Mandeln ziehen an, da die kalifornische Ernte 2026 auf kleinere Erträge hindeutet
Mandelpreise steigen, da Kaliforniens Ernte 2026 auf kleinere Kerne und geringere Erträge trifft – vor dem Hintergrund starker Vor-Feiertagsnachfrage und knapper Lagerbestände.
Prices
Der Preistrend hat sich in den vergangenen Wochen klar nach oben gedreht. Die Preise für Nonpareil extra (NPX) und Independence extra (IND X) Kerne sind in den letzten zwei Monaten um etwa 0,18–0,27 EUR pro kg (entspricht 0,20–0,30 USD pro lb) gestiegen, mit einer ähnlichen Bewegung bei Nonpareil in Schale. Dies spiegelt die zunehmende Sorge über kleinere Kerngrößen und geringere Gewichte der Ernte 2026 wider, die die Verfügbarkeit von Premium-Kalibern begrenzen.
Spot- und kurzfristige Angebote zeigen eine stabile bis leicht festere Struktur bei Kernreferenzen. So liegen aktuelle Angebote für US Carmel SSR 20/22 und 18/20 bei rund 6,55–6,60 EUR/kg FAS Washington, während Bio-Nonpareil 27/30 aus den USA bei etwa 9,20 EUR/kg FOB gehandelt werden. Spanische Marcona- und Valencia-Kerne tendieren überwiegend seitwärts und bewegen sich je nach Sorte und Größe im Allgemeinen zwischen 6,50 und 8,75 EUR/kg FOB Madrid. Sie bieten eine teilweise Alternative, gleichen die Knappheit bei US-Nonpareil und Independence jedoch nicht aus.
Supply & Demand
Die Juli-Verschiffungen erreichten 203,5 Mio. lb und lagen damit 3,3 % über den 197,1 Mio. lb des Vorjahres. Die Inlandsverschiffungen führten mit 53,24 Mio. lb (+6,2 % j/j), während die Exporte um 2,3 % auf 150,32 Mio. lb stiegen. Die Verschiffungen seit Beginn des Erntejahres belaufen sich auf 2,629 Mrd. lb und liegen damit nur 0,64 % unter den 2,646 Mrd. lb der letzten Saison, was auf eine robuste Nachfrage trotz früherer Sorgen über makroökonomische Gegenwinde hinweist.
Auf der Angebotsseite liegen die endgültigen Ernteerfassungen 2025 bei 2,693 Mrd. lb und damit geringfügig unter den 2,712 Mrd. lb des Vorjahres (-0,70 %). Die Branche ist bereits zu 92,1 % der Ernte plus Übertrag verkauft, und die lokalen Bestände an den Bestimmungsorten werden in den meisten Ländern als knapp beschrieben. Die Handelsströme verschieben sich: Die Importe Indiens im laufenden Erntejahr sind um 11 % rückläufig, während Spanien (+19 %), die Türkei (+45 %) und Pakistan (+403 %) stark zulegen. Das unterstreicht die Diversifizierung der Nachfrage und die Bedeutung nicht-traditioneller Käufer bei der Aufnahme des Angebots.
Fundamentals & Harvest Update
Der wichtigste fundamentale Treiber ist nun die kalifornische Ernte 2026. Feldberichte aus weiten Teilen des Central Valley deuten auf kleinere Kerne und geringeres Kerngewicht hin, wobei frühe Schätzungen auf einen Ernterückgang von rund 10 % gegenüber dem Vorjahr schließen lassen. Die Branche ist erst zur Hälfte mit der Nonpareil-Ernte durch und beginnt gerade mit Independence, sodass noch erhebliche Unsicherheit besteht. Die Qualitäts- und Größenstruktur scheint jedoch bereits weniger günstig zu sein als 2025.
Vor diesem Hintergrund agieren Schälbetriebe und Erzeuger bei Terminkontrakten vorsichtig, insbesondere bei größeren Kerngrößen und der gefragten Nonpareil-Ware in Schale. Viele bevorzugen es, zu warten, bis die physische Ware verfügbar ist, bevor sie sich vertraglich binden, was die Terminliquidität einschränkt. Gleichzeitig waren die Neugeschäfte im Juli mit 235,8 Mio. lb (81,3 Mio. alte Ernte, 154,5 Mio. neue Ernte) robust, was auf ein starkes Kaufinteresse auf dem aktuellen Preisniveau trotz der jüngsten Rallye hinweist.
Seasonal & Weather Context
Das Wetter während der frühen Ernte 2026 hat den Fortgang im Central Valley im Allgemeinen unterstützt, wobei sich die Hauptsorge nun von der Menge des Ertrags zu Kerngröße und -gewicht verlagert. Heiße und trockene Bedingungen in der späten Wachstumsphase haben wahrscheinlich zu der kleineren Kernentwicklung beigetragen, die in Nonpareil- und Independence-Plantagen verbreitet berichtet wird. Größere witterungsbedingte Störungen werden derzeit nicht hervorgehoben, doch könnten spätere Hitzephasen oder Regenereignisse die Qualität und Trocknung weiter beeinträchtigen.
Weltweit signalisiert kein wichtiger konkurrierender Ursprung eine Rekordernte, die einen Rückgang der kalifornischen Produktion um 10 % vollständig kompensieren könnte. Spanische und andere mediterrane Herkünfte liefern zwar zusätzliche Mengen, jedoch in der Regel zu höheren Preisen für Spezialitäten. Damit bleibt der kalifornische Angebotsausblick für internationale Käufer entscheidend, insbesondere in Asien und im Nahen Osten vor wichtigen Festtagen.
Demand Outlook & Key Holidays
Mit Blick nach vorn dürfte die Nachfrage fest bleiben. Das Einkaufsfenster für Diwali, Ramadan und Chinesisches Neujahr ist nun geöffnet, mit starker Nachfrage nach Verschiffungen im September und Oktober, um eine rechtzeitige Ankunft sicherzustellen. Begrenzte Bestände an den Bestimmungsorten in Kombination mit bereits hohen Verkaufsquoten bedeuten, dass Käufer mit ungesicherten kurzfristigen Bedarfen bei Preisrücksetzern voraussichtlich aggressiv in den Markt gehen werden.
Die strukturelle Nachfrage aus den Bereichen Snacks, Süßwaren und Backwaren bleibt solide, während sich der geografische Mix weiter wandelt. Eine langsamere Abnahme in Indien steht einem robusten Wachstum in Spanien, der Türkei und Pakistan gegenüber, was die breiter werdende Nachfragestruktur unterstreicht. Insgesamt deuten die Fundamentaldaten für 2026 auf eine knappere globale Bilanz hin, insbesondere bei hochwertigen Nonpareil- und Independence-Kernen sowie Ware in Schale.
Trading Outlook
- Käufer (Röster, Abpacker, Einzelhändler): Erwägen Sie, sich jetzt mindestens 2–4 Monate Bedarf an Nonpareil und Independence zu sichern, insbesondere größere Kaliber und Ware in Schale, angesichts erster Hinweise auf eine kleinere Ernte und ein vorsichtiges Verkäuferverhalten.
- Importeure/Großhändler: Nutzen Sie kurzfristige Preispausen, um die Deckung über die Hauptfestperiode (Verschiffungen für September–Oktober) hinaus zu verlängern, da knappe Bestände an den Bestimmungsorten und hohe Verkaufsquoten die Abwärtsrisiken begrenzen.
- Erzeuger und Aufbereiter: Halten Sie disziplinierte Angebote für Premium-Kaliber und Ware in Schale; die aktuellen Fundamentaldaten stützen eine feste bis festere Tendenz, sobald weitere Erntedaten das tatsächliche Ertragsdefizit bestätigen.
3-Day Price Indication (Directional, EUR)
- US-Kerne FAS (Carmel, NP-type): Stabil bis leicht fester; Knappheit bei großen Kalibern und Ware in Schale stützt eine leicht aufwärtsgerichtete Tendenz.
- Spanische Kerne FOB (Valencia, Marcona, Guara): Weitgehend stabil in EUR, mit Potenzial für selektive Festigung bei höheren Qualitäten, falls US-Nonpareil knapp bleibt.
- Nonpareil in Schale: Fest; die jüngsten Erhöhungen um 0,18–0,27 EUR/kg (Äquivalent) dürften Bestand haben, mit weiteren Aufschlägen bei Bestätigung einer unterdurchschnittlichen kalifornischen Ernte.