Türkische Sultana-Rosinen geben leicht nach, während die Trocknung der neuen Ernte wetterbedingt unter Druck steht
Die Preise für türkische Sultana-Rosinen sind leicht schwächer, während die neue Ernte in Malatya unter instabiler Witterung trocknet. Das globale Angebot verknappt sich, doch chinesische Angebote begrenzen das Aufwärtspotenzial.
Preise
Alle Preise, soweit relevant, grob in EUR umgerechnet mit 1 EUR = 1,10 USD; Werte sind indikativ.
Türkische CIF-Niveaus für Typ 9 RTU in den Importmärkten sind gegenüber der Vorwoche weitgehend unverändert, während die inländischen FOB-Angebote in Malatya für konventionelle Typen 8–9 um rund 2–3 % nachgegeben haben, da Verkäufer die Nachfrage testen. Bio-Aufschläge bleiben deutlich, aber stabil.
Angebot & Nachfrage
Auf der Angebotsseite startet Türkiye in die neue Trocknungssaison für kernlose Trauben mit wieder normaleren Weinbergsbedingungen nach den frostbedingten Ausfällen des Vorjahres, insbesondere in Malatya und anderen östlichen Obstanbauregionen. Offizielle Stellen hoben jüngst hervor, dass sich die Obsternten 2026 nach früheren Wetter-Schäden erholen und so eine größere Gesamtproduktionsbasis unterstützen. Dennoch deuten neue Branchenprognosen darauf hin, dass die türkische Produktion von Rosinen und Sultanas 2025/26 weiterhin deutlich unter dem Niveau von 2024/25 liegen könnte, was den exportierbaren Überschuss im Vergleich zu früheren Jahren verknappt.
Global wird erwartet, dass das weltweite Angebot an Rosinen und Sultanas im Jahresvergleich zurückgeht – mit deutlichen Kürzungen nicht nur in Türkiye, sondern auch in Indien und Iran, teilweise kompensiert durch größere Ernten in China und Südafrika. Dies stützt die mittelfristige Perspektive für türkische Preise trotz der aktuell lokalen Schwäche, insbesondere in den EU-Märkten, wo türkische Sultanas eine Schlüsselzutat in Backwaren und Müslimischungen sind. Chinesische Ware konkurriert weiterhin aggressiv über den Preis, vor allem in Standard-RTU-Qualitäten, die nach Nordeuropa geliefert werden.
Wetter- & Erntebedingungen (TR)
In der Region Malatya kam es in den letzten Tagen zu heftigen Schauern und lokalen Überschwemmungen. Medienberichte zeigen starke Regenfälle, die offen getrocknete Früchte treffen, während Erzeuger versuchen, Sergens abzudecken und die Produktqualität zu schützen. Auch wenn sich diese Meldungen auf Aprikosen konzentrieren, erhöht dasselbe Wettergeschehen das Feuchterisiko für trocknende Trauben und könnte bei Wiederholung den Anteil herabgestufter oder nachgedunkelter Sultanas erhöhen.
Mit Blick nach vorn signalisiert die 3‑Tage-Prognose für Malatya spätsommerlich warme Bedingungen mit zeitweisen Wolken und nur geringen bis moderaten Chancen weiterer Schauer. Dies sollte die Trocknung grundsätzlich ermöglichen, dennoch bleiben die Erzeuger nach den Niederschlägen Mitte August wachsam. Eine erneute Regenphase während des kritischen Trocknungsfensters würde rasch zu einer knapperen Verfügbarkeit höherer Qualitäten und festeren FOB-Indikationen führen.
Fundamentaldaten & Markttreiber
- Engeres globales Gleichgewicht: Das weltweite Gesamtangebot an Rosinen/Sultanas 2025/26 wird im Vergleich zu 2024/25 auf einen Rückgang von mehr als 10 % geschätzt, wobei das türkische Angebot deutlich sinkt, da Anfangsbestände abschmelzen und sich die Produktion nach früheren Rekordernten auf einem niedrigeren Niveau normalisiert.
- Erholung nach Frost, aber Wetterrauschen: Nach den Frostschäden des vergangenen Jahres im Obstsektor Malatyas betonen die Behörden eine „reichlichere“ Erntesaison 2026. Die Unwetterepisoden Mitte August zeigen jedoch, dass Nachernte-Witterung die Trocknung und Qualität weiterhin stören kann.
- Konkurrenzherkünfte: Der erwartete Produktionssprung bei chinesischen Rosinen und deren wettbewerbsfähige Preise begrenzen die Möglichkeit türkischer Exporteure, Angebote in die EU deutlich anzuheben, während Indien alternative Lieferungen von goldenen und Malayar-Rosinen zu attraktiven Preisniveaus für Futter- und Industrieanwendungen bereitstellt.
- Nachfrageseite: Die Verbrauchernachfrage in Europa bleibt stabil, aber preissensibel; einige Käufer sind bereit, auf günstigere Herkünfte oder Qualitäten auszuweichen, falls türkische Aufschläge weiter steigen. In den letzten Tagen ist kein größerer Nachfrageschock erkennbar geworden.
Handelsausblick (nächste 1–2 Wochen)
- Kurzfristige Tendenz: Leicht bärisch für Standardware Typ 8–9 FOB Malatya, angesichts der kleinen Preisrückgänge gegenüber der Vorwoche und ausbleibender neuer Schlagzeilen zu Wetterschäden seit den Unwettern Mitte August. Eine Konsolidierung um das aktuelle Niveau ist wahrscheinlich, sofern keine neuen Regenfälle die Trocknungsgebiete treffen.
- Für Käufer: Es bietet sich an, die Deckung für den Bedarf Q4 2026–Q1 2027 zu den derzeitigen türkischen Preisniveaus schrittweise aufzubauen, insbesondere für höhere Qualitäten und Bio, wobei etwas Flexibilität gewahrt werden sollte, um bei preissensiblen Anwendungen auf chinesische RTU-Ware ausweichen zu können.
- Für Verkäufer: Disziplinierte Angebote für Premiumqualitäten (Typ 10, Bio) beibehalten, wo sich die globale Verknappung eher bemerkbar machen dürfte, zugleich aber zu moderaten Rabatten auf Standardcargoladungen Typ 8–9 bereit sein, um Frühsaison-Kontrakte zu sichern.
- Wichtige Beobachtungspunkte: Kurzfristige Wetterentwicklung in Malatya genau verfolgen und die frühen Exportverkäufe aus der Ägäisregion im Blick behalten; jede Bestätigung einer stärker als erwarteten Nachfrage oder neuer witterungsbedingter Schäden würde türkische FOB-Indikationen rasch stützen.
3‑Tage-Richtungsausblick für Preise (EUR, Fokus TR)
- Malatya FOB TR Sultanas Typ 8–9: Stabil bis leicht schwächer; tagesaktuelle Angebote dürften sich innerhalb von ±1–2 % der aktuellen EUR/kg-Indikationen bewegen.
- Malatya FOB TR Sultanas Typ 10 & Bio: Weitgehend stabil mit leichtem Aufwärtspotenzial, falls Käufer nach den jüngsten Regenfällen verstärkt Qualität sichern.
- EU-Binnenpositionen (FCA, CZ/NL) für türkische Sultanas: Weitgehend unverändert; etwaige Bewegungen dürften in den nächsten drei Tagen vor allem Wechselkurs- und Frachtanpassungen widerspiegeln und weniger Ursprungs-Preisänderungen.