Gerstenmarkt im Überblick: Ukrainische Abschläge gegenüber festen deutschen Futtergerstenwerten
Kompaktes Gerstenpreis-Update für September 2026: Ukrainische FCA-/FOB-Abschläge gegenüber festen deutschen EXW-Futtergerstenwerten, Angebot und Nachfrage, Wetter sowie 3-Tage-Ausblick.
Preise
Die Gerstennotierungen in Deutschland und der Ukraine bleiben stabil bis leicht schwächer, mit einem deutlichen Abschlag für Ware aus dem Schwarzmeerraum:
| Ursprung | Standort | Produkt / Typ | Lieferbedingung | Aktueller Preis (EUR/kg) | Vorheriger Preis (EUR/kg) | Letzte Aktualisierung |
|---|---|---|---|---|---|---|
| UA | Kiew | Gerstensaatgut, Futterqualität, max. 14 % Feuchtigkeit, 98 % Reinheit | FCA | 0.15 | 0.15 | 2026-09-17 |
| UA | Odessa | Gerstensaatgut, Futterqualität, max. 14 % Feuchtigkeit, 98 % Reinheit | FCA | 0.16 | 0.16 | 2026-09-17 |
| UA | Odessa | Gerstensaatgut, Rinderfutter | FOB | 0.14 | 0.151 | 2026-09-17 |
| DE | Drentwede | Gerstensaatgut, Futterqualität, max. 14 % Feuchtigkeit | EXW | 0.225 | 0.22 | 2026-09-16 |
- Deutsche EXW-Futtergerste in den nördlichen Regionen liegt weitgehend im Einklang mit regionalen Beratungswerten, die für September-Futtergerste in Niedersachsen ungefähr 168–198 EUR/t entsprechen. Dies deutet gegenüber dem Frühsommer auf eine stabile, aber leicht schwächere Tendenz hin.
- EU-Referenz- und Börsendaten zeigen, dass sich die EU-Futtergerste eher konsolidiert als einem Trend folgt. CIF-EU-Futtergerste liegt für nahe Positionen etwa im mittleren Bereich der 220er EUR/t-Spanne, was auf einen begrenzten Abwärts-, aber auch limitierten Aufwärtsspielraum hindeutet.
- Richtungsweisende internationale Benchmarks für Futtergerste liegen im Durchschnitt bei etwa 0.19 EUR/kg. Damit sind ukrainische FCA-/FOB-Angebote aus Odessa von 0.14–0.16 EUR/kg sichtbar vergünstigt, während deutsche EXW-Werte von 0.225 EUR/kg in der oberen Hälfte der globalen Spanne liegen.
Angebot & Nachfrage
Deutschland geht mit einer komfortablen Verfügbarkeit von Futtergerste in die Zeit nach der Ernte, während die Ukraine weiterhin mit Exportengpässen kämpft, die die Erzeugerpreise belasten.
- Deutsche Marktberichte beschreiben die Versorgung mit Futtergerste nach der Ernte als gut. Mitte September gaben die Preise leicht nach, bleiben jedoch durch die insgesamt festen EU-Getreidebilanzen und den Wettbewerb mit anderen Futtergetreiden gestützt.
- Die EU-Getreidepreise insgesamt verzeichnen im Wochenvergleich nur moderate Bewegungen. Dies signalisiert, dass die Nachfrage aus dem Futter- und Biokraftstoffsektor ausreicht, um die Mengen der neuen Ernte aufzunehmen, ohne einen starken Ausverkauf bei Gerste auszulösen.
- Störungen bei den Exporten aus dem Schwarzmeerraum und erhöhte Frachtrisiken schränken die Fähigkeit der Ukraine weiterhin ein, ihr Exportpotenzial vollständig auszuschöpfen. Dies führt zu schwächeren lokalen FCA-/FOB-Werten, auch wenn die europäischen Gerstenpreise unterstützt bleiben. Obwohl konkrete Gerstenexportströme in dieser Woche rar sind, bleibt das allgemeine Getreiderisiko im Schwarzmeerraum ein wichtiger struktureller Faktor.
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Wetterausblick (DE, UA)
Das Wetter in den kommenden drei Tagen ist in den wichtigen Gerstenregionen Deutschlands und der Ukraine saisonal mild, mit nur begrenzten unmittelbaren Auswirkungen auf die Preise.
- Deutschland (Niedersachsen / Norden, einschließlich Drentwede): Die Prognosen deuten auf kühle bis milde Temperaturen mit etwas Bewölkung und leichten Schauern hin, jedoch ohne Unwetter. Da die Ernte weitgehend abgeschlossen ist, beeinflussen diese Bedingungen vor allem die kurzfristige Logistik und weniger Erträge oder Qualität.
- Ukraine – Region Kiew: Erwartet wird eine Mischung aus spätsommerlicher Wärme und vereinzelten Schauern, günstig für Feldarbeiten und die Vorbereitung der Herbstaussaat, ohne akuten Stress für eingelagerte Gerste.
- Ukraine – Region Odessa: Das typischerweise trockene Schwarzmeerklima in Odessa bleibt bei moderaten Temperaturen und geringem bis mäßigem Regenrisiko überwiegend stabil. Dies unterstützt Hafenbetrieb und Binnenlogistik, dürfte jedoch keine neuen Erntemeldungen auslösen.
Fundamentaldaten & Handelsströme
Die fundamentalen Signale deuten auf einen ausgeglichenen, aber fragilen Gerstenmarkt hin, in dem Logistik und der Wettbewerb mit anderen Agrarrohstoffen ebenso wichtig sind wie die Produktionszahlen.
- Die EU-Gersteproduktion für 2026/27 ist insgesamt ausreichend. Historische Preisreihen für EU-Futtergerste zeigen Werte innerhalb der mittleren Spanne der vergangenen Jahre und unterstreichen damit einen konsolidierenden statt krisenhaften Markt.
- Deutschland bleibt ein wichtiger Lieferant für nahegelegene Importeure und den innereuropäischen Handel. In den vergangenen Jahren beteiligte sich Deutschland aktiv an Exportprogrammen, wenn die Verfügbarkeit aus dem Schwarzmeerraum eingeschränkt war, was die deutschen Aufschläge trotz schwächerer Nominalpreise stützt.
- In der Ukraine halten strukturell niedrige Produktionskosten und eine starke Exportorientierung Gerste international wettbewerbsfähig. Die effektive Export-„Steuer“ durch höhere Fracht-, Versicherungs- und Routingkosten spiegelt sich jedoch in vergünstigten FCA-/FOB-Geboten rund um Odessa gegenüber EU-Zielen wider.
Handelsausblick (Nächste 3 Tage)
- Futterkäufer (DE): Nutzen Sie den aktuellen, schwachen Seitwärtsmarkt, um die kurzfristige Absicherung selektiv auszuweiten. Vermeiden Sie jedoch eine zu starke Vorabdeckung bis weit ins vierte Quartal, solange die Risikoaufschläge für das Schwarze Meer und makroökonomische Risiken erhöht bleiben.
- Erzeuger (DE): Bei EXW-Preisen um 0.225 EUR/kg in Norddeutschland und einem kurzfristig moderaten Abwärtsrisiko sollten Sie bei festeren Preisen schrittweise verkaufen, zugleich aber einen Teil der Ware unverkauft lassen, falls erneute Rallys aufgrund von Risiken im Schwarzmeerraum oder des Wetters einsetzen.
- Exporteure und Händler (UA): Die ukrainischen FCA-/FOB-Abschläge gegenüber EU-Benchmarks bleiben groß. Der Fokus sollte auf der Optimierung der Logistik und der Nutzung von Verbesserungen der Aufschläge bei der Nachfrage aus der EU und dem Mittelmeerraum liegen, statt in den nächsten Tagen auf steigende Nominalpreise zu setzen.
Regionale Preisindikation für 3 Tage
Auf Basis der aktuellen Notierungen und des Ausbleibens größerer neuer Schocks ergibt sich für die kurzfristige Richtung folgendes Bild:
- Deutschland (DE, Drentwede – EXW-Futtergerste): Seitwärts bis leicht schwächer um 0.225 EUR/kg, im Einklang mit stabilen EU-Getreidebenchmarks und einem komfortablen Inlandsangebot.
- Ukraine (UA, Kiew – FCA-Futtergerste): Seitwärts um 0.15 EUR/kg, mit begrenztem Spielraum für weitere Rückgänge, sofern sich die Exportkanäle nicht erneut deutlich verengen.
- Ukraine (UA, Odessa – FCA-/FOB-Futtergerste): Seitwärts bis geringfügig fester um 0.14–0.16 EUR/kg, während Händler die Exportnachfrage gegen anhaltende Fracht- und Risikoprämien im Schwarzmeerraum abwägen.