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Haselnusspreise fallen, da die Türkei mit hoher Versorgung 2026/27 und schwachen Exporten konfrontiert ist

Haselnusspreise fallen, da die Türkei mit hoher Versorgung 2026/27 und schwachen Exporten konfrontiert ist

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

Türkische Haselnusspreise fallen aufgrund schwacher Exportnachfrage und deutlich größerer Ernteaussichten 2026/27. Markt bleibt trotz Ferrero‑Käufen und Qualitätsproblemen in Chile unter Druck.

Die türkischen Haselnusspreise geben nach, da eine schwache Exportnachfrage auf die Erwartung einer deutlich größeren Ernte 2026/27 trifft und den Markt weiter vom Hoch des vergangenen Jahres entfernt. Ohne eine Nachfrageerholung oder eine qualitätsbedingte Verengung des Angebots dürften die Preise kurzfristig unter Druck bleiben. Der internationale Haselnussmarkt ist mit einem klar bärischen Ton in den Juni gestartet. Türkische FOB‑Preise für Levant‑Ware 11/13 sind von ihren Höchstständen im Oktober 2025 stark gefallen, während die Exportausfuhren deutlich hinter den Vorjahren zurückbleiben. Gleichzeitig signalisieren die Ernteprognosen für 2026/27 ein hohes Angebotsniveau in der Türkei und eine stabile Produktion in Chile, was die Erwartungen einer ausreichenden globalen Verfügbarkeit untermauert. Das Wetter am türkischen Schwarzen Meer bleibt überwiegend günstig und stützt die hohe Ernteschätzung. Vor diesem Hintergrund sind Käufer größtenteils gedeckt und abwartend, während Verkäufer unter zunehmendem Druck stehen, niedrigere Gebote zu akzeptieren.

Preise

Laut Referenzbewertungen lagen türkische Haselnüsse 11/13 Levant Qualität, FOB Türkei, am 11. Juni bei etwa 910 USD je 100 kg und damit rund 11 % niedriger als vor vier Wochen und 17 % unter dem Vorjahresniveau. Dies markiert eine deutliche Korrektur gegenüber dem Hoch von 1.790 USD je 100 kg im Oktober 2025 und unterstreicht, wie schnell der Markt die zuvor angespannte Lage wieder abgebaut hat.

Umgerechnet in Indikationen für den Kernmarkt zeigen jüngste türkische Angebote für natürliche Kerne ab Istanbul ebenfalls einen weichen Trend. Aktuelle Spotangebote Mitte Juni implizieren etwa 7,26 EUR/kg FOB für natürliche Kerne 11–13 mm und rund 7,82 EUR/kg für 13–15 mm, während geröstetes Bruchmehl näher bei 6,15 EUR/kg gehandelt wird. Georgische Kerne bleiben in Europa mit einem Aufschlag bewertet, mit 11–13 mm bei rund 9,85 EUR/kg FCA Polen und größeren Kalibern über 10,7 EUR/kg, was Qualitäts- und Herkunftsunterschiede widerspiegelt.

BASIC
Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
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Angebot & Nachfrage

Die Exportentwicklung der Türkei unterstreicht die derzeitige Nachfrageschwäche. Vom 1. September 2025 bis zum 31. Mai 2026 exportierte die Türkei rund 150.600 Tonnen Haselnüsse, verglichen mit 260.143 Tonnen im gleichen Zeitraum 2024/25 und etwa 240.000 Tonnen 2023/24. Dieser Rückgang von rund 40 % gegenüber der letzten Saison verdeutlicht die langsamere Abnahme durch wichtige europäische Süßwarenhersteller und vorsichtigere Einkaufsstrategien entlang der Lieferkette.

Auf der Angebotsseite steht die Türkei vor einer potenziell sehr großen Ernte 2026/27. Die neuesten Branchenschätzungen sehen die Produktion bei rund 809.940 Tonnen, was einem kräftigen Anstieg von 56 % gegenüber etwa 518.000 Tonnen in 2025/26 entspricht. Mit Anfangsbeständen von rund 150.000 Tonnen könnte das gesamte türkische Angebot 2026/27 nahe an 960.000 Tonnen heranreichen. Verbesserte Ertragsleistung der Plantagen und überwiegend günstiges Wetter in der Schwarzmeerregion in dieser Saison stützen diese großzügige Prognose und verstärken den bärischen Ton.

Fundamentaldaten & externe Treiber

Das globale Angebot wird zusätzlich durch Chile gestützt, wo die Haselnussproduktion für 2026/27 auf etwa 120.000 Tonnen veranschlagt wird, kaum verändert gegenüber 120.700 Tonnen in 2025/26, bei einem Gesamtangebot von nahe 122.000 Tonnen. Allerdings haben Qualitätsbedenken in Chile Aufmerksamkeit erregt und einige Käufer dazu veranlasst, trotz des hohen Angebots in der Türkei dorthin zurückzukehren. Dies ist besonders relevant für industrielle Anwender mit hohen Spezifikationen, die eine konstante Kernqualität benötigen.

Ferrero, der weltweit größte Haselnusskäufer, ist im Mai mit Kaufideen zwischen 5,20–5,84 USD/kg, abhängig von der Nussgröße, in den türkischen Markt zurückgekehrt. Die tatsächlich gekauften Mengen sollen jedoch nur bei rund 5.000 Tonnen liegen, da ein großer Teil der verfügbaren Ware die Qualitätsanforderungen nicht erfüllte. Dieses Beispiel bestätigt, dass die Nachfrage auf dem aktuellen Preisniveau selektiv und qualitätsgetrieben ist, nicht volumengetrieben, und begrenzt damit die unmittelbare bullische Wirkung eines solchen Kaufinteresses.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Inlands­politik. Marktteilnehmer beobachten genau, ob der türkische Getreideboard TMO seinen Interventionsankaufspreis für 2026/27 anpassen wird, insbesondere nach jüngsten Erhöhungen für andere Kulturen und mit Blick auf die Wahlen 2027. Ein höherer Interventionspreis könnte den Landwirten kurzfristig Unterstützung bieten und den Markt nach unten absichern, müsste jedoch gegen den großen Angebotsüberhang und die schwächeren Exporte abgewogen werden.

Wetterausblick

Die jüngste Wetterbeobachtung für die türkische Schwarzmeerküste deutet auf saisonal milde bis leicht kühlere Temperaturen und wiederkehrende Niederschläge hin – Bedingungen, die allgemein günstig für die Entwicklung der Haselnüsse sind. Offizielle türkische meteorologische Updates und internationale Erntebulletins beschreiben ein Muster ausreichender Feuchtigkeit ohne extreme Hitzebelastung in den wichtigsten Provinzen und decken sich mit den Erwartungen einer starken Ernte 2026/27.

Kurzfristige Prognosen bis Ende Juni zeigen weiterhin einen Mix aus Sonne und Schauern entlang der Küste, ohne unmittelbare Anzeichen für witterungsbedingte Ertragsverluste. Sofern es nicht zu einem plötzlichen Umschwung hin zu schweren Stürmen oder anhaltender Hitze kommt, dürfte das Wetter die derzeit optimistische Ernteerwartung eher festigen als das Angebot verknappen.

Markt- & Handelsausblick

Angesichts der Kombination aus schwachen Exporten, hohem prognostizierten Angebot und allgemein günstigem Wetter bleibt das kurzfristige Gleichgewicht am Haselnussmarkt klar bärisch. Das Abwärtspotenzial der Preise könnte nach der starken Korrektur von den Höchstständen im Oktober 2025 zunehmend begrenzt sein, doch für eine nachhaltige Erholung wird voraussichtlich entweder eine deutlich anziehende Nachfrage oder eine spürbare qualitätsbedingte Reduzierung des nutzbaren Angebots nötig sein, insbesondere in der Türkei und in Chile.

  • Käufer (Industrie/Importeure): Kurzfristig eine abwartende, „hand‑to‑mouth“ Einkaufsstrategie beibehalten, aber bei weiteren Rücksetzern gestaffelt Deckung für Q4 2026–Q1 2027 aufbauen, insbesondere für Premiumkaliber und -herkünfte, bei denen Qualitätsengpässe die Verfügbarkeit einengen könnten.
  • Produzenten und Exporteure (Türkei): Auf anhaltenden Preisdruck bis in die neue Ernte hinein eingestellt sein; Fokus auf Qualitätsverbesserung und Sortierung, um strengere Käuferspezifikationen zu erfüllen und wo möglich Prämien zu realisieren, während TMO‑Interventionssignale eng verfolgt werden.
  • Spekulative/finanzielle Akteure: Das fundamentale Bild begünstigt derzeit eine vorsichtige oder leicht Short‑orientierte Positionierung, allerdings mit abnehmender Überzeugung, je weiter sich die Preise von den Vorjahreshochs entfernen; das Volatilitätsrisiko rund um offizielle Ernteupdates und politische Ankündigungen sollte beachtet werden.

Kurzfristige Preisindikation (3‑Tages‑Sicht)

  • FOB Türkei, natürliche Kerne 11–13 mm: Leicht weiche Tendenz in den kommenden 3 Tagen, mit möglichen Geboten knapp unter 7,25 EUR/kg, falls Verkäufer nachgeben.
  • FOB Türkei, natürliche Kerne 13–15 mm: Stabil bis leicht schwächer um 7,8 EUR/kg, da die Nachfrage verhalten bleibt und neue Abschlüsse spärlich sind.
  • FCA Polen, georgische Kerne: Weitgehend stabil auf erhöhtem Niveau (um 9,8–11,0 EUR/kg je nach Kaliber), gestützt durch Herkunftsprämien und begrenzten unmittelbaren Druck zu Preisnachlässen.
BASIC
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