CMB Emblem
Georgische Haselnusspreise geben nach, da starke regionale Versorgung Aufwärtspotenzial begrenzt

Georgische Haselnusspreise geben nach, da starke regionale Versorgung Aufwärtspotenzial begrenzt

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

Die Preise für georgische Haselnusskerne geben nach, da starkes regionales Angebot und gute Ernteaussichten das Aufwärtspotenzial begrenzen. Kurzfristiger Ausblick leicht bärisch bis seitwärts.

Die Preise für georgische Haselnusskerne tendieren leicht nach unten, belastet durch ein starkes regionales Angebot und eine verhaltene kurzfristige Nachfrage, während Witterungsrisiken vorerst begrenzt bleiben. Türkische FOB-Preise und robuste Erwartungen an die weltweite Ernte begrenzen das kurzfristige Aufwärtspotenzial und sorgen in den kommenden Tagen für eine leicht bärische bis seitwärts gerichtete Preis­tendenz. Am physischen Markt liegen die Preise für konventionelle georgische Haselnusskerne FCA Warschau im Wochenvergleich über die Hauptkaliber hinweg um rund 0,05 EUR/kg niedriger, was auf eine moderate, aber kontinuierliche Entspannung hindeutet. Gleichzeitig bewegen sich türkische FOB-Istanbul-Kerne nahe ihren jüngsten Tiefstständen – ein Spiegelbild der schwachen Exportnachfrage und der Erwartung einer größeren Ernte 2026/27. Beides zusammen begrenzt die Wiederbeschaffungskosten für europäische Käufer. Das Wetter in Westgeorgien ist saisonal warm bis heiß, bewegt sich aber weitgehend im Rahmen der Sommerprognosen, sodass kurzfristig nur begrenzte Ertragsrisiken bestehen. Insgesamt behalten Käufer in nahfristigen Verhandlungen die Oberhand, während die Erzeuger mit zunehmendem Druck vor Beginn der neuen Erntesaison konfrontiert sind.

Preise

Alle nachstehenden Preise sind ungefähre Werte und zur besseren Vergleichbarkeit in EUR/Tonne (EUR/kg in Klammern) umgerechnet.

BASIC
Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
Charts öffnen →

Georgische Kerne notieren weiterhin mit einem Aufschlag gegenüber türkischer Ware, besonders bei größeren Kalibern und EU-belieferten Positionen. Dieser Aufschlag hat sich jedoch leicht verringert, da die türkischen Preise im Zuge der Erwartung einer großen Ernte 2026/27 und schleppender Exporte nachgegeben haben.

Angebot & Nachfrage

Die globalen Angebotsindikatoren signalisieren insgesamt eine komfortable Situation. Jüngste Branchenanalysen deuten auf gute Ernteaussichten 2026 in der Türkei, dem dominierenden Exporteur, hin, begleitet von soliden Potenzialen in alternativen Herkünften wie Georgien und Aserbaidschan. Die schwache türkische Exportperformance in dieser Saison, trotz weiterhin hoher durchschnittlicher Exportpreise, unterstreicht die Nachfrageresistenz auf höheren Preisniveaus und hat dazu beigetragen, die Spotangebote nach unten zu drücken.

In Georgien waren die Exporte zu Beginn der Saison robust und wertmäßig wachsend, was die Rolle des Landes als wettbewerbsfähige sekundäre Herkunft für die EU bestätigt. Da sich die europäische Nachfrage aus der Süßwarenindustrie aber nur schrittweise erholt und einige Schokoladenhersteller mit alternativen Nüssen experimentieren, bleibt der kurzfristige Einkauf vorsichtig. Dies hält die Eindeckung überwiegend auf kurzfristiger Basis („hand‑to‑mouth“) und ermutigt Käufer, mit größeren Engagements zu warten, bis klarere Signale zur Qualität der neuen Ernte und zu den türkischen staatlichen Stützpreisen vorliegen.

Wetter & Erntebedingungen (Georgien)

Der offizielle Sommerausblick Georgiens für 2026 sieht Temperaturen von etwa 1–2°C über dem langjährigen Mittel vor, bei Niederschlägen in etwa auf oder leicht unter dem Normalniveau. Für die wichtigsten Haselnussregionen im Westen Georgiens (Samegrelo, Guria, Adscharien) bedeutet dies warme bis heiße und überwiegend trockene Bedingungen bis Ende Juli – im Allgemeinen vorteilhaft für Kernfüllung und Krankheitskontrolle, sofern die Bodenfeuchte ausreichend bleibt.

Kurzfristige Prognosen für die nächsten Tage deuten auf anhaltende Sommerhitze mit nur vereinzelten Schauern hin, ohne dass derzeit großflächige Extremereignisse für Westgeorgien erwartet werden. Innerhalb dieses Musters können lokaler Trockenstress oder isolierte heftige Gewitter nicht ausgeschlossen werden, doch es gibt keinen klaren Auslöser für eine unmittelbare, wetterbedingte bullische Neubewertung. Erzeuger sollten jedoch aufmerksam auf mögliche Hitzeperioden Ende Juli achten, die in Kombination mit unterdurchschnittlichen Niederschlägen bei anhaltender Dauer beginnen könnten, sich negativ auf Kaliber und Qualität der Kerne auszuwirken.

Fundamentaldaten & Markttreiber

  • Makro-Bilanz: Aktuelle globale Schätzungen weisen weiterhin auf ein komfortables weltweites Haselnussangebot 2025/26 hin, wobei die Türkei, Italien, Georgien und andere Länder stabile oder wachsende Ernten beitragen.
  • Türkische Preisführerschaft: Markteinschätzungen verweisen auf anhaltenden Druck auf türkische Preise infolge schwacher Exporte und der Erwartung einer umfangreichen Ernte 2026/27, während der Handel im weiteren Sommer auf den neuen Interventionspreis des Türkischen Getreideamts (TMO) wartet.
  • Nachfrageschwäche: Europäische Käufer bleiben selektiv; einige Süßwarenhersteller ersetzen Haselnüsse teilweise durch andere Nüsse. Dies dämpft die kurzfristige Nachfrage und stärkt eine defensive Haltung bei der Eindeckung.
  • Georgischer Aufschlag unter Druck: Bei wettbewerbsfähigen türkischen Angeboten und weitgehend reibungsloser Logistik müssen georgische Kerne ihren Preisaufschlag durch Qualität oder spezifische Kundenprogramme rechtfertigen; andernfalls droht die Preisspanne kurzfristig weiter zu schrumpfen.

Handelsausblick

  • Kurzfristige Tendenz (3–5 Handelstage): Leicht bärisch bis seitwärts für konventionelle georgische Kerne FCA EU, mit moderatem weiterem Abwärtspotenzial, falls türkische FOB-Angebote erneut nachgeben und das Wetter in Georgien freundlich bleibt.
  • Käufer: Für kurzfristige Bedarfe bietet sich gestaffelter Spotkauf anstelle umfangreicher Terminabdeckung an, wobei etwaige Intraday-Rücksetzer infolge türkischer Verkäufe als Kaufgelegenheiten genutzt werden können. Gleichzeitig sollte eine gewisse Flexibilität gewahrt bleiben, um die Abdeckung auszuweiten, falls sich das Wetter in Georgien oder der Türkei deutlich trockener oder heißer entwickelt.
  • Verkäufer / Erzeuger: Angesichts des aktuellen leichten Abwärtstrends sollten aggressive Preisnachlässe vermieden werden. Im Fokus stehen vielmehr Qualitätsdifferenzierung (große Kaliber, geringe Fehlerraten, Rückverfolgbarkeit) und die Bereitschaft, auf potenziell stärkere Nachfrage zu reagieren, sobald Klarheit über den türkischen TMO-Stützpreis besteht.
  • Zu beobachtende Risikofaktoren: Hitzeperioden oder Stürme Ende Juli in Westgeorgien, mögliche negative Erntekorrekturen aus der Türkei sowie Signale einer stärkeren europäischen Industrienachfrage im Vorfeld der herbstlichen Schokoladensaison.

3‑Tage‑Regionale Preisindikation (EUR)

Richtungseinschätzung für den 22.–24. Juli 2026, basierend auf den aktuellen Fundamentaldaten und regionalen Benchmarks:

BASIC
Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
Charts öffnen →

Sofern es nicht zu plötzlichen Wetter- oder Politiksprüngen kommt, dürften die Haselnusspreise in der weiteren Schwarzmeerregion in den nächsten drei Tagen in einer engen Spanne mit leicht abwärts gerichteter Tendenz handeln.

BASIC
Live-Chart
Den interaktiven Chart findest du auf CMBroker.
Charts öffnen →
PREMIUM
KI-Agent
Was treibt aktuell die Chilli-Prämie?
Knappe Guntur-Bestände, feste EU-Exportnachfrage und geringere Andhra-Anlieferungen — volle Analyse in deinem Dashboard.
Frag die CMB-KI zu Preisen, Marktreibern und Handelsströmen — trainiert auf den Daten unserer Redaktion.
KI-Agent öffnen →