Hafer behauptet sich, da CBOT‑Futures zulegen und EU‑Futterpreise sich stabilisieren
Kompaktes Hafermarkt‑Update: CBOT‑Futures legen zu, Futterhaferpreise in EU und Ukraine bleiben stabil, mit ausgewogenem Angebot und leicht unterstützendem Ausblick.
Preise
Der CBOT‑Haferkontrakt Sep 2026 wurde zuletzt am 24. August bei etwa 327,25 USc/bu gehandelt, ein Plus von 3,00 Cents oder 0,93 % zum Vortag, während Dez 2026 bei 347,75 USc/bu lag, ein Anstieg von 1,16 %. Nahe liegende Terminpositionen bis 2027–28 bündeln sich im mittleren 350er‑Bereich USc/bu und deuten auf eine moderat steigende, aber relativ flache Forwardkurve in dünnem Handel hin.
Am physischen Markt sind indikativen Futterhafer‑Offerten in Deutschland (EXW Drentwede) seit Mitte August stabil bei rund 0,195 EUR/kg (~195 EUR/t), während ukrainischer Futterhafer FCA Odessa nach einem Rückgang von 0,22 EUR/kg Ende Juli bei etwa 0,19 EUR/kg (~190 EUR/t) notiert. Diese Niveaus liegen nahe den veröffentlichten deutschen nationalen Durchschnittsnotierungen für Futterhafer von rund 233 EUR/t Anfang August, aber unter den Benchmarks für Futterweizen und Mais, was die Wettbewerbsfähigkeit von Hafer in Futterrationen erhält.
*Ungefähre Umrechnung unter Verwendung eines repräsentativen Wechselkurses und eines standardisierten Hafterbuschelgewichts; nur zur Orientierung.
Angebot & Nachfrage
Futuresdaten deuten auf begrenzte Absicherungstätigkeit der Erzeuger und Endverbraucher hin: Die Tagesumsätze in den Kontrakten Sep und Dez 2026 sind sehr gering, während sich das Open Interest auf wenige Fälligkeiten konzentriert. Dies spricht eher für einen relativ kleinen, eng ausbalancierten lieferbaren Angebots‑Pool als für einen stark trendenden Markt.
In der EU bleiben Futterhaferpreise im Vergleich zu Futtergerste und ‑weizen wettbewerbsfähig, mit nationalen Durchschnittsnotierungen, die weiterhin unter anderen Getreiden liegen, aber von den Tiefstständen des Frühsommers angezogen haben. Zusammen mit stabilen Erzeugerpreisen ab Hof in Deutschland und der Ukraine signalisiert dies ein ausreichendes Ernteangebot und eine vorsichtige Nachfrage, insbesondere aus dem Futtersektor, in dem Hafer in engem Wettbewerb mit Gerste und Mais steht.
Wetter & Pflanzenentwicklung
Auf den kanadischen Prärien, einer wichtigen Haferexportregion, sieht die Prognose für die Woche ab dem 24. August zunächst Schauer und Gewitter, gefolgt von mehreren trockeneren, wärmeren Tagen vor. Insgesamt ergibt sich damit nach einigen aktiven Wettertagen ein überwiegend günstiges Erntefenster. Es wird erwartet, dass die Ernte unter einem „aktiven, aber nicht gesättigten“ Muster voranschreitet, wodurch das Risiko weit verbreiteter Qualitätsschäden begrenzt bleibt, auch wenn es lokal zu Verzögerungen kommen kann.
Lokal begrenzte Niederschläge zu Wochenbeginn können das Dreschen in Teilen von Saskatchewan und Manitoba verlangsamen, doch nachfolgende Hochdruckgebiete und sonnigere Bedingungen im weiteren Verlauf sollten die Feldarbeit und Trocknung unterstützen. Insgesamt verschärft das aktuelle kurzfristige Wetter die Versorgungsaussichten nicht wesentlich und steht im Einklang mit der relativ ruhigen Preisreaktion des Marktes.
Fundamentaldaten & Markttreiber
- Flache Forwardkurve: Haferfutures von Ende 2026 bis 2028 werden in einer relativ engen Spanne im mittleren 350er‑Bereich USc/bu gehandelt, was auf einen Markt hindeutet, der bisher weder starke Verengung noch Überangebot einpreist.
- Stabile Kassapreise in der EU: Deutscher und ukrainischer Futterhafer um 190–195 EUR/t haben sich im August nur moderat bewegt und unterstreichen ein ausgewogenes lokales Verhältnis von Angebot und Nachfrage.
- Relativer Wert im Futtersegment: Hafer notiert weiterhin mit Abschlag zu Mais und im Großen und Ganzen im Einklang mit oder leicht unter Futtergerste, was seine anhaltende Verwendung in Futterrationen unterstützt, insbesondere dort, wo die Logistik das lokale Angebot begünstigt.
- Begrenztes spekulatives Interesse: Dünnes Futuresvolumen und begrenztes Open Interest deuten darauf hin, dass Hafer überwiegend als Absicherungsinstrument der Realwirtschaft dient und nur wenig spekulatives Kapital anzieht, was die Volatilität in der Regel gedämpft hält, sofern kein bedeutender Wetter‑ oder Politikschock eintritt.
Ausblick & Handelsempfehlungen
Angesichts der aktuellen Preisniveaus und Fundamentaldaten ist die kurzfristige Richtungstendenz leicht positiv, aber durch ein komfortables Ernteangebot begrenzt. Witterungsbedingte Beeinträchtigungen oder breitere Rallyes bei Weizen und Mais wären die wichtigsten Auslöser für weitere Aufschläge.
- Futterkäufer (EU): Eine Eindeckung des kurzfristigen Bedarfs auf dem aktuellen Niveau von 190–195 EUR/t erscheint attraktiv im historischen Vergleich zu anderen Futtergetreiden, bei gleichzeitiger Wahrung gewisser Flexibilität für Q4 für den Fall breiterer Rallyes im Getreidekomplex.
- Erzeuger (EU & Schwarzmeerraum): Schrittweise Absicherungen bei Kursstärke in Richtung 350 USc/bu an der CBOT oder oberhalb von rund 200 EUR/t im lokalen Kassamarkt erscheinen ratsam, angesichts der flachen Kurve und des Fehlens klarer Signale einer Verengung.
- Händler: Beobachten Sie die Basisbewegungen zwischen CBOT‑Futures und physischen Werten in Deutschland/Ukraine; eine stabile Basis bei fester werdenden Futures würde den Verkauf von Futures gegen physische Longpositionen begünstigen.
3‑Tages‑Preistendenz (Richtung):
CBOT‑Hafer: leicht fester bis seitwärts, abhängig von der allgemeinen Stimmung im Getreidesektor.
EU‑Futterhafer (Deutschland): weitgehend stabil um 190–200 EUR/t.
Schwarzmeer‑Futterhafer (Ukraine): stabil bis leicht weich um 190 EUR/t, beeinflusst von Exportlogistik und Währungsbewegungen.