorgt.
  • Indische Rosinen: Stabil bis leicht fester, getrieben durch gute Exportnachfrage und stabile Inlandsverwendung.

Strategische Hinweise für Marktteilnehmer

  • Industriekäufer in der EU: Kurzfristige Bedarfe (Q2/2026) können selektiv gedeckt werden; bei Standard-Sultanas aus Türkei und China bieten aktuelle Niveaus ein ausgewogenes Risiko-Rendite-Profil. Größere Vorwärtsdeckungen sollten schrittweise gestaffelt erfolgen.
  • Händler: Spreads zwischen türkischer und indischer Ware beobachten; Preisvorteile indischer Qualitäten können für Mischprogramme und Private-Label-Konzepte genutzt werden.
  • Bio-Segment: Türkische Bio-Sultanas bleiben knapp und teuer; hier empfiehlt sich frühzeitige Kontraktdeckung über die neue Ernte hinaus.
  • CN-orientierte Käufer: Für grüne/helle chinesische Rosinen bietet das Produktionswachstum in Xinjiang die Chance auf wettbewerbsfähige Preise, allerdings unter Berücksichtigung logistischer und regulatorischer Risiken.

📆 3‑Tage-Preisprognose (Region CN-bezogene Ströme, in EUR/kg)

Auf Basis aktueller Angebotsniveaus, Wetterlage in Xinjiang (CN) und unveränderter Logistikkosten wird für die kommenden drei Handelstage (18.–20.03.2026) folgende indikative Preisentwicklung erwartet:

Produkt Region / Basis Aktueller Preis (EUR/kg) Erwartete Spanne in 3 Tagen (EUR/kg) Tendenz
Raisins, Sultanas, Typ 9, RTU, STD (CN) Hamburg, FCA 2,23 2,22 – 2,25 seitwärts bis leicht fester
Raisins, Sultanas, std, Nr. 9, Grade AA (CN) Dordrecht, FCA 2,20 2,19 – 2,22 seitwärts
Raisins, golden, Grade AA (IN) New Delhi, FOB 2,33 2,32 – 2,35 leicht fester

Größere Bewegungen über diese Spannen hinaus sind kurzfristig nur bei unerwarteten witterungsbedingten Ereignissen in den Hauptanbaugebieten (v. a. Xinjiang/Türkei) oder abrupten Änderungen der Frachtkosten zu erwarten. Angesichts stabiler Wetterprognosen für Xinjiang und fehlender neuer fundamentaler Impulse erscheint ein ruhiger Marktverlauf am wahrscheinlichsten.