Türkische Haselnusskerne stabil vor neuer Ernte, mildes Wetter stützt Markt
Die Preise für türkische Haselnusskerne bleiben vor der Ernte 2026 weitgehend stabil; ruhiges Wetter am Schwarzen Meer und eine größere Ernteperspektive begrenzen weiteres Aufwärtspotenzial.
Preise
FOB-Istanbul-Preise für konventionelle türkische Haselnusskerne verlaufen überwiegend seitwärts: Natur 13–15 mm bei etwa 8,18 EUR/kg und 11–13 mm nahe 7,62 EUR/kg, geröstete gewürfelte Kerne 2–4 mm um 7,10 EUR/kg und geröstetes Mehl stabil bei rund 6,00 EUR/kg. Verarbeitete Formen weisen damit nur einen moderaten Aufschlag gegenüber Naturkernen auf, was auf eine komfortable kurzfristige Verfügbarkeit hinweist. Bio-Kerne aus İzmir werden weiterhin mit einem deutlichen Aufpreis gehandelt, mit blanchiert-gerösteter Ware nahe 22,7 EUR/kg und größensortierten Bio-Kernen zwischen etwa 18,3–19,4 EUR/kg FOB.
Angebot & Nachfrage
In den wichtigsten Schwarzmeerprovinzen der Türkei verweisen offizielle und lokale Quellen auf einen starken Fruchtansatz, heben jedoch anhaltende Bedenken hinsichtlich Qualitätsrisiken durch innere Fäule, Schimmel und Schäden durch die Marmorierte Baumwanze hervor, die das effektiv vermarktbare Volumen trotz einer größeren Ernte insgesamt dämpfen könnten. Nichtsdestotrotz betonen die regionalen Behörden weiterhin die strategische Bedeutung der Haselnuss rund um Ordu und Giresun, wobei EU-gestützte Projekte darauf abzielen, die Produktivität und Qualität der Plantagen zu steigern.
Auf der Nachfrageseite signalisieren freie In‑Shell‑Marktpreise in der Türkei um TRY 170/kg (Basis 50 % Ausbeute) für Levant-Qualität in Ordu weder Knappheit noch Überangebot, da Käufer abwarten, bis das staatliche Getreideamt (TMO) die Interventionspreise 2026/27 bekanntgibt, nachdem es den Markt in der vergangenen Saison mit 195–200 TRY/kg je nach Qualität gestützt hatte. Auf dem internationalen Markt gehen georgische Exporteure davon aus, dass das höhere türkische Angebot in dieser Saison die angespannte Lage und die ungewöhnlich hohen Preise von 2025 entschärfen wird, was auf stärkeren Preiswettbewerb in den Kernmärkten Europas hindeutet.
Wetter & Ernteausblick (TR)
Laut dem türkischen staatlichen Wetterdienst bringt der Zeitraum vom 29. Juli bis 4. August teils bis örtlich stärker bewölkten Himmel über Nordtürkei, mit vereinzelten Schauern und Gewittern vor allem im Landesinneren der Schwarzmeerregion, einschließlich des Hinterlands von Ordu und Giresun. Die Temperaturen werden nahe oder leicht über den jahreszeitlichen Mittelwerten erwartet, was Ende Juli im Allgemeinen günstig für die Kernfüllung ist.
Im offiziellen 7‑Tage-Ausblick sind weder weit verbreitete extreme Hitze noch anhaltend starke Regenfälle angezeigt, was das unmittelbare Risiko witterungsbedingter Ertragseinbußen oder Ernteverzögerungen reduziert. Dennoch können vereinzelte konvektive Schauer lokal den Krankheitsdruck erhöhen, wo das Plantagenmanagement und die Trocknungskapazitäten begrenzt sind, was den aktuellen Marktfokus stärker auf Qualität als auf reines Volumen verstärkt.
Fundamentaldaten & Preistreiber
- Ertragserwartungen: Feldberichte aus Giresun deuten auf schwere Fruchttrauben an den Ästen hin, was auf potenziell hohe Bruttoerträge schließen lässt, jedoch mit Unsicherheit über das endgültig vermarktbare Volumen aufgrund von Qualitätsproblemen.
- Politischer Rahmen: Die Rolle des TMO bei der Festsetzung von Referenzpreisen zur Schälsaison bleibt ein zentraler Anker für das Verkaufsverhalten der Landwirte und frühe Kernel-Angebote; der Handel wartet auf etwaige Anpassungen gegenüber den letztjährigen Interventionsniveaus von 195–200 TRY/kg.
- Globaler Wettbewerb: Aussagen großer georgischer Exporteure unterstreichen, dass die erwartete größere Ernte in der Türkei die internationalen Kernelpreise in dieser Saison im Vergleich zu 2025 voraussichtlich begrenzen wird, insbesondere für Standardqualitäten.
- Prämien für Qualität und Bio: Da Schimmel und Insektenschäden in Teilen des Schwarzmeergürtels weiterhin ein Thema sind, sind Käufer bereit, deutliche Aufschläge für verlässliche Herkunft, Rückverfolgbarkeit und zertifizierte Bio-Ware zu zahlen, was die große Spanne zwischen konventionellen und Bio-Kernelpreisen stützt.
Handelsausblick (nächste 1–2 Wochen)
- Käufer: Eine schrittweise Absicherung des Bedarfs für Q4 2026 auf dem aktuellen Kernelpreisniveau erwägen, mit Fokus auf höherwertige und Bio-Partien, bei denen das Qualitätsrisiko niedriger ist und Prämien gerechtfertigt erscheinen. Eine Überverpflichtung bei Standardgraden vermeiden, bis klarere Signale von den TMO-Preisen und den ersten Neueinlieferungen vorliegen.
- Verkäufer / Verarbeiter: Bei stabilen FOB-Notierungen und gutartigem Wetter erscheint es sinnvoll, Angebote in der aktuellen Spanne zu halten, aber auf moderaten Abwärtsdruck vorbereitet zu sein, falls frühe Ernteergebnisse sowohl gute Mengen als auch akzeptable Qualitäten bestätigen.
- Zu beobachtende Risikofaktoren: Eine Umstellung auf anhaltend nasses Wetter während der Ernte im August oder ein offensiverer TMO-Interventionspreis könnte das Verkaufsverhalten der Landwirte und die Preisrichtung bei Kernen rasch verändern.
3‑Tage-Richtungstendenz der Preise (TR, Kerne FOB)
- Istanbul – Naturkerne (11–13 mm, 13–15 mm): Seitwärts bis leicht weicher in EUR gerechnet in den nächsten drei Tagen, vorausgesetzt ein stabiler TRY und keine überraschenden politischen Schlagzeilen.
- Istanbul – geröstete Kerne (Würfel, Mehl): Seitwärts; reichliches kurzfristiges Angebot und begrenzte frische Nachfrageimpulse.
- İzmir – Bio-Kerne: Seitwärts; starke Nischennachfrage und begrenztes zertifiziertes Angebot sollten die in EUR notierten Preise gut stützen.