Gerstenmarkt an der SFE unverändert, während EU-Spotpreise nachgeben
Kompaktes Update zum Gerstenmarkt im September 2026: SFE-Futures für Futtergerste unverändert, Preise in der EU und am Schwarzen Meer nachgebend, Ukraine unter Exportdruck und wichtige Handelstipps.
Preise
Die australische SFE-Kurve für Futtergerste ist über alle gelisteten Kontrakte vollständig unverändert. September 2026 liegt bei 308.00 AUD/t, November 2026 bei 315.00 AUD/t und Januar 2027 bei 298.00 AUD/t. Alle Kontrakte bis Januar 2029 weisen am 17. September 2026 eine Veränderung von 0.00% im Tagesvergleich und kein gehandeltes Volumen auf, was auf eine sehr ruhige Futures-Sitzung hindeutet.
Die physischen Preise am Schwarzen Meer und in Europa sind schwächer. Indikative FOB-Bewertungen für Futtergerste am Schwarzen Meer liegen zum 12. September bei rund 200 USD/mt, etwa 2–3% unter der Vorwoche und auf dem niedrigsten Niveau des Jahres 2026. Dies spiegelt das hohe regionale Angebot und den intensiven Wettbewerb unter den Verkäufern wider. In der EU liegen die August-Durchschnittspreise für Futtergerste bei rund 192.75 EUR/t, nahezu 19% über dem Vorjahr, geben jedoch im Monatsvergleich leicht nach, da der Erntedruck und günstigere Angebote aus dem Schwarzmeerraum die Spotwerte belasten.
Unsere eigenen Spotindikationen zeigen eine breite, aber stabile Differenz zwischen ukrainischen und deutschen Herkünften. Zu den jüngsten Notierungen gehören Futtergerstensaatgut (max. 14% Feuchtigkeit, 98% Reinheit) zu 0.15 EUR/kg FCA Kyiv und 0.16 EUR/kg FCA Odesa, Gerste für die Rinderfütterung zu 0.14 EUR/kg FOB Odesa sowie deutsche Futtergerste zu 0.225 EUR/kg EXW Drentwede. In den vergangenen drei Wochen blieben die ukrainischen FCA-Preise unverändert, während EXW Deutschland moderat von 0.219–0.223 EUR/kg auf 0.225 EUR/kg anzog. Dies deutet darauf hin, dass die inländischen EU-Prämien trotz nachgebender globaler Referenzwerte Bestand haben.
| Herkunft | Produkt | Lieferbedingung | Aktueller Preis (EUR/kg) | Jüngster Trend (seit Ende Aug.) |
|---|---|---|---|---|
| Ukraine, Kyiv | Gerstensaatgut, Futterqualität, max. 14% Feuchtigkeit, 98% Reinheit | FCA | 0.15 | Stabil |
| Ukraine, Odesa | Gerstensaatgut, Futterqualität, max. 14% Feuchtigkeit, 98% Reinheit | FCA | 0.16 | Stabil |
| Ukraine, Odesa | Gerstensaatgut, Rinderfutter | FOB | 0.14 | Schwächer gegenüber Anfang September |
| Deutschland, Drentwede | Gerstensaatgut, Futterqualität, max. 14% Feuchtigkeit | EXW | 0.225 | Anstieg von ~0.219 |
Angebot & Nachfrage
Die globalen Fundamentaldaten für Gerste bis 2026/27 wirken moderat unterstützend. Australische Analysten erwarten, dass der Bruttowert der Gerstenproduktion aufgrund einer Kombination aus hohen Mengen und festeren Preisen steigen wird. Die nationale Produktion wird nahe Rekordniveau prognostiziert, was die Exportverfügbarkeit aus der Südhemisphäre stützt. In der EU wird die Gerstenproduktion 2026 voraussichtlich über dem bereinigten Fünfjahresdurchschnitt liegen, wodurch der Block trotz einiger lokaler Qualitäts- und Logistikprobleme ein wichtiger Exporteur bleibt.
Gleichzeitig prognostizieren internationale Organisationen für 2026/27 einen Rückgang der weltweiten Gerstenproduktion gegenüber dem Vorjahr aufgrund niedrigerer Erträge, während die Nachfrage großer Importeure wie China und von Futtermittelkäufern im Nahen Osten solide bleibt. Dies deutet nur auf einen moderaten Wiederaufbau der globalen Bestände hin und erhöht die Empfindlichkeit des Marktes gegenüber Wetterschocks oder Exportstörungen im weiteren Saisonverlauf. Die Gesamtbilanz ist daher vorerst komfortabel, aber nicht belastend.
Die Ukraine bleibt der wichtigste Schwankungsfaktor im Handel mit Futtergerste. Raketenangriffe und Schäden an der Infrastruktur rund um Odesa und andere Schwarzmeerhäfen haben die seeseitigen Getreideexporte des Landes stark eingeschränkt und zwingen dazu, mehr Getreide in den Binnenmarkt und auf alternative Landrouten umzuleiten. Dies hat einen doppelten Effekt: Druck auf die lokalen ukrainischen Preise und Margen, aber zugleich eine stützende Untergrenze für die EU- und Mittelmeermärkte, die in normalen Jahren auf Futtergerste aus dem Schwarzmeerraum angewiesen sind.
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Fundamentaldaten & Wetter
Die fundamentalen Signale vom Futures-Markt sind bemerkenswert neutral. Die SFE-Kurve für Futtergerste von September 2026 bis Juli 2027 wird in einer engen Spanne zwischen 298.00 und 315.00 AUD/t gehandelt, ohne Intraday-Volatilität oder Volumen. Dies zeigt, dass australische Marktteilnehmer derzeit wenig Anlass sehen, das Forward-Risiko neu zu bewerten. Diese flache Kurve steht im Einklang mit nationalen Prognosen für eine starke, aber nicht übermäßige Gerstenproduktion und komfortable Bestände auf den Höfen.
In Europa zeigen offizielle Daten, dass die Augustpreise für Futtergerste nach einer wetterbedingten Rallye zu Beginn der Saison deutlich über dem Vorjahresdurchschnitt liegen. Die jüngsten wöchentlichen Indikationen aus Deutschland und der gesamten EU deuten jedoch auf eine Stabilisierung bis leichte Abschwächung hin. FOB-Bewertungen am Schwarzen Meer von rund 200 USD/mt, nach Höchstständen von über 240 USD/mt Anfang Mai, bestätigen, dass der Exportwettbewerb mit dem Eintreffen der neuen Ernte und dem Testen der Nachfrage durch Verkäufer zu niedrigeren Preisen zugenommen hat.
Wettermäßig sind die jüngsten Aussichten für wichtige Gerstenregionen weitgehend unauffällig. Für Norddeutschland werden saisonal milde, trockene Bedingungen ohne größere Erntegefahren erwartet. Damit verlagert sich der Marktfokus auf Logistik, Futtermittelnachfrage sowie den Wettbewerb durch Mais und Weizen statt auf neue Erntegefahren. In Australien sind die Feuchtigkeitsbedingungen zu Saisonbeginn in den wichtigsten Gerstenstaaten im Allgemeinen unterstützend, was mit den Prognosen für eine weitere starke Gerstenernte 2026/27 übereinstimmt.
Kurzfristiger Handelsausblick
Die Kombination aus flachen SFE-Futures, schwächeren, aber weiterhin erhöhten EU-Preisen und verbilligten Angeboten aus dem Schwarzmeerraum deutet auf einen Markt hin, der sich von wetterbedingter Knappheit zu einer fundamental ausgeglicheneren Haltung bewegt. Die anhaltende Risikoprämie im Zusammenhang mit ukrainischen Exporten und die nur moderate globale Bestandsdeckung sprechen jedoch gegen eine aggressive bärische Positionierung auf dem aktuellen Niveau.
- Futtermittelkäufer (EU & MENA): Die aktuelle Schwäche am Spotmarkt nutzen, um nahe Liefertermine und das vierte Quartal abzusichern, insbesondere bei Herkünften mit Bezug zum Schwarzmeerraum, zugleich aber einen Teil des Volumens für 2027 offenlassen, falls sich aus einem milden Winter auf der Nordhalbkugel weiteres Abwärtspotenzial ergibt.
- Produzenten (EU & Ukraine): Verkäufe bei Erholungen schrittweise aufbauen, insbesondere dort, wo lokale EXW-Werte angezogen haben, jedoch keine übermäßigen Verkäufe für spätere Liefertermine tätigen, da geopolitische Risiken fortbestehen und sich die globalen Bilanzen für Grobgetreide verengen könnten.
- Händler: Basis-Spreads zwischen ukrainischen FOB/CPT- und EU-EXW/Rouen-Niveaus beobachten. Chancen für Arbitrage zwischen stabilen ukrainischen FCA-Preisen und leicht festeren deutschen EXW-Werten könnten entstehen, falls sich die Exportlogistik verbessert.
Regionaler Ausblick für 3 Tage
- Australien (SFE-Futtergerste): Die Futures dürften in den nächsten drei Handelstagen mangels neuer Wetter- oder Politikschocks um das aktuelle Niveau unverändert bleiben.
- EU (Deutschland, Frankreich): Die Spotpreise für Futtergerste dürften stabil bis leicht schwächer handeln, da der Erntedruck anhält, teilweise jedoch durch die eingeschränkten ukrainischen Exporte ausgeglichen wird.
- Schwarzes Meer (Ukraine/Russland FOB): Die indikativen FOB-Werte könnten unter leichtem Abwärtsdruck bleiben, da Verkäufer um begrenzte Exportkapazitäten konkurrieren. Eine Verschärfung der Sicherheitsrisiken könnte diesen Trend jedoch rasch umkehren.