Mandelpreise stabil, während sich Hitze in Spanien und Kalifornien aufbaut
Knappes Mandelmarkt-Update für den 18. Juli 2026: stabile EUR-Preise, Wetterr isiken in Spanien & Kalifornien, Nachfragetrends, Fundamentaldaten und 3‑Tage-Ausblick.
Preise
Unter Verwendung eines Richtkurses von 1 USD = 0,90 EUR ergeben sich aus den aktuellen Benchmark-Angeboten für Kerne die folgenden Preisniveaus:
Die Kursentwicklung des vergangenen Monats zeigt eine allmähliche Festigung seit Ende Juni, gefolgt von einer Seitwärtsphase im Juli, im Einklang mit externen Berichten, wonach die Mandelpreise im Juni aufgrund eines engeren Angebots stetig gestiegen sind, nun jedoch durch schwächere Exportdynamik und höhere Kosten gedeckelt werden. Bio-Ware und hochwertige spanische Marcona erzielen weiterhin einen deutlichen Aufschlag gegenüber Standard-Carmel-SSR aus Kalifornien und unterstreichen damit die Rolle Spaniens als Preisuntergrenze für höherwertige Ware in die EU.
Angebot & Nachfrage
Die USA bleiben der dominierende Anbieter am Weltmarkt, wobei die Produktion in Kalifornien für 2026 mit nur leicht unter dem Vorjahresniveau liegenden 2,70 Milliarden lbs (geschält) prognostiziert wird, was auf keine drastische Verknappung der Gesamtverfügbarkeit hindeutet. Branchenanalysen eines großen US-Kreditgebers verweisen auf eine solide globale Nachfrage und sich bis Juni verknappende Bestände, heben aber auch eine nachlassende Kaufdynamik aus Indien Ende Juni hervor, da höhere Preise, ausreichende Lagerbestände und verzögerte Monsunregen die Importeure zu einer Pause veranlassten. Dadurch hat sich der kurzfristige Nachfrage-Schwerpunkt wieder stärker nach Europa und in den Nahen Osten verlagert.
Innerhalb Europas bleiben Mandeln ein wichtiger Bestandteil des breiteren Segments Nüsse und Trockenfrüchte, wobei die EU die Preisentwicklung genau beobachtet. Stabile spanische Kernpreise, insbesondere für Marcona, deuten darauf hin, dass inländische Händler vor einer klareren Sicht auf die neue Ernte nur ungern Abschläge gewähren und damit die internationalen Notierungen stützen – trotz Gegenwinds bei den Exporten aus Kalifornien.
Wetterausblick – ES & US
Spanien (ES): Prognosen für den 17.–19. Juli deuten auf überwiegend klaren Himmel und heiße Bedingungen in wichtigen Anbaugebieten im Landesinneren wie Extremadura hin, mit Tageshöchstwerten im mittleren 30er-°C-Bereich und kaum oder gar keinem Niederschlag. Dieses Muster ist dort, wo die Bewässerung gesichert ist, im Großen und Ganzen förderlich für die Kernausbildung, doch anhaltende Hitze treibt die Bewässerungskosten in die Höhe und kann den Schädlings- und Krankheitsdruck im weiteren Saisonverlauf verstärken.
Vereinigte Staaten (US – Kalifornien): Wetterdienste erwarten für Nord- und Zentralkalifornien ein warmes, aber saisonübliches Wochenende, während Teile Südkaliforniens unter Hitzewarnungen stehen, mit Temperaturen von 10–17°F über dem Normalwert. Für den Hauptmandelgürtel im Central Valley ist in den nächsten Tagen kein akuter Wetterschock angezeigt, doch die anhaltenden Hitzephasen in diesem Sommer halten Wassermanagement und potenziellen Druck durch Navel-Orangeworm-Schädlinge auf dem Risiko-Radar.
Fundamentaldaten & Markttreiber
- Erntevolumen: Die leicht kleinere kalifornische 2026er-Ernteprognose im Vergleich zum Vorjahr deutet nur auf eine moderate Straffung der globalen Fundamentaldaten hin – für sich genommen nicht ausreichend, um einen ausgeprägten Bullenmarkt auszulösen.
- Exporte: Jüngste Branchenkommentare stellen fest, dass die Exportströme im Juni insgesamt solide waren, zum Monatsende hin jedoch nachließen, wobei insbesondere Indien seine Käufe aufgrund von Preiswiderstand und Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Monsun reduzierte.
- Kosten und Logistik: Steigende Produktions- und Logistikkosten, einschließlich energiegetriebener Inflation in Europa, schmälern die Margen und begrenzen die Bereitschaft der Erzeuger, Preisnachlässe zu gewähren, wodurch faktisch eine weiche Untergrenze für die Kernpreise eingezogen wird.
- Europäische Nachfrage: Europa bleibt ein stabiler Nachfrageanker für US- und spanische Mandeln, auch wenn die Verbraucher mit höheren Lebensmitt el- und Energiekosten konfrontiert sind.
Handelsausblick & 3‑Tage-Sicht
Handelsempfehlungen (kurzfristig)
- Käufer (EU-Röster, Industrie): Nutzen Sie die aktuelle Seitwärtsbewegung der Preise, um den kurzfristigen Bedarf zu decken, insbesondere bei Premium-Marcona- und Bio-Qualitäten, bei denen spanische Angebote auf eine solide Untergrenze hindeuten.
- Importeure in preissensiblen Märkten (z. B. Indien, MENA): Erwägen Sie eine gestaffelte Einkaufsstrategie; sofern kein Wetter- oder Ernteschock eintritt, sprechen die aktuellen Fundamentaldaten kurzfristig eher für stabile als für deutlich höhere Preise.
- Erzeuger/Händler (ES & US): Halten Sie Preisdisziplin, seien Sie aber bei größeren Partien zu selektiven, moderaten Abschlägen bereit, falls die Exportnachfrage bis August nicht wieder anzieht.
3‑Tage-Richtungstendenz der Preise (EUR, qualitativ)
- Spanien – FOB-Madrid-Kerne (Guara, Valencia, Marcona): In den nächsten 3 Tagen stabil bis leicht fester, gestützt durch heißes, trockenes Wetter und eine feste Inlandsnachfrage.
- USA – FAS/FOB-Kalifornien-Kerne (Carmel, Nonpareil, Bestimmungsort EU): Weitgehend stabil; leicht fester Ton, falls das Kaufinteresse in Europa zunimmt, jedoch begrenzt durch die schwächere Nachfrage aus Indien.
- Bio-Segmente (ES & US): Stabil mit fester Tendenz, was die knappe Verfügbarkeit und eine widerstandsfähige Nischennachfrage widerspiegelt.