Die Preise für türkische Rosinen stehen unter Druck, aber die physische Verfügbarkeit ist zunehmend angespannt, da die Bauern sich weigern, zu den aktuellen Rohmaterialpreisen zu verkaufen, und Wetterrisiken den Ausblick auf die neue Ernte trüben.
Der Markt steht zwischen fallenden Rohmaterialpreisen und dem Widerstand der Bauern. In den wichtigen Sultanaregionen der Türkei sehen sich die Erzeuger Angeboten von 85–90 TL/kg für frische Trauben gegenüber und verkaufen nur minimale Mengen, in der Hoffnung auf bessere Preise im Juni, wenn die Ernteprognosen klarer werden. Gleichzeitig tragen die jüngsten und bevorstehenden starken Regenfälle sowie unregelmäßiger Frost rund um Manisa zur Wetterunsicherheit für die Ernte 2026/27 bei, was trotz des aktuellen Streits die Preisnachlässe bei Exporten begrenzt. Die Nachfrage von Rakiproduzenten hat sich bisher nicht materialisiert, was den Preisboden weiter verzögert.
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📈 Preise & Marktstruktur
Preisdiskussionen zwischen Exporteuren und Bauern dominieren derzeit den türkischen Rosinenmarkt. Der Rohstoffpreis wurde auf etwa 85–90 TL/kg gedrückt, aber die Erzeuger sind weitgehend nicht bereit, zu diesen Preisen zu verkaufen, und geben stattdessen nur die benötigten Cash-Mengen frei. Dieses Verhalten der Bauern steht im Gegensatz zu den weichen Exportangeboten, bei denen mehrere türkische Sultanatypen seit Mitte April um etwa 10–20% in EUR gesenkt wurden.
Die indikativen Exportpreise am 22. April zeigen konventionelle türkische Sultanatypen 9–10 in einer Spanne von etwa 2,15–2,35 EUR/kg FOB, wobei der organische Typ 9 etwa 3,10 EUR/kg beträgt. Die konkurrierenden Ursprünge sind weitgehend stabil: Chinesische Sultaninen liegen bei etwa 2,10–2,20 EUR/kg FCA Nordeuropa und indische Rosinen meist zwischen 1,75–2,30 EUR/kg FOB, abhängig von Typ und Farbe. Insgesamt ist der globale Markt gut versorgt, aber interne Spannungen in der Türkei schaffen lokale Volatilität.
| Ursprung / Typ | Standort & Bedingungen | Letzter Preis (EUR/kg) | WoW Richtung* |
|---|---|---|---|
| TR Sultaninen Typ 9, konv. | Malatya, FOB | ≈ 2,18 | ▼ (von 2,55) |
| TR Sultaninen Typ 10, konv. | Malatya, FOB | ≈ 2,34 | ▼ (von 2,85) |
| TR Sultaninen Typ 9, biologisch | Malatya, FOB | ≈ 3,10 | ➡ |
| CN Sultaninen Nr. 9, standard | Dordrecht/Hamburg, FCA | ≈ 2,12–2,17 | ➡ |
| IN Rosinen (golden/braun/schwarz) | Neu-Delhi, FOB | ≈ 1,75–2,27 | mix |
*Richtung basierend auf Veränderungen im April in EUR.
🌍 Angebot, Nachfrage & Verhalten der Bauern
Auf der Angebotsseite ist das Hauptmerkmal nicht ein physischer Mangel, sondern zurückgehaltene Bestände. Die Bauern in den wichtigsten Sultaninenanbaugebieten der Türkei schränken den Verkauf absichtlich ein, unzufrieden mit den Rohstoffpreisen von 85–90 TL/kg und zuversichtlich, dass eine engere Verfügbarkeit und Wetterunsicherheit später höhere Preise unterstützen werden. Nur Produzenten mit unmittelbarem Liquiditätsbedarf akzeptieren die aktuellen Angebote, was die Spotströme dünn und die Binnenpreise trotz des Drucks von Exporteuren stützt.
Die Nachfrage bleibt saisonal moderat. Ein entscheidendes fehlendes Puzzlestück ist der Einkauf von Rakiproduzenten, die den Markt bisher nicht betreten haben. Ihr verzögerter Einkauf hält einen wichtigen Nachfrakanal geschlossen und trägt zu den derzeit schwachen Rohmaterialpreisen bei. Sobald diese industriellen Nutzer zurückkehren, dürfte der Wettbewerb um frische Trauben zunehmen, was die Verhandlungsposition der Bauern stärkt und möglicherweise sowohl die Preise für frische als auch für verarbeitete Rosinen anhebt.
🌦️ Wetter & Ausblick auf die neue Ernte
Für die neue Saison haben die Weinberge bereits übermäßigen Regenfall und teilweisen Frostschaden erfahren. Aktuelle Bewertungen legen nahe, dass die Verluste weniger schwerwiegend sind als im vergangenen Jahr, aber die tatsächlichen Auswirkungen auf Ertrag und Qualität bleiben ungewiss. Für diese Woche werden wieder starke Regenfälle für zwei Tage in und um Manisa erwartet, was die Bedenken hinsichtlich des Krankheitsdrucks und der Beerenqualität während des Fortschritts von Blüte und frühen vegetativen Phasen verstärkt.
Die Wettervorhersagen für Manisa zeigen erheblichen Regen und Nieselregen am 22.–23. April, gefolgt von einer Rückkehr zu sonnigeren, wärmeren Bedingungen ab dem 24. April, was die Erholung der Reben unterstützen sollte, sofern keine weiteren Frostereignisse auftreten. Der Erntezeitraum von Mitte Mai bis Anfang Juni wird entscheidend sein: Felduntersuchungen zu diesem Zeitpunkt werden einen klareren Überblick über die tatsächliche Erntemenge und Qualitätsverteilung geben. Bis dahin wird die Unsicherheit über die Ernte 2026/27 als Risikoaufschlag wirken, der weitere Rückgänge bei Exportangeboten begrenzt.
📊 Grundlagen & Risikobewertung
Fundamental betrachtet sieht das globale Rosinenangebot dank adäquater Lieferungen aus der Türkei, China, Indien und Südamerika weiterhin komfortabel aus. Allerdings bleiben türkische Sultaninen ein Maßstab für viele europäische Käufer, und interne Spannungen in der Türkei können schnell in CIF-Preise für wichtige Absatzmärkte übergreifen. Die Kombination aus Lagerhaltung der Bauern, verzögertem Rakikauf und Wetterrisiko schafft eine klassische Pattsituation: Exporteure drücken die Preise nach unten, um Wettbewerbsfähigkeit zu sichern, während die Erzeuger auf zukünftige Engpässe setzen.
Wenn das Wetter sich normalisiert und die Schäden tatsächlich unter den Niveaus des Vorjahres bleiben, würde das mittelfristige Gleichgewicht negativ tendieren, insbesondere wenn andere Ursprünge die Exportverfügbarkeit aufrechterhalten oder erhöhen. Umgekehrt könnte jede Eskalation von Frost oder langanhaltendem Regen während sensibler Wachstumsphasen die Stimmung kippen und einen starken Anstieg der türkischen Angebotspreise auslösen, da die Exporteure hastig versuchen, begrenzte hochwertige Rohmaterialien zu sichern.
📆 Kurzfristiger Ausblick & Handelsideen
- Richtung (nächste 2–4 Wochen): Seitwärts bis leicht fester in EUR für türkische Sultaninen, da der Widerstand der Bauern und das Wetterrisiko die schwache Nachfrage ausgleichen.
- Für Importeure/Packern: Ziehen Sie in Betracht, kurzfristige Bedürfnisse jetzt in Standardqualitäten zu decken und die aktuelle Schwäche zu nutzen, halten Sie jedoch ein gewisses Volumen für das dritte Quartal offen, falls es zu weiteren preislichen Anpassungen aufgrund der Ernte kommt.
- Für Exporteure in der Türkei: Seien Sie vorsichtig, nicht zu viel bei den heutigen niedrigen Rohmaterialpreisen zu verpflichten; ein moderater Risikoaufschlag für Wetter und Widerstand der Bauern scheint bei neuen Angeboten gerechtfertigt.
- Für Bauern: Die Strategie, nur die benötigten Mengen zu verkaufen, erscheint durch die Fundamentals gestützt, aber beobachten Sie die Feldbewertungen im Juni genau, um potenzielle Rallyefenster nicht zu verpassen.
📍 3-Tage regionale Preisindikation (Richtung)
- Türkei, FOB Malatya (Sultaninen Typ 9–10): Stabil bis leicht fester in EUR; Nachteil begrenzt durch das Halten der Bauern.
- Nordwesteuropa, FCA (Chinesische/türkische Sultaninen): Meist stabil in EUR; geringfügige Anpassungen folgen dem türkischen Sentiment und dem Devisenkurs.
- Indien, FOB Neu-Delhi (golden/braun/schwarz): Breite stabil in EUR, wird als wettbewerbsfähiger Boden gegen schärfere türkische Preiserhöhungen angesehen.


