Rosinenpreise bleiben stabil, da türkische Sultanas sich verknappen und indisches Angebot sich normalisiert
Kurzes Rosinen-Update August 2026: stabile bis feste Preisniveaus aus Indien, Türkei, China, Chile und Afghanistan bei knapper globaler Versorgung und stabilem Wetter.
Preise
Indikative Spot- und Kurzfristpreise (umgerechnet in EUR bei ~1 EUR = 1,10 USD):
Insgesamt haben sich die meistgehandelten Qualitäten in der vergangenen Woche um weniger als 1 % bewegt, was einen stabilen, aber festen Markt unterstreicht, da das globale Angebot im Vergleich zu den Saisons vor 2025 weiterhin knapp ist. Frühere Branchenausblicke hatten bereits auf eine begrenzte Verfügbarkeit von Rosinen und Sultanas bis 2026 hingewiesen – nach Frostschäden in der Türkei und reduzierter Anbaufläche in Chile – was das aktuell erhöhte Preisniveau stützt.
Angebots- & Nachfragefaktoren
Indien (IN)
Indien tritt in die spätere Phase der Monsunzeit ein, wobei die jüngsten Niederschläge in den wichtigsten Agrarregionen weitgehend den saisonalen Normen entsprechen. Kommentare zum Monsun deuten auf gewisse Sorge hinsichtlich potenzieller Niederschlagsdefizite im August–September im Zusammenhang mit El Niño hin, doch liegen bislang keine konkreten Berichte über Schäden in den Rosinen‑Weinbaugebieten vor.
Branchendaten zeigen, dass Indiens Rosinenproduktion 2025/26 im Vergleich zu 2024/25 niedriger prognostiziert wird, aber weiterhin erheblich bleibt, sodass das Land ein wichtiger Lieferant für preissensible Märkte bleibt. Die Inlandsnachfrage aus Backwaren und Süßwaren ist nach wie vor robust, und das Exportinteresse in den Nahen Osten und nach Südasien ist stabil, was die aktuellen FOB‑Niveaus unterstützt.
Türkei (TR)
Die Türkei bleibt der Referenzursprung für Sultanas. Branchenupdates der letzten Monate betonten, dass die türkische Ernte 2025 starke Frostschäden erlitten hat, wodurch der Übertrag in das Jahr 2026 deutlich reduziert und das exportierbare Angebot verknappt wurde. Zwar wurden in den vergangenen drei Tagen keine neuen Wetterereignisse gemeldet, doch die früheren Schäden machen Exporteure beim Angebot größerer Vorwärtsmengen vorsichtig und halten die Preise fest.
Die Exportnachfrage aus Europa ist saisonal moderat, aber kontinuierlich, insbesondere für höherwertige und Bio‑Qualitäten, die einen klaren Preisaufschlag zeigen. China hat in einigen europäischen Einzelhandelssegmenten aufgrund des Preises Marktanteile gewonnen, aber viele Käufer bevorzugen weiterhin türkische Ware wegen der Qualität und der vertrauten Lieferkette, was das Abwärtspotenzial bei türkischen Notierungen begrenzt.
China (CN)
Chinas Region Xinjiang bleibt ein wesentlicher Treiber des zusätzlichen Weltangebots, wobei Branchenprognosen auf eine starke Ernte 2025/26 und steigende Exporte hindeuten. In den letzten Tagen wurden keine akuten Wetterprobleme gemeldet, und Exporteure konkurrieren mit aggressiver Preisgestaltung aktiv in Europa, insbesondere bei Standardsultanas.
Einige europäische Käufer bleiben jedoch selektiv, bedingt durch Bedenken hinsichtlich Arbeits- und Nachhaltigkeitspraktiken, was den Marktanteil begrenzt, den China trotz Preisvorteil von der Türkei übernehmen kann. Dadurch fungiert chinesische Ware eher als Deckel für weiteres Aufwärtspotenzial, statt als Auslöser für breit angelegte Preisrückgänge.
Chile (CL)
Chiles Rosinensektor ist strukturell kleiner als noch vor einem Jahrzehnt, da die Anbaufläche für Tafeltrauben reduziert wurde, was zu einem allmählichen Rückgang der Rosinenproduktion führt. USDA‑Projektionen für 2025/26 sehen die Produktion bei rund 62.000–63.000 Tonnen, leicht unter den Vorjahren.
Diese Woche werden keine nennenswerten neuen Wetterereignisse gemeldet. Mit dem Abklingen der El‑Niño‑Auswirkungen und einer im Vergleich zu früheren Dürrejahren verbesserten Wasserversorgung sind die bestehenden Reben in stabilem Zustand, doch der strukturelle Rückgang der Fläche begrenzt jede nennenswerte Ausweitung des Exportangebots. Chile stützt daher den festen globalen Boden, ohne die Spotpreise aus eigener Kraft deutlich zu bewegen.
Afghanistan (AF)
Afghanistan ist ein kleinerer, aber wichtiger Ursprung für Futterqualität und mittlere Rosinenqualitäten. Branchenstatistiken deuten darauf hin, dass die afghanische Rosinenproduktion 2025/26 etwa 20.000 Tonnen erreichen könnte, nach rund 12.000 Tonnen im Jahr 2024/25, was auf eine Erholung nach früheren Störungen hindeutet.
Es gibt keine größeren neuen witterungsbedingten Schlagzeilen, doch anhaltende logistische und finanzielle Einschränkungen begrenzen weiterhin, wie viel dieser Ernte verlässlich exportiert werden kann. In Europa wird afghanische Ware daher überwiegend als Nischen- und Futterstrom gehandelt und hat nur begrenzten Einfluss auf Premiumqualitäten für den menschlichen Verzehr.
Fundamentaldaten & Wetterüberblick
- Globales Gleichgewicht: Daten der internationalen Trockenfruchtbranche für 2025/26 zeigen, dass die weltweite Rosinenproduktion im Vergleich zu 2024/25 um fast 14 % zurückgeht, hauptsächlich bedingt durch starke Kürzungen in der Türkei, in Indien und im Iran. Dies stützt das aktuelle feste Preisumfeld.
- Bestände: Die Endbestände werden voraussichtlich von etwa 154.000 Tonnen in 2024/25 auf 137.000 Tonnen in 2025/26 sinken, was das Verhältnis von Beständen zu Verbrauch knapp hält und das Abwärtspotenzial begrenzt.
- Wetter – nächste 3 Tage: Kurzfristprognosen zeigen saisonal heiße, überwiegend trockene Bedingungen in Westtürkei, Xinjiang (China), den zentralen Tälern Chiles und den afghanischen Rosinenregionen, mit nur vereinzelten Monsunschauern in indischen Weinbergen. Es werden keine schweren Hitzewellen oder Stürme angezeigt, die in der sehr kurzen Frist eine besondere Bedrohung für Rosinenreben darstellen.
Handelsausblick (nächste 1–2 Wochen)
- Käufer (Lebensmittelindustrie, Packer): Erwägen Sie, den Bedarf für Q4 2026 und Anfang 2027 bei Preisdellen abzusichern, insbesondere für türkische und indische Qualitäten, da die globalen Bestände niedrig sind und das Aufwärtsrisiko das Abwärtspotenzial überwiegt. Staffelkäufe können helfen, FX‑ und Frachtvolatilität zu steuern.
- Importeure / Händler (EU, MENA): Halten Sie ein diversifiziertes Ursprungsportfolio – nutzen Sie chinesische und afghanische Ware zur Optimierung der Mischkosten, sichern Sie sich jedoch türkische und indische Lieferungen für qualitätssensible Kernverträge. Vermeiden Sie aggressive Short‑Positionen angesichts der knappen Fundamentaldaten.
- Erzeuger (IN, TR, CN, CL, AF): Ohne unmittelbaren Wetterschock ist ein schrittweiser, disziplinierter Verkauf ratsam. Zu große Zurückhaltung in Erwartung einer scharfen Rallye ist riskant angesichts der wettbewerbsfähigen Angebote aus China, zugleich besteht aber auch wenig Anlass für aggressive Preisnachlässe.
3‑Tage‑Regionale Preisrichtung
- Indien (IN): FOB‑Preise in New Delhi für Malayar‑Futterware und AA‑Qualitäten dürften in EUR betrachtet stabil bis leicht fester bleiben, da das Monsunrisiko beobachtet wird, die aktuelle Nachfrage jedoch anhält.
- Türkei (TR): Sultana‑Preise werden voraussichtlich fest/seitenwärts tendieren, gestützt durch knappe Bestände und zurückhaltende Verkäufe der Exporteure, mit nur geringen, FX‑getriebenen Schwankungen in EUR.
- China (CN): Sultanas ab EU‑Lager werden voraussichtlich stabil gehandelt, da das starke globale Angebot aus China die Knappheit in anderen Regionen ausgleicht.
- Chile (CL): Flame‑Jumbo‑Rosinen nach Europa dürften in der Spanne verharren, da es keine unmittelbaren Wetter‑ oder Erntemeldungen gibt, die Exportangebote verändern könnten.
- Afghanistan (AF): Futterqualitäts‑Rosinen in Europa werden voraussichtlich stabil bleiben, wobei Logistik statt Fundamentaldaten kleinere, lokale Bewegungen treibt.