Reis unter Druck: Vietnams Exportboom trifft auf fallende Weltmarktpreise

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Vietnams Reisexporte sind zu Jahresbeginn 2026 kräftig gestiegen, doch die Weltmarktpreise stehen spürbar unter Druck. Höhere Liefermengen treffen auf eine vorsichtige Nachfrage, sodass der durchschnittliche Exportpreis deutlich unter Vorjahr liegt. Gleichzeitig bleiben indische Exportpreise im FOB-Hafen New Delhi seit Ende Februar weitgehend stabil, was den Preisdruck auf andere asiatische Anbieter verstärkt. Kurzfristig spricht die Kombination aus wachsender Verfügbarkeit, stabilen Ernten und höheren Frachtkosten für ein anhaltend schwaches, aber nervöses Preisumfeld.

Die Marktdynamik wird aktuell vor allem von Vietnam geprägt: Das Land hat seine Ausfuhren in den ersten beiden Monaten 2026 um rund 5 % gesteigert, während der durchschnittliche Exportpreis um gut 15 % gegenüber dem Vorjahr eingebrochen ist. Besonders stark ist die Nachfrage aus den Philippinen und China, während einige westafrikanische Käufer wie Ghana und Côte d’Ivoire deutlich weniger ordern. Parallel dazu zeigen die aktuellen Angebotsdaten aus Indien stabile FOB-Preise für Basmati- und Non-Basmati-Sorten, was die globale Konkurrenz im mittleren Qualitätssegment verschärft. Für Käufer eröffnet dies Chancen, sich zu günstigeren Konditionen einzudecken, während Exporteure ihre Margen angesichts sinkender Preise und steigender Frachtkosten genau kalkulieren müssen.

📈 Preise & Marktumfeld

Vietnams Exportpreise im Fokus

Im Januar–Februar 2026 exportierte Vietnam rund 1,3 Mio. t Reis und erzielte damit Exporterlöse von etwa 599,3 Mio. USD. Trotz eines Volumenzuwachses von 5 % ging der Exportwert im gleichen Zeitraum aufgrund sinkender Preise um 11,2 % zurück. Der durchschnittliche Exportpreis lag bei rund 464 USD/t, was einem Rückgang von 15,4 % gegenüber dem Vorjahr entspricht (Umrechnung ca. 464 EUR/t bei angenommener Parität). Vietnams 5 % gebrochener Reis wird aktuell um 365 USD/t (≈ 365 EUR/t) FOB gehandelt und zeigt sich im Wochenvergleich stabil, jedoch auf einem im historischen Vergleich deutlich niedrigeren Niveau.

Die aktuellen Angebotsdaten aus Hanoi bestätigen diesen Abwärtstrend: Langkorn weiß 5 % aus Vietnam steht per 14. März 2026 bei etwa 0,46 EUR/kg FOB, nach 0,48 EUR/kg am 7. März. Auch Premiumsorten wie Jasmine und Hom Mali verzeichnen leichte Rückgänge von rund 0,02 EUR/kg im selben Zeitraum. Dies unterstreicht, dass der Preisdruck nicht nur das Massenmarktsegment, sondern zunehmend auch höherwertige Sorten erfasst. In Summe signalisiert der vietnamesische Markt ein Überangebot in Verbindung mit vorsichtig agierenden Käufern.

Indische FOB-Preise (New Delhi) in EUR

Für Indien zeigen die aktuellen FOB-Angebote in New Delhi zwischen dem 21. Februar und dem 14. März 2026 ein weitgehend stabiles Bild. Die wichtigsten Exportqualitäten – sowohl Basmati als auch Non-Basmati – haben ihre Preise zuletzt gehalten, nachdem sie zuvor im Februar leicht nachgegeben hatten. Die folgende Tabelle stellt die jüngsten Preisniveaus und die Veränderung zur Vorwoche dar (alle Werte in EUR/kg FOB New Delhi):

Produkt (IN, FOB New Delhi) Preis 14.03.2026 (EUR/kg) Preis 07.03.2026 (EUR/kg) Wochenänderung Marktsentiment
Reis, all golden, sella 0,97 0,97 0 % Seitwärts, leicht schwach
Reis, all steam, PR11 0,47 0,47 0 % Stabil
Reis, al steam, Sharbati 0,64 0,64 0 % Stabil
Reis, all steam, 1121 steam 0,88 0,88 0 % Stabil, Nachfrage selektiv
Reis, all steam, 1509 steam 0,82 0,82 0 % Stabil
Reis, weiß, Non-Basmati (bio) 1,50 1,50 0 % Fest, Nischenmarkt
Reis, weiß, Basmati (bio) 1,80 1,80 0 % Leicht schwach, aber stabilisiert

Die Stabilität der indischen FOB-Preise kontrastiert mit dem deutlichen Rückgang der vietnamesischen Exportpreise. Dies deutet darauf hin, dass Indien – insbesondere im Basmati-Segment – weiterhin eine gewisse Preismacht besitzt, während Vietnam stärker über den Preis um Marktanteile in den Massenmärkten konkurrieren muss. Für Käufer ergibt sich damit ein Preisgefälle zwischen Premium- und Massenqualitäten, das Beschaffungsstrategien differenziert nach Herkunft und Qualität begünstigt.

Vietnamesische FOB-Preise (Hanoi) in EUR

Auch für Vietnam liegen aktuelle FOB-Angebote aus Hanoi vor, die den beschriebenen Preisrückgang quantifizieren. Zwischen dem 7. und 14. März 2026 kam es bei den meisten Sorten zu leichten Abschlägen, die sich im Rahmen von 0,01–0,02 EUR/kg bewegen. Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Notierungen zusammen:

Produkt (VN, FOB Hanoi) Preis 14.03.2026 (EUR/kg) Preis 07.03.2026 (EUR/kg) Wochenänderung Marktsentiment
Reis, lang, weiß, 5 % 0,46 0,48 -4,2 % Schwach, Angebotsdruck
Reis, Jasmine 0,48 0,50 -4,0 % Leicht schwach
Reis, Japonica 0,57 0,59 -3,4 % Schwach
Reis, Homali 0,63 0,65 -3,1 % Leicht schwach
Reis, weiß glutinous 0,58 0,60 -3,3 % Schwach
Reis, Calrose 0,63 0,65 -3,1 % Leicht schwach
Reis, rot 0,75 0,77 -2,6 % Schwach
Reis, schwarz 1,03 1,05 -1,9 % Leicht schwach
Reis, “paper dried” 1,80 1,82 -1,1 % Leicht schwach

Diese Preiskorrekturen spiegeln die im Rohtext beschriebene Erwartung weiterer Preisrückgänge wider, da das Angebot im Zuge der Winter–Frühjahrs-Ernte (winter–spring harvest) zunimmt und Käufer bewusst abwarten. Der Markt bewegt sich damit in eine Phase, in der Volumen zwar hoch, Margen aber unter Druck sind. Besonders betroffen sind standardisierte Langkornqualitäten, die im direkten Wettbewerb mit indischem Non-Basmati-Reis stehen.

🌍 Angebot & Nachfrage

Vietnams Exportströme

Vietnam hat seine Reisexporte im Zeitraum Januar–Februar 2026 auf rund 1,3 Mio. t gesteigert. In diesem Zeitraum entfielen etwa 47,6 % der Ausfuhren auf die Philippinen, 18,3 % auf China und 8,9 % auf Ghana. Während die Lieferungen auf die Philippinen um 17,6 % zulegten und die Exporte nach China besonders dynamisch wuchsen, gingen die Verkäufe nach Ghana um 31 % zurück. Noch deutlicher war der Rückgang in Côte d’Ivoire, wo die Exporte um rund 90,9 % einbrachen.

Diese Verschiebung der Absatzmärkte zeigt, dass Vietnam sich stärker auf asiatische Kernkunden stützt, während die Präsenz in Teilen Afrikas deutlich nachlässt. Gründe dürften sowohl Preiswettbewerb mit anderen Lieferländern als auch logistische und finanzielle Restriktionen in einigen afrikanischen Importländern sein. Für westafrikanische Käufer könnten indische und teilweise auch pakistanische Offerten attraktiver geworden sein, insbesondere im Segment der Non-Basmati-Langkornsorten.

Rolle Indiens im globalen Reishandel

Indien bleibt – insbesondere im Basmati-Segment – ein zentraler Taktgeber des Weltmarkts. Die aktuellen FOB-Preise in New Delhi zeigen nach den leichten Rücknahmen im Februar eine Phase der Konsolidierung. Bei Basmati-Sorten (z.B. 1121 creamy und 1509 steam) liegen die Preise zwischen 0,80 und 0,88 EUR/kg, während Standardqualitäten wie PR11 bei etwa 0,47 EUR/kg verharren. Diese Preisstruktur macht Indien weiterhin wettbewerbsfähig gegenüber Vietnam, vor allem in Märkten, in denen aromatische Reissorten und langfristige Lieferbeziehungen gefragt sind.

Auf der Nachfrageseite bleibt der Nahe Osten ein Schlüsselfaktor für indischen Basmati, während Afrika und Teile Asiens stärker auf preisgünstige Non-Basmati-Sorten setzen. Geopolitische Spannungen im Nahen Osten können temporär zu Logistikstörungen und Nachfrageverschiebungen führen, wie jüngste Hinweise auf Exportunterbrechungen und leichte Preisrückgänge bei Basmati nahelegen. Insgesamt verstärken diese Faktoren die Unsicherheit im Premiumsegment, ohne bislang zu einem strukturellen Preiseinbruch geführt zu haben.

Globale Trends laut USDA & internationalen Organisationen

USDA- und internationale Marktberichte deuten für das Vermarktungsjahr 2025/26 auf ein global eher komfortables Angebotsniveau hin, auch wenn regionale Engpässe auftreten können. In den USA wird mit leichten Produktionssteigerungen bei mittelkörnigen Reissorten gerechnet, während die Exportperspektiven aufgrund starker Konkurrenz aus Asien eher gedämpft sind. Gleichzeitig signalisieren internationale Preisindizes (z.B. OSIRIZ), dass der Höhepunkt der Preisrallye der letzten Jahre überschritten ist und die Notierungen seit Ende 2024 tendenziell nachgeben.

Für asiatische Exporteure bedeutet dies, dass Volumenwachstum nicht automatisch zu höheren Erlösen führt. Vietnams Beispiel – steigende Mengen bei sinkenden Durchschnittspreisen – ist symptomatisch für einen Markt, in dem Käufer über mehr Auswahl verfügen und Preissensibilität zunimmt. Vor diesem Hintergrund gewinnen Differenzierung über Qualität, Lieferzuverlässigkeit und Finanzierungskonditionen an Bedeutung.

📊 Fundamentaldaten & Logistik

Ernte- und Angebotslage in Vietnam

Die Winter–Frühjahrs-Ernte in Vietnam sorgt derzeit für einen saisonalen Angebotsanstieg. Laut Rohtext erwarten Marktteilnehmer, dass die steigende Verfügbarkeit zu weiterem Preisdruck führt, weshalb viele Käufer ihre Käufe verzögern. Die Exporte im Februar 2026 beliefen sich allein auf rund 640.000 t im Wert von 289,4 Mio. USD, was die hohe Exportdynamik unterstreicht. Gleichzeitig wurden über die südlichen Häfen mehr als 382.000 t Reis verschifft, vor allem in Richtung Philippinen und afrikanische Märkte.

Obwohl die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten die physischen Reislagerströme Vietnams bisher nicht direkt beeinträchtigt haben, berichten Händler von steigenden Fracht- und Versicherungskosten. Diese höheren Nebenkosten schmälern die Margen der Exporteure zusätzlich zu den bereits sinkenden FOB-Preisen. Für Käufer können sich je nach Vertragsstruktur höhere CIF-Kosten ergeben, selbst wenn die FOB-Preise fallen, was Beschaffungsentscheidungen komplexer macht.

Indiens Angebots- und Exportlage

Indien verfügt nach mehreren guten Ernten über solide Lagerbestände, wobei die Versorgungslage von der weiteren Monsunentwicklung 2026 abhängen wird. Die aktuellen stabilen FOB-Preise deuten darauf hin, dass der Markt weder ein akutes Überangebot noch einen knappen Markt einpreist. Politische Eingriffe wie Exportsteuern oder Exportverbote spielen im Reissektor immer wieder eine Rolle; gegenwärtig steht jedoch vor allem der Wettbewerb über Preise und Qualitäten im Vordergrund.

Für indische Exporteure ist die Konkurrenz aus Vietnam und Thailand in den Massenmärkten spürbar, während im Basmati-Segment vor allem Pakistan als Wettbewerber auftritt. Jüngste Maßnahmen zur Förderung pakistanischer Basmati-Exporte (z.B. Duty Drawback) erhöhen den Druck auf indische Anbieter, ihre Preis- und Servicepolitik anzupassen. Insgesamt bleibt Indien aber aufgrund seiner Produktionsbasis und Sortenvielfalt ein unverzichtbarer Lieferant für viele Importländer.

Spekulative Positionierung & Terminmärkte

Die Terminmärkte für Rough Rice an der CBOT zeigen ein moderates Handelsvolumen und leicht rückläufige offene Positionen, was auf eine gewisse Zurückhaltung spekulativer Marktteilnehmer schließen lässt. In einem Umfeld fallender Kassapreise und komfortabler globaler Bestände ist dies konsistent mit der Erwartung seitwärts bis leicht abwärts gerichteter Preisbewegungen. Für physische Marktteilnehmer bleibt die Absicherung über Futures dennoch ein wichtiges Instrument, insbesondere bei längeren Lieferverträgen.

Die Korrelation zwischen CBOT-Notierungen und asiatischen FOB-Preisen ist zwar nicht perfekt, liefert aber ein Stimmungsbarometer für den globalen Reiskomplex. Der jüngste Rückgang der vietnamesischen Exportpreise und die stabile bis schwächere Tendenz an den Terminmärkten sprechen dafür, dass kurzfristig keine starke Preiserholung zu erwarten ist. Vielmehr dürfte der Markt sensibel auf wetterbedingte Produktionsrisiken oder politische Eingriffe reagieren.

🌦 Wetterausblick (Region IN) & Ertragsrisiken

Indien: Kurzfristiger Wetterausblick

Für die kommenden Tage wird in weiten Teilen Indiens ein saisonal typisches, überwiegend trockenes und warmes Wetter erwartet, da sich das Land noch vor dem Einsetzen des Südwestmonsuns befindet. Lokale Schauer können in einigen südlichen und nordöstlichen Bundesstaaten auftreten, sind aber für die landesweite Reisproduktion zu diesem Zeitpunkt von begrenzter Bedeutung. Die Temperaturen bewegen sich vielerorts bereits auf frühsommerlichem Niveau, was die Bodenfeuchte langsam reduziert, solange keine Bewässerung erfolgt.

Mittelfristig richten sich die Blicke auf die Monsunprognosen für 2026. Frühere Einschätzungen der indischen Meteorologiebehörde und internationaler Klimamodelle deuteten für 2025 auf einen eher überdurchschnittlichen Monsun hin; für 2026 zeichnet sich nach aktuellen Diskussionen ein mögliches El-Niño-Risiko ab, dessen Einfluss auf den indischen Monsun jedoch noch unsicher ist. Sollte sich ein schwächerer Monsun abzeichnen, könnten die Ertragserwartungen für Spät-2026 und 2027 gedämpft werden, was mittel- bis langfristig preisstützend wirken würde.

Auswirkungen auf Erträge und Angebot

Für die unmittelbar bevorstehende Vermarktungsperiode ist das Wetterrisiko in Indien begrenzt, da ein Großteil der verfügbaren Exportmengen bereits aus vorherigen Ernten stammt. Kritisch wird die Wetterentwicklung vor allem für die Hauptanbausaison des Kharif-Reises, die stark vom Monsunregen abhängt. Eine normale bis überdurchschnittliche Niederschlagsverteilung würde die globale Versorgung weiter entspannen und den bestehenden Preisdruck verstärken.

In Vietnam ist die aktuelle Winter–Frühjahrs-Ernte bereits im Gange, und größere witterungsbedingte Störungen sind bislang nicht im Vordergrund. Lokale Überschwemmungen oder Trockenphasen könnten zwar regional zu Qualitäts- und Mengenverlusten führen, ändern aber derzeit nichts am übergeordneten Bild eines gut versorgten Marktes. Entsprechend bleiben Wetterrisiken zwar ein wichtiger Beobachtungspunkt, sind aber kurzfristig nicht der dominante Preistreiber.

🌐 Globale Produktion & Lagerbestände

Vergleich der Haupt-Exportländer

Thailand, Vietnam, Indien und Pakistan dominieren weiterhin den globalen Exportmarkt für Reis. Während Indien und Thailand traditionell stark im Non-Basmati-Segment sind, positionieren sich Vietnam und Pakistan zunehmend flexibel in verschiedenen Qualitätssegmenten. Die jüngsten USDA-Prognosen deuten auf stabile bis leicht steigende Exportmengen aus Vietnam und Thailand hin, während Indien seine Rolle je nach innenpolitischer Versorgungslage und Preisniveau anpasst.

Im Jahr 2025 hatten hohe Weltmarktpreise viele Produzenten zur Ausweitung der Anbauflächen motiviert. Mit der nun sichtbaren Preiskorrektur könnte dieser Expansionsimpuls etwas nachlassen, ohne jedoch kurzfristig zu einer Angebotsverknappung zu führen. Entscheidend wird sein, wie stark die Produzenten auf die niedrigeren Preise reagieren – etwa durch Sortenwechsel, Flächenreduktion oder Kosteneinsparungen.

Lagerbestände & Sicherheitsreserven

Die globalen Reisbestände befinden sich laut internationalen Schätzungen auf einem komfortablen Niveau, wobei ein erheblicher Teil in China und Indien lagert. Diese strategischen Reserven dienen dort primär der Versorgungssicherheit und gelangen nur begrenzt auf den Weltmarkt. Dennoch wirken sie indirekt preisdämpfend, da sie das Risiko akuter Versorgungsengpässe reduzieren.

Für Importeure in Asien und Afrika bleibt die Verfügbarkeit aus Vietnam und Indien kurzfristig hoch, was die Verhandlungsmacht der Käufer stärkt. Länder mit begrenzter Lagerkapazität können sich aufgrund der aktuellen Preisschwäche überlegen, ihre strategischen Vorräte moderat aufzustocken. Gleichzeitig müssen sie höhere Fracht- und Versicherungskosten einkalkulieren, insbesondere bei Routen, die von geopolitischen Spannungen betroffen sind.

📆 Marktausblick & Preisprognose

Kurzfristiger Ausblick (nächste 4–6 Wochen)

Angesichts der laufenden Winter–Frühjahrs-Ernte in Vietnam und der stabilen Angebotslage in Indien ist kurzfristig von anhaltendem Preisdruck auszugehen. Käufer agieren zurückhaltend und nutzen die komfortable Versorgungslage, um auf noch attraktivere Konditionen zu warten. Vietnams 5 % gebrochener Reis dürfte in der Nähe von 365 EUR/t verharren, mit einem leichten Abwärtsrisiko, falls zusätzliche Mengen aggressiv in den Markt gedrückt werden.

Für indische Exportpreise ist kurzfristig eher mit einer Seitwärtsbewegung zu rechnen. Die zuletzt stabilen FOB-Notierungen in New Delhi deuten darauf hin, dass Exporteure nicht bereit sind, deutlich unter das aktuelle Niveau zu gehen, solange keine signifikanten Nachfrageeinbrüche oder politische Eingriffe auftreten. Insgesamt dominiert damit ein Szenario leicht schwächerer bis seitwärts laufender Preise bei gleichzeitig hohen physischen Flüssen.

Mittelfristiger Ausblick (2. Halbjahr 2026)

Mittelfristig rückt die Monsunentwicklung in Indien und die Witterung in Südostasien in den Vordergrund. Ein normaler bis starker Monsun würde die globale Versorgung weiter entspannen und den Preisdruck verlängern. In diesem Fall könnten die Exportpreise für Standardqualitäten aus Vietnam und Indien nochmals moderat nachgeben, bevor sie sich auf einem niedrigeren Gleichgewichtsniveau stabilisieren.

Sollte sich hingegen ein schwächerer Monsun oder eine Serie regionaler Wetterextreme abzeichnen, wären Gegenbewegungen nach oben wahrscheinlich. Auch politische Maßnahmen – etwa Exportbeschränkungen oder Importzölle in wichtigen Absatzmärkten – könnten die Preiskurve rasch verändern. Marktteilnehmer sollten daher flexible Beschaffungs- und Absicherungsstrategien verfolgen, um auf unterschiedliche Szenarien reagieren zu können.

📌 Handlungsempfehlungen für Marktteilnehmer

Für Importeure

  • Nutzen Sie das aktuell schwache Preisumfeld, um schrittweise physische Mengen aufzubauen, insbesondere aus Vietnam, wo die FOB-Preise zuletzt deutlich nachgegeben haben.
  • Diversifizieren Sie Herkunftsländer zwischen Vietnam und Indien, um sowohl von günstigen Massenqualitäten als auch von stabileren Basmati-Angeboten zu profitieren.
  • Berücksichtigen Sie bei Vertragsverhandlungen die gestiegenen Fracht- und Versicherungskosten und prüfen Sie Optionen zur Aufteilung des Kostenrisikos zwischen Käufer und Verkäufer.
  • Sichern Sie einen Teil des Preisrisikos über Terminmärkte oder Preisformeln ab, insbesondere bei längerfristigen Lieferverträgen.

Für Exporteure in Vietnam und Indien

  • In Vietnam sollten Exporteure angesichts des Preisdrucks verstärkt auf Effizienz in Logistik und Finanzierung achten, um trotz niedrigerer FOB-Preise wettbewerbsfähig zu bleiben.
  • Eine stärkere Fokussierung auf Kernmärkte wie die Philippinen und China kann helfen, Volumen zu sichern, während in schwächeren Märkten (z.B. Ghana, Côte d’Ivoire) selektiv vorgegangen werden sollte.
  • Indische Exporteure im Basmati-Segment sollten Qualitätsvorteile und Markenstärke nutzen, um sich dem Preisdruck aus Pakistan zu entziehen und langfristige Verträge mit Kernkunden zu sichern.
  • Eine aktive Nutzung von Währungs- und Frachtsicherungen kann helfen, Margen in einem volatilen Umfeld zu stabilisieren.

Für Händler und Verarbeiter

  • Händler sollten die Arbitragemöglichkeiten zwischen vietnamesischen und indischen Ursprüngen genau beobachten, insbesondere im Segment der 5 % gebrochenen bzw. vergleichbaren Qualitäten.
  • Verarbeiter können die aktuelle Preisschwäche nutzen, um Lagerbestände an Standardqualitäten zu attraktiven Konditionen aufzubauen, während sie Premiumsorten eher just-in-time beschaffen.
  • Eine enge Beobachtung der Monsunprognosen für Indien und der Ernteverläufe in Südostasien ist entscheidend, um rechtzeitig auf mögliche Angebotsänderungen zu reagieren.

🔮 3-Tage-Preisprognose (Region IN, FOB New Delhi)

Auf Basis der aktuellen Marktlage, der stabilen Angebots- und Nachfragesituation in Indien sowie fehlender kurzfristiger wetter- oder politikbedingter Schocks wird für die nächsten drei Handelstage (18.–20. März 2026) von weitgehend stabilen FOB-Preisen in New Delhi ausgegangen. Leichte intratägige Schwankungen sind möglich, sollten sich aber im Bereich von maximal ±1 % bewegen.

Produkt (IN, FOB New Delhi) Aktuell 14.03.2026 (EUR/kg) Prognose 18.03.2026 (EUR/kg) Prognose 19.03.2026 (EUR/kg) Prognose 20.03.2026 (EUR/kg) Trend
Reis, all golden, sella 0,97 0,96–0,98 0,96–0,98 0,96–0,98 Seitwärts
Reis, all steam, PR11 0,47 0,46–0,48 0,46–0,48 0,46–0,48 Seitwärts
Reis, al steam, Sharbati 0,64 0,63–0,65 0,63–0,65 0,63–0,65 Seitwärts
Reis, all steam, 1121 steam 0,88 0,87–0,89 0,87–0,89 0,87–0,89 Seitwärts
Reis, all steam, 1509 steam 0,82 0,81–0,83 0,81–0,83 0,81–0,83 Seitwärts
Reis, weiß, Non-Basmati (bio) 1,50 1,49–1,51 1,49–1,51 1,49–1,51 Seitwärts
Reis, weiß, Basmati (bio) 1,80 1,78–1,82 1,78–1,82 1,78–1,82 Seitwärts bis leicht schwach

Insgesamt bleibt der indische Reismarkt kurzfristig stabil, während der globale Preistrend vor allem durch das hohe Exporttempo Vietnams und die dortige Angebotsausweitung nach unten gerichtet ist. Käufer sollten diese Konstellation nutzen, um selektiv Positionen aufzubauen, ohne jedoch das Wetter- und Politikrisiko aus den Augen zu verlieren.