Sojabohnen-Futures und physische Prämien notieren heute leicht höher, aber der gesamte Sojabohnenkomplex bleibt strukturellem Druck durch eine Rekordernte in Südamerika, hohe Sojaölvorräte und schwache konkurrierende Pflanzenöle ausgesetzt.
Nach frühen Verlusten zu Beginn der Woche bei sinkendem Rohöl und weicherem Palmöl erholen sich die CBOT-Sojabohnen, Sojamehl und Sojaöl nur moderat intraday. Ein starker Start in die U.S.-Pflanzungen, rekordhohe brasilianische Produktion und Erwartungen an einen neuen Höchststand bei U.S.-Verarbeitung und Sojaölvorräten dämpfen jeden nachhaltigen Anstieg. Die EU-Importe liegen hinter der letzten Saison zurück, während FOB-Angebote aus den USA, Indien, der Ukraine und China nur marginale Veränderungen im Wochenvergleich zeigen und damit ein insgesamt stabiles, aber negativ geneigtes Preisumfeld bestätigen.
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📈 Preise & Kurvenstruktur
Im CBOT-Sojabohnenkomplex zeigt die heutige Tafel einen leicht festeren Ton, hält jedoch den mittelfristigen Abwärtstrend aufrecht:
- CBOT Sojabohnen (alte Ernte): Mai 2026 handelt bei etwa 1.163,5 USc/bu, etwa 0,5% im Plus, mit Juli 2026 nahe 1.178,0 USc/bu. Die Kurve von Mai 2026 bis November 2027 bleibt in leichtem Contango, was auf eine bequeme Verfügbarkeit in der Zukunft hinweist.
- CBOT Sojaöl: Mai 2026 zuletzt bei etwa 66,6 USc/lb, um 0,2% im Plus, aber der Strip von 2026 bis Ende 2028 tendiert nach unten in Richtung 55–56 USc/lb und spiegelt die Erwartungen an ein reichliches Angebot an Öl und schwache Biodieselunterstützung wider.
- CBOT Sojamehl: Mai 2026 liegt bei etwa 331 USD/kurze Tonne, marginal höher als am Tag. Terminkontrakte bis 2027 gruppieren sich im niedrigen bis mittleren 300er-Bereich, was mit einer bequemen Versorgung mit Mehl übereinstimmt.
Physische FOB-Angebote bestätigen diesen sanften Ton. Bei einem indikativen Kurs von 1 EUR = 1,10 USD übersetzen sich die aktuellen Angebote grob wie folgt:
| Herkunft | Typ | FOB Preis (EUR/kg) | Trend vs. vorheriges Angebot |
|---|---|---|---|
| USA, Nr. 2 | Standard | ≈ 0,55 | Unverändert w/w |
| Indien | Sortex sauber | ≈ 0,91 | Unverändert w/w |
| Ukraine | Konventionell | ≈ 0,31 | Leicht schwächer |
| China | Gelb | ≈ 0,64–0,72 | Größtenteils unverändert |
Die Kombination aus einer leicht nach oben geneigten Terminmarktstruktur und überwiegend stabilen FOB-Indikationen deutet auf einen Markt hin, der gut versorgt ist, aber nicht unter akutem kurzfristigem Druck steht.
🌍 Angebots- & Nachfragetreiber
Südamerika bleibt der entscheidende bärische Anker. Die brasilianische Ernteagentur CONAB hat ihre Schätzung für die Sojabohnenernte 2025/26 auf etwa 179,15 Millionen Tonnen nach oben korrigiert, von zuvor 177,85 Millionen Tonnen, was die Erwartungen an eine Rekordernte und starkes Exportpotenzial verstärkt. Unabhängige und Handelsprognosen stimmen in ähnlichen Mengen überein, wobei die brasilianische Ernte zu etwa 85–90% abgeschlossen gemeldet wird und die Exportprogramme bis zum Q2 2026 robust sind.
U.S.-Versorgungsprognosen verbessern sich ebenfalls. Die neuesten Crop Progress-Daten zeigen, dass die U.S.-Sojabohnensaat mit 6% abgeschlossen ist, was deutlich über dem Vorjahr und dem Fünfjahresdurchschnitt liegt, wobei nur Iowa hinter dem normalen Tempo zurückbleibt. Eine frühe, reibungslose Pflanzung erhöht typischerweise die Wahrscheinlichkeit einer großen U.S.-Ernte, insbesondere wenn das Frühlingswetter günstig bleibt.
Nachfragesignale sind gemischt. Positiv ist, dass die National Oilseed Processors Association (NOPA) voraussichtlich einen Rekord-Zerschlag im März von nahezu 230 Millionen Scheffel berichten wird, was auf eine sehr starke inländische Verwendung von Sojabohnen für Mehl und Öl hindeutet. Gleichzeitig deuten Umfragen darauf hin, dass die U.S.-Sojaölvorräte auf ihren höchsten Stand seit fast 13 Jahren ansteigen könnten, was unterstreicht, dass die Ölnachfrage nicht mit dem Anstieg der Verarbeitung Schritt hält. Bei den Importen werden die Sojabohnenanfuhr in der EU seit Beginn des Vermarktungsjahres 2025/26 (Juli 2025) mit etwa 9,98 Millionen Tonnen angegeben, was einen Rückgang von 11,06 Millionen Tonnen im Vorjahr bedeutet und somit eine schwächere europäische Nachfrage bestätigt.
Konkurrenzöle belasten den Komplex. Malaysische Palmöl-Futures sind auf ein Fünf-Wochen-Tief gefallen, belastet durch sinkende Rohölpreise und Schwäche bei anderen Pflanzenölen. Die jüngste Erhöhung des Biodieselmandats in Malaysia hat die Händler enttäuscht, da sie nur von 12% auf 15% anstieg, anstelle der 20%+, die viele erwartet hatten. Dies dämpft die nachgefragte Nachfrage nach Palmöl und damit auch nach Sojaöl als konkurrierendem Rohstoff.
📊 Fundamentaldaten & Wetter
Verarbeitung und Ölbilanz: Die Erwartungen an einen Rekord-Zerschlag in den USA im März unterstreichen die robuste Nachfrage nach Mehl, aber der gleichzeitige Anstieg der Sojaölvorräte auf Höchststände über mehrere Jahre ist eindeutig bärisch für den Ölteil. Dies steht im Einklang mit der nach unten geneigten Sojaöl-Terminkurve an der CBOT und der jüngsten Schwäche bei Palmöl-Futures.
Exportdynamik in Brasilien: Handelsgruppen erwarten, dass die brasilianischen Sojaexporte Anfang 2026 über den Vorjahreswerten liegen werden, nachdem ein Rekordversandvolumen im März erreicht wurde, wobei die kumulierten Exporte für Januar–April voraussichtlich um etwa 7% im Jahresvergleich steigen werden. Dieser Fluss konkurriert direkt mit der Herkunft aus den USA, was die U.S.-Exportverkäufe drückt und einen Wechsel der U.S.-Bohnen in die inländische Verarbeitung fördert.
EU- und non-GM-Segment: In Europa haben die Preise für non-GM-Sojabohnen eine gewisse Widerstandsfähigkeit gezeigt, wobei sie Mitte März 2026 etwa 440 EUR/t erreichten, den höchsten Stand der letzten 12 Monate, getrieben von Nischen-Nachfrage und engerer regionaler Versorgung. Allerdings ist dieser Premium-Markt relativ klein und gleicht das breitere weltweite Überangebot an konventionellen Bohnen und Öl nicht aus.
Wetterausblick (wichtige Regionen): Jüngste Bewertungen von brasilianischen und U.S.-Agenturen zeigen, dass die Erntebedingungen in Brasilien überwiegend günstig sind, was eine schnelle Abschluss der Feldarbeiten ermöglicht. In den Vereinigten Staaten haben die frühen Frühlingsbedingungen in den südlichen Bundesstaaten eine beschleunigte Aussaat ermöglicht, wobei bislang keine gravierenden Verspätungen bei der Aussaat gemeldet wurden. Jedes spätere Wetterrisiko (Dürre oder übermäßige Regenfälle im Mittleren Westen) könnte dennoch Risikoaufschläge einführen, aber im Moment dominieren die Fundamentaldaten das Überangebot statt Wetterbedenken.
📉 Externe Märkte & makroökonomische Einflüsse
Energie und Biokraftstoffe: Der kürzliche Rückgang der globalen Rohölpreise hat die Unterstützung für die Nachfrage nach Pflanzenölen über den Biodiesel-Kanal verringert. Neben der schwächeren als erwarteten Erhöhung der Biodiesel-Mischung in Malaysia war dies ein entscheidender Treiber des jüngsten Verkaufsdrucks auf Palmöl und belastete die Sojaölbewertungen.
FX und Wettbewerbsfähigkeit: Ein festerer Euro gegenüber dem US-Dollar hat die in Euro denominierten Soja- und Mehlkurse bei Euronext belastet, was Importe in Euro leicht günstiger macht, gleichzeitig jedoch die Wettbewerbsfähigkeit der EU-Pressen beim Export verringert. Für U.S.-Exporteure erodiert die Kombination aus einem starken Dollar und aggressiven FOB-Angeboten aus Brasilien weiterhin die Preiswettbewerbsfähigkeit, insbesondere nach Asien und in den Nahen Osten.
📆 Ausblick & Handelsüberlegungen
- Flacher bis leicht negativer Bias für CBOT-Sojabohnen: Mit Brasilien, das eine Rekordernte einholt, und einem sehr starken Start in die U.S.-Pflanzungen erscheinen Rallyes in Richtung des oberen Endes der jüngsten CBOT-Handelsrange (rund 11.70–12.00 USD/bu für nahegelegene Kontrakte) anfällig für Produzentenverkäufe und verstärktes Hedging.
- Sojaöl unter strukturellem Druck: Rekord- oder nahezu Rekordverarbeitung in den USA und steigende Ölbestände, kombiniert mit schwachem Palmöl und begrenzter Unterstützung durch die Biodieselpolitik, sprechen für eine weiterhin weiche Neigung in den Sojaöl-Spreads und eine Präferenz für Mehl gegenüber Öl in Strategien mit Spreads bei der Verarbeitung.
- Physische Käufer: Futtermittelhersteller und Pressen mit ungesicherten Bedürfnissen für Q2–Q3 2026 könnten in Betracht ziehen, ihre Absicherung bei Preissenkungen auszubauen, insbesondere dort, wo die lokale Basis historisch schwach bleibt. Dennoch verringern hohe südamerikanische Lieferungen und sich verbessernde Aussichten auf der Nordhalbkugel die Dringlichkeit, kurzfristige Rallyes zu verfolgen.
- Produzenten und Herkunftsunternehmen: Landwirte in Amerika sollten Stärke in nahegelegenen und Neuernteverträgen nutzen, um Verkaufspositionen zu schichten, wobei der Fokus auf der Aufrechterhaltung einer Margendisziplin liegt, anstatt absolute Preishochs in einem überversorgten Umfeld anzustreben.
📍 3-Tage Richtungsansicht (EUR-Perspektive)
- CBOT-Sojabohnen (Frontmonat, EUR/t äquivalent): Erwartet, seitwärts bis leicht rückläufig zu handeln, wobei Rallyes durch aggressive Verkäufe aus Südamerika und starken Fortschritt bei den U.S.-Pflanzungen gedeckelt werden.
- CBOT-Sojamehl (Frontmonat, EUR/t äquivalent): Leicht fester im Verhältnis zu Sojabohnen und Öl, unterstützt durch stetige Futternachfrage, aber insgesamt im Rahmen eines komfortablen Angebots gehalten.
- CBOT-Sojaöl (Frontmonat, EUR/t äquivalent): Bias bleibt nach unten gerichtet, folgt der Schwäche bei Palmöl und Rohöl, wobei jeder kurzfristige Bounce durch Short-Covering wahrscheinlich verkauft wird, es sei denn, die Energiemärkte drehen sich um.








