Türkische Haselnüsse bleiben stabil, während der Markt auf Signale zur neuen Ernte wartet
Türkische Haselnusspreise bleiben aufgrund knapper Altbestände und Erwartungen eines höheren TMO-Interventionspreises fest. Kurzfristiger Ausblick leicht bullisch für Kerne.
Preise
FOB-Preise für türkische Haselnusskerne in EUR (indikativ, basierend auf den letzten Angeboten):
Inländische Schalenware-Preise am freien Markt in den Kernanbauprovinzen (z. B. Ordu, Giresun, Sakarya) wurden gegen Ende Juli fester gemeldet, wobei Erzeuger und Händler die Regierung und die TMO aufmerksam im Hinblick auf Vorgaben zum Mindestpreis 2026/27 beobachten.
Angebot & Nachfrage
Die Türkei bleibt mit Abstand der größte globale Haselnusslieferant, stellt den Großteil der Weltproduktion und kommt aus einer Saison mit witterungsbedingten Ausfällen, die zu einer knapperen Exportverfügbarkeit und höheren internationalen Preisen beigetragen haben. Jüngste internationale Schätzungen hatten bereits auf einen deutlichen Rückgang der türkischen Ernte 2025/26 im Jahresvergleich hingewiesen, was die globalen Endbestände trotz einiger Zuwächse in anderen Ursprüngen wie Chile und den Vereinigten Staaten verknappt.
Auf der Nachfrageseite bleiben Schokoladen- und Süßwarenhersteller in der EU und im Vereinigten Königreich die Hauptabnehmer türkischer Kerne, treten jedoch nach früheren Preisspitzen und makroökonomischen Gegenwinden zunehmend kostenbewusst auf. Verarbeiter decken Berichten zufolge weiterhin vorrangig ihre Kernsortimente ab, zögern jedoch bei optionalen Mengen, was zu einer relativ dünnen kurzfristigen Liquidität, aber einer grundlegenden Unterstützung für Spitzenqualitäten führt.
Wetter & Ausblick neue Ernte (TR)
Im zentralen und östlichen Schwarzmeer-Kerngebiet (z. B. Giresun) sagt die Kurzfristprognose für den 1.–3. August feuchte, meist bewölkte Bedingungen mit vereinzelten Schauern und Höchsttemperaturen um 27–29 °C voraus. Dieses Muster ist für die Vorerntezeit saisonüblich und sollte die Ausbildung der Kerne unterstützen, ohne neue nennenswerte Wetterbelastungen mit sich zu bringen.
Früher in der Saison kam es in den türkischen Haselnussregionen zu Phasen mit widrigen Witterungsbedingungen und Frost, was laut Händlern die Produktion 2025/26 verringerte und dazu beitrug, die Weltmarktpreise nach oben zu treiben. Für die kommende Ernte 2026/27 deuten die aktuellen Kurzfristprognosen zwar nicht auf akute Wetterrisiken hin, doch Marktteilnehmer reagieren weiterhin sensibel auf mögliche August-Stürme oder übermäßige Niederschläge, die die Ernteabwicklung und Qualität in küstennahen Plantagen erschweren könnten.
Fundamentaldaten & Politik im Fokus
Die internationalen Branchenbilanzen zeigen weiterhin eine relativ angespannte globale Haselnusssituation: Die türkischen Anfangsbestände zu Beginn von 2025/26 waren moderat, und die kleinere Ernte ließ weltweit nur begrenzten Spielraum für einen Wiederaufbau der Lagerbestände. Gleichzeitig deuten Handelsanalysen darauf hin, dass sich der breitere türkische Exportsektor als widerstandsfähig erweist, was anhaltende Kernel-Exportströme unterstützt – jedoch mit einem Schwerpunkt auf wertschöpfender Verarbeitung.
Im Inland warten Erzeuger und Händler darauf, dass Ankara und das Türkische Getreideamt (TMO) den neuen Interventionspreis für die Saison 2026/27 bekanntgeben. Lokale Medienberichte Ende Juli deuten darauf hin, dass die Erwartung eines höheren Mindestpreises die Erzeugerangebote am freien Markt bereits untermauert. Sobald das TMO-Niveau offiziell ist, wird es voraussichtlich einen faktischen Mindestwert für die Exportparität von Standardqualitäten setzen, wobei Bio- und Premium-Kaliber mit einer sich ausweitenden Preisdifferenz gehandelt werden.
Handelsausblick (nächste 1–3 Tage)
- Kurzfristige Tendenz: Leicht fester für türkische Kerne, insbesondere Bio- und größere Kaliber, da das Altangebot knapp ist und Erzeuger auf höhere Preise für die neue Ernte spekulieren.
- Für Käufer: Erwägen Sie, den kurzfristigen Kernbedarf (Q3–frühes Q4) bei Preisrücksetzern zu decken, insbesondere für Standardkaliber 11–13 mm und 13–15 mm, während Sie sich etwas Flexibilität für spätere Käufe vorbehalten, bis mehr Klarheit über den TMO-Preis besteht.
- Für Verkäufer: Halten Sie eine disziplinierte Angebotsstrategie bei Premium- und Bio-Kernen aufrecht; begrenzte Altbestände und unterstützende inländische Erwartungen sprechen gegen aggressive Preisnachlässe vor der TMO-Ankündigung.
- Risikofaktoren: Jede Bestätigung einer kleiner als erwarteten türkischen Ernte, weitere Wetterprobleme während der Ernte oder ein höher als erwarteter TMO-Mindestpreis könnte eine weitere Aufwärtsbewegung der internationalen Preise auslösen.
3-tägige indikative Preisrichtung (EUR, FOB/TR)
- Bio-Kerne (11–13 mm, 13–15 mm): Stabil bis leicht festerer Bias (rund +0.05–0.10 EUR/kg Potenzial).
- Konventionelle Naturkerne (11–13 mm, 13–15 mm): Weitgehend stabil mit Aufwärtstendenz; Abwärtsrisiken werden durch die inländischen Preiserwartungen der Erzeuger begrenzt.
- Verarbeitete Formen (geröstet, Stücke/Mehl): Stabil; Margen werden kurzfristig stärker von Energie- und Arbeitskosten beeinflusst als von Bewegungen der Rohkernpreise.