Roggenpreise in Deutschland behauptet, während ukrainische FOB-Preise leicht steigen
Kompaktes Roggenmarkt-Update: Die deutschen EXW-Preise für Futterroggen steigen leicht, während ukrainischer Roggen FOB Odesa angesichts stabiler EU-Versorgung und anhaltender Risiken im Schwarzen Meer zulegt.
Preise
Preisindikationen der wichtigsten Roggenherkünfte in dieser Woche:
| Herkunft | Ort | Qualität / Hinweise | Lieferung | Aktueller Preis (EUR/kg) | Richtung gegenüber der vorherigen Notierung |
|---|---|---|---|---|---|
| Deutschland | Drentwede | Futterroggen, Feuchtigkeit max. 14 % | EXW | 0.208 | Gestiegen von 0.205 am 16. September 2026 |
| Ukraine | Odesa | Roggen | FOB | 0.119 | Gestiegen von 0.118 am 10. September 2026 |
Regionale deutsche Marktberichte beschreiben die Getreidepreise Mitte September als weitgehend stabil, mit lediglich marginalen Veränderungen gegenüber der Vorwoche. EU-Marktdaten für Futterroggen im Raum München deuten ebenfalls auf ein niedrigeres Niveau als vor einem Jahr hin, jedoch mit nur moderaten Bewegungen im Wochenvergleich.
Angebot & Nachfrage
Die EU-Roggenbilanzen für 2025/26 sind insgesamt komfortabel, ohne deutliche Anzeichen einer Verknappung auf Ebene des gesamten Blocks. Deutsche Regionalkammern heben die zufriedenstellende Getreideverfügbarkeit nach der Ernte hervor; größere Qualitätsprobleme wurden bei Roggen in diesem Monat bislang nicht gemeldet. Dies begrenzt das Aufwärtspotenzial der Inlandspreise trotz der jüngsten Festigkeit bei anderen Futtergetreiden.
Die Ukraine bleibt aufgrund ihrer niedrigeren Kostenbasis eine preisbestimmende Herkunft im internationalen Roggenhandel. Die Exporte hängen jedoch weiterhin von der Zuverlässigkeit der Schifffahrtsrouten im Schwarzen Meer und der Alternativen über die Donau ab. Obwohl sich die Sicherheitsrisiken rund um Odesa gegenüber den Vorjahren verringert haben, bleiben Fracht- und Versicherungskosten erhöht. Dadurch werden die FOB-Abschläge für Käufer teilweise durch höhere Logistikkosten ausgeglichen.
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Wetter & Erntebedingungen (DE, UA)
Im Norden Deutschlands, einschließlich Niedersachsen und angrenzender Roggenanbaugebiete, ist das aktuelle Wetter Mitte September durch relativ milde Temperaturen und vereinzelte Schauer nach dem jüngsten Abschluss der Ernte gekennzeichnet. Regionale Marktkommentare weisen darauf hin, dass die Böden wieder etwas Feuchtigkeit aufgenommen haben, was den Beginn der Wintergetreideaussaat unterstützt, ohne größere Verzögerungen bei den Feldarbeiten zu verursachen. Diese Wetterlage ist kurzfristig weitgehend neutral für die Preise.
Im Süden der Ukraine und in der Region Odesa zeigen 3-Tage-Prognosen Spätsommertemperaturen mit überwiegend trockenen bis teilweise bewölkten Bedingungen und nur leichten, örtlich begrenzten Schauern. Dies unterstützt die Feldarbeiten für Wintergetreide, verändert jedoch wenig an der Logistiksituation: Die Exportströme werden weiterhin stärker durch geopolitische und infrastrukturelle Faktoren als durch das Wetter begrenzt.
Markttreiber
- Relativer Wert gegenüber anderen Futtergetreiden: Deutscher Roggen wird mit einem Abschlag gegenüber Weizen gehandelt, liegt in vielen Regionen jedoch in einer ähnlichen Preisspanne wie Gerste. Dies fördert teilweise die Substitution in Rationen, begrenzt aber eine starke eigenständige Rally.
- EU-Referenzpreise: Die Münchner Futterroggen-Benchmarks für September liegen unter dem Vorjahresniveau, sind gegenüber dem Vormonat jedoch nur moderat gesunken. Dies deutet auf ein insgesamt schwaches, aber sich stabilisierendes EU-Umfeld hin.
- Logistik im Schwarzen Meer: Verbesserte, aber weiterhin fragile Getreidekorridore aus der Ukraine halten Roggen FOB Odesa wettbewerbsfähig und sorgen zugleich für eine anhaltende Risikoprämie bei Fracht und Abwicklung.
Handelseinschätzung (Nächste 1–2 Wochen)
- Käufer (Mischfutterhersteller, Viehhalter): Es empfiehlt sich, den kurzfristigen Bedarf in Deutschland bei Preisrückgängen zu decken, da die aktuellen EXW-Niveaus im Verhältnis zu Weizen und Gerste historisch niedrig bleiben und das Abwärtspotenzial begrenzt ist, sofern die EU-Getreideversorgung insgesamt ausgeglichen bleibt.
- Produzenten in Deutschland: Da sich die Preise gegenüber den Tiefstständen von Anfang September leicht erholt haben, erscheint ein schrittweiser Verkauf bei festeren Preisen sinnvoll, insbesondere dort, wo die Lagerkapazitäten auf den Höfen knapp sind und Liquiditätsbedarf besteht.
- Importeure mit Blick auf ukrainische Herkunft: Ukrainischer Roggen FOB bleibt preislich attraktiv, doch logistische und politische Risiken sollten bei Deckungsentscheidungen berücksichtigt werden. Wo möglich, sollten die Herkünfte diversifiziert werden, um potenzielle Störungen im Schwarzen Meer abzufedern.
3-Tage-Preisindikation für die Regionen
- Deutschland (EXW-Futterroggen, Drentwede): Tendenz: seitwärts bis leicht fester, bei stabiler Inlandsnachfrage und ohne erwartete größere Angebotsstörungen.
- Ukraine (FOB-Roggen, Odesa): Tendenz: stabil bis leicht fester, da Exporteure angesichts des anhaltenden Risikos im Schwarzen Meer und des festen Interesses preissensibler Käufer kleinere Preiserhöhungen testen.