Zum Hauptinhalt springen
CMB Emblem
Deutscher Futterroggen behauptet sich, während ukrainisches FOB Odesa leicht zulegt

Deutscher Futterroggen behauptet sich, während ukrainisches FOB Odesa leicht zulegt

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

Kompakter Roggenmarktbericht: Die deutschen Futterroggen-EXW-Preise steigen leicht, während ukrainisches FOB Odesa angesichts des reichlichen EU-Getreideangebots und anhaltender Risiken im Schwarzen Meer zulegt.

Die Preise für deutschen Futterroggen zeigen sich etwas fester, während die ukrainischen FOB-Odesa-Werte leicht gestiegen sind. Dies spiegelt einen ausgeglichenen, aber vorsichtigen europäischen Roggenmarkt mit reichlichem Getreideangebot und anhaltenden Risikoaufschlägen für das Schwarze Meer wider. Der Roggenhandel in Deutschland bleibt verhalten, aber geordnet, da die Futternachfrage stabil ist und die heimische Getreideverfügbarkeit nach der Ernte komfortabel bleibt. Regionale Marktberichte beschreiben Futterroggen in Norddeutschland in dieser Woche gegenüber Anfang September als „unverändert bis leicht fester“, wobei sich die lokalen Preise dem schwächeren Ton einiger EU-Getreidebenchmarks widersetzen. Gleichzeitig ist ukrainischer Roggen auf FOB-Basis Odesa leicht teurer geworden. Anhaltende geopolitische Risiken und Frachtkostenrisiken im Schwarzen Meer stützen dabei einen moderaten Risikoaufschlag in den Exportnotierungen. Das Wetter in Norddeutschland ist kühler und unbeständiger geworden, hat jedoch keine unmittelbaren Auswirkungen auf die bereits geernteten Roggenbestände oder die Preise für kurzfristige Lieferungen.

Preise

In Deutschland wird Futterroggen EXW in nördlichen Regionen wie Drentwede am 17. September mit EUR 0.208/kg notiert, gegenüber EUR 0.205/kg am 16. September. Dies signalisiert trotz der allgemein schwachen EU-Getreidemärkte eine moderate Befestigung in den vergangenen Tagen. Der breitere deutsche Durchschnittspreis für Futterroggen wird im Wochenvergleich als unverändert eingeschätzt, liegt jedoch weiterhin etwa 4–5% unter dem Augustniveau und rund 18% unter dem Vorjahreswert. Dies deutet auf ein strukturell schwächeres Preisumfeld im Jahresvergleich hin.

Ukrainischer Roggen FOB Odesa wird Mitte September mit EUR 0.119/kg–0.12/kg angegeben und liegt damit leicht über den Notierungen von Anfang des Monats. Dies entspricht dem in jüngsten Marktkommentaren festgestellten kleinen Anstieg. Trotz des Anstiegs bleibt die Ukraine im Vergleich zu den deutschen Inlandspreisen ein kostengünstiger Ursprung. Dadurch entsteht weiterhin Wettbewerbsdruck auf EU-Roggenexporteure, was eine stärkere Preiserholung in Deutschland begrenzt.

Ursprung Standort Spezifikation Lieferbedingung Letzter Preis (EUR/kg) Anmerkung
Deutschland Drentwede Futterroggen, Feuchtigkeit max. 14% EXW 0.208 Fester gegenüber 0.205 am 16. Sept.
Ukraine Odesa Roggen FOB 0.119 Leicht höher als Anfang September
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.Charts öffnen →

Angebot & Nachfrage

Das deutsche und das gesamte EU-Roggenangebot für 2026/27 gelten als reichlich. Nationale und EU-Behörden verweisen nach der diesjährigen Ernte auf komfortable Getreidebilanzen und lediglich ein moderates Wachstum der Futternachfrage. Handelsquellen in Norddeutschland berichten von einer guten Verfügbarkeit auf den Höfen und einem vorsichtigen Verkaufsverhalten der Landwirte: Die Erzeuger haben es nicht eilig, Roggen auf dem aktuellen Preisniveau zu vermarkten. Gleichzeitig schränken Lagerengpässe und der Wettbewerb durch andere Getreidearten ihre Möglichkeit ein, auf deutlich höhere Preise zu warten.

Auf der Nachfrageseite mischen Mischfutterhersteller Roggen weiterhin selektiv mit Gerste und Weizen und nutzen dabei die wettbewerbsfähigen Preise, bleiben jedoch sensibel gegenüber Qualität und regionaler Logistik. International fungiert die Ukraine als wichtiger preissetzender Ursprung für Roggen, wobei niedrige Produktionskosten aggressive Exportangebote aus den Häfen am Schwarzen Meer ermöglichen. Fracht- und Versicherungsaufschläge aufgrund der Sicherheitslage in der Region verhindern jedoch, dass diese Angebote die EU-Inlandspreise bei Lieferung nach Deutschland vollständig unterbieten.

BASIC
CMBROKER · EXKLUSIVE COMMODITIES

Exklusive Commodities auf CMBroker

Rye
Rye
FOB 0,12 €/kg
(aus UA)
Lieferkosten anfragen →
Rye — feed grade, moisture: 14 % max
Rye
feed grade, moisture: 14 % max
EXW 0,21 €/kg
(aus DE)
Lieferkosten anfragen →

Fundamentaldaten & Wetter

Berichte zum EU-Getreidemarkt unterstreichen in dieser Woche, dass die fundamentale Lage bei Getreide insgesamt bearish bis neutral bleibt. Sowohl das USDA als auch die EU-Kommission haben ihre Prognosen für die weltweite Getreideproduktion leicht angehoben und komfortable Lagerbestände bestätigt. Beim Roggen haben frühere strukturelle Rückgänge der deutschen Roggenanbaufläche die mittelfristige Bilanz des Landes im Vergleich zu historischen Normen verengt. Dies wurde 2026 jedoch durch hohe Erträge und einen guten Erntefortschritt ausgeglichen.

Das Wetter ist derzeit kein wesentlicher Treiber für die Kassapreise von Roggen. Die Prognosen für Deutschland am Samstag, den 19. September, und die folgenden Tage deuten auf ein zweigeteiltes Muster hin: Im Norden und Nordwesten, einschließlich wichtiger Getreideanbaugebiete, wird es kühler, wolkiger und zeitweise regnerisch, während der Süden mehr Sonnenschein und spätsommerliche Temperaturen verzeichnet. Da die Roggenernte abgeschlossen ist, betrifft der Haupteffekt die Bodenfeuchtigkeit und die Feldarbeiten für die Herbstaussaat und nicht die bestehenden Bestände. Die kurzfristigen Auswirkungen auf die Preise sind daher minimal.

Markt- und Handelsausblick für 3–10 Tage

Marktkommentare charakterisieren deutschen Futterroggen in dieser Woche gegenüber den schwächeren EU-Benchmarks als „unverändert, aber fest“. Kurzfristig gibt es nur begrenzte Impulse für eine deutliche Bewegung in die eine oder andere Richtung. Sofern es nicht zu einer plötzlichen Verschärfung der Spannungen im Schwarzen Meer oder zu einer breiteren Rally bei Weizen und Gerste kommt, dürfte Roggen weiterhin in einer engen Spanne um das aktuelle Niveau handeln.

Handelsempfehlungen (kurzfristig)

  • Futterkäufer (Deutschland): Eine Deckung des kurzfristigen Bedarfs auf Spotbasis oder für Horizonte von 2–4 Wochen sollte erwogen werden, solange die Preise um das aktuelle EXW-Niveau stabil sind. Überkäufe mit Blick auf das vierte Quartal sollten angesichts des weiterhin bearishen Umfelds am breiteren Getreidemarkt jedoch vermieden werden.
  • Landwirtschaftliche Verkäufer (Deutschland): Da die Preise zwar etwas fester, im Jahresvergleich aber weiterhin schwach sind, bieten sich schrittweise Verkäufe bei Erholungen an, insbesondere wenn Lagerraum für Weizen oder Gerste benötigt wird. Große Mengen in Erwartung einer starken, roggenspezifischen Rally zu halten, erscheint riskant.
  • Händler: Frachtkosten sowie Nachrichten zur Sicherheitslage im Schwarzen Meer sollten eng beobachtet werden. Jede Störung der ukrainischen Exporte könnte den Risikoaufschlag auf EU-Roggen rasch erhöhen und kurzfristige Exportarbitragemöglichkeiten für deutsche Ursprünge eröffnen.

3-tägiger richtungsweisender Preisausblick (Region: DE)

  • Norddeutschland (EXW-Futterroggen): Seitwärts bis leicht fester, da Endverbraucher weiterhin routinemäßig ihre Mengen decken; es gibt keine starken Signale für eine Korrektur.
  • Restliches Deutschland (gehandelter Futterroggen): Weitgehend stabil, wobei sich die Preise an den lokalen Weizen- und Gerstentrends orientieren. Aufgrund der Logistik und wetterbedingter Feldarbeiten sind geringfügige regionale Basisanpassungen möglich.
  • Ukrainischer Roggen FOB Odesa: Durch anhaltende geopolitische Risiken und Frachtkostenrisiken moderat gestützt, jedoch durch das robuste weltweite Getreideangebot und die verhaltene Importnachfrage begrenzt.
BASIC
Live-Chart
Den interaktiven Chart findest du auf CMBroker.
Charts öffnen →