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Türkische Haselnüsse finden Boden, Markt wartet auf Signal der TMO
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Türkische Haselnüsse finden Boden, Markt wartet auf Signal der TMO

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

Haselnusspreise stabilisieren sich, während sich die Stimmung am türkischen Markt verbessert. Starke Ernteaussichten 2026 und anstehender TMO-Preis stützen eine stabile bis leicht festere Tendenz.

Die Stimmung am türkischen Haselnussmarkt hat sich aufgehellt: Die aktuellen Preisniveaus werden weitgehend akzeptiert, und die Erwartungen für die zweite Hälfte 2026 wenden sich vorsichtig ins Positive. Das zentrale fehlende Puzzleteil bleibt der offizielle Interventionspreis der TMO, der voraussichtlich den Boden für Schalenware definieren und die Exportdynamik bis ins vierte Quartal prägen wird. Die Handelsaktivität ist saisonal weiterhin ruhig, doch Erzeuger, Exporteure und industrielle Abnehmer rechnen zunehmend mit einer soliden neuen Ernte und einer schrittweisen Erholung der Schokoladennachfrage. Mit Ernteprognosen für 2026 zwischen 700.000 und 800.000 Tonnen in der Schale und Erwartungen umfangreicher öffentlicher Aufkäufe verschiebt sich der Markt von einer defensiven Haltung zu einem konstruktiveren, bandbreitenorientierten Ausblick. Gleichzeitig hält sich ein klarer Unterschied zwischen festen Prämien für hochwertige naturbelassene Kerne und wettbewerbsintensiveren Preisen für klein kalibrierte verarbeitete Produkte und Paste.

Preise

DAP-Indikationen für Zentraleuropa zeigen bei Kernen und veredelten Produkten überwiegend eine stabile bis leicht festere Tendenz. Konventionelle naturbelassene Kerne 11–13 mm werden um 8,90 EUR/kg DAP notiert, geringfügig um 0,11 EUR/kg niedriger als in der Vorwoche, während Bio-Kerne gleicher Größe bei rund 7,59 EUR/kg DAP praktisch unverändert zur Vorwoche gehandelt werden. Geröstete Kerne 11–13 mm haben sich auf etwa 12,67 EUR/kg (+0,43 EUR/kg) befestigt und spiegeln eine bessere Nachfrage nach verzehrfertiger Ware wider.

Feine Fraktionen stehen stärker unter Druck. Geröstete Kerne 2–4 mm sind mit rund 7,10 EUR/kg stabil, während 0–2 mm-Ware leicht auf 6,16 EUR/kg nachgibt (−0,09 EUR/kg). Haselnusspaste ist leicht auf etwa 6,08 EUR/kg (+0,06 EUR/kg) gestiegen, gestützt durch frühzeitige Lagerauffüllungen seitens der Süßwarenindustrie. Insgesamt liegt der Haselnusskomplex rund 2 % unter Vorwoche und etwa 15 % unter dem Quartalsniveau, aber immer noch mehr als 35 % über dem Stand von vor drei Jahren. Dies deutet auf einen Markt hin, der sich von jüngsten Preisspitzen korrigiert hat, ohne einzubrechen.

BASIC
Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
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FOB-Exportangebote aus der Türkei bestätigen die relativ stabile Tendenz: Konventionelle naturbelassene Kerne 11–13 mm liegen bei rund 7,65 EUR/kg FOB Istanbul und 13–15 mm bei etwa 8,21 EUR/kg, nur geringfügig weicher als Anfang Juli. Angebote für Bio-Kerne ab Izmir halten sich je nach Größe zwischen 18,25 und 19,30 EUR/kg FOB und unterstreichen die weiterhin hohe Bio-Prämie.

Angebot & Nachfrage

Die türkische Ernte 2026 wird zunehmend im Bereich von 700.000–800.000 Tonnen in der Schale erwartet, im Einklang mit jüngsten globalen Schätzungen, die nach der witterungsbedingt beeinträchtigten Saison 2025 auf ein starkes On-Jahr hindeuten. Internationale Prognosen sehen die Türkei nun nahe an oder sogar über 800.000 Tonnen, während andere Ursprünge wie Georgien, Aserbaidschan, Chile und die USA ebenfalls auf ein solides Produktionspotenzial verweisen. Dies stützt ein reichliches weltweites Angebot für 2026/27.

Gleichzeitig zeigen sich erste Anzeichen einer Normalisierung der Exportnachfrage. Die türkischen Haselnuss-Exportmengen sind Anfang 2026 deutlich zurückgegangen, doch höhere Preise hielten die Erlöse stabil; der aktuelle Preisrückgang und die sich verbessernden Ernteaussichten erleichtern nun eine erneute Eindeckung durch Schokoladenhersteller und Nussverarbeiter. Die inländische türkische Nachfrage und der freie Markt dürften im vierten Quartal zusätzlichen Zug erzeugen und damit institutionelle und Exportströme ergänzen.

Der Markt bleibt strukturell zweigeteilt. Hochwertige naturbelassene Kerne, die sich für Premium-Schokolade und Marken-Süßwaren eignen, verzeichnen weiterhin eine solide Nachfrage und dürften relativ knapp bleiben, während klein kalibrierte Kerne, Industriequalitäten und Paste einem stärkeren Wettbewerb durch türkische Überbestände und alternative Ursprünge ausgesetzt sind. Frühe Angebote aus Georgien, das vor der TMO-Ankündigung in den Markt eingetreten ist, unterstreichen diesen sich verschärfenden regionalen Wettbewerb und könnten das Aufwärtspotenzial bei niedrigeren Qualitäten begrenzen.

Fundamentaldaten & Politik

Der zentrale kurzfristige Treiber ist der ausstehende Interventionspreis des Türkischen Getreideamtes (TMO). Marktteilnehmer erwarten im Allgemeinen einen Mindeststützungspreis zwischen 190 und 260 TRY/kg für Haselnüsse in der Schale, wobei sich die Aufkäufe auf höherwertige Ware konzentrieren dürften. Abhängig von der tatsächlichen Erntegröße könnten die öffentlichen Käufe mindestens 100.000 Tonnen erreichen, während ein großer privater Käufer vertraglich verpflichtet ist, rund 80.000 Tonnen in der Schale zu einem Preis auf oder über dem TMO-Niveau zu übernehmen. Zusammen werden diese Ströme den Markt bis ins vierte Quartal hinein stabilisieren.

Da ein beträchtlicher Teil der Überbestände aus 2025 die Exportstandards für naturbelassene Kerne nicht erfüllt, dürften diese älteren Partien vermehrt in verarbeitete Segmente wie Kleinkerne und Paste einfließen. Dies puffert das Angebot bei niedrigeren Qualitäten, verstärkt aber die relative Knappheit von großkalibrigen, erstklassigen naturbelassenen Kernen. Große industrielle Abnehmer scheinen diese Dynamik zu erkennen und dehnen ihre Absicherung zunehmend bis ins vierte Quartal und darüber hinaus aus, während kleinere und mittelgroße Nutzer vorsichtig bleiben und nur bedarfsgerecht zukaufen.

Auf der Makroseite setzt sich die graduelle Abwertung der türkischen Lira gegenüber dem Euro mit rund 15 % pro Jahr fort, allerdings mit deutlich geringerer Volatilität als in den Vorjahren. Diese relative Währungsstabilität, kombiniert mit robusten Exporterlösen aus Haselnüssen, stützt die Preiserwartungen der Erzeuger und reduziert das Risiko starker, FX-getriebener Ausschläge bei eurobasierten Kernel-Angeboten. In der Geldpolitik werden kurzfristig keine abrupten Änderungen erwartet, da hohe Energiekosten das Inflationsrisiko auf dem Radar halten.

Wetterausblick für wichtige Anbauregionen

Das kurzfristige Wetter im Kerngebiet des Schwarzmeer-Haselnussgürtels (Ordu, Giresun) ist saisonal warm und überwiegend trocken, mit Tageshöchstwerten Ende Juli in den oberen 20er bis niedrigen 30er °C und milden, feuchten Nächten. Solche Bedingungen sind im Großen und Ganzen günstig für die Kernelbildung und Reifung, vorausgesetzt, die Bodenfeuchte bleibt ausreichend und Hitzephasen sind nicht lang anhaltend.

In den 10–14-Tage-Prognosen für diese Regionen sind keine weitreichenden Frost- oder Sturmgefahren erkennbar. Während lokale Schauer und Gewitter möglich sind, deuten die aktuellen Vorhersagen nicht auf einen witterungsbedingten Angebotsschock vor der Ernte hin. Infolgedessen verlagert sich der fundamentale Fokus stärker auf politische Entscheidungen und die kommerzielle Nachfrage als auf Ernterisiken.

Handelsausblick

  • Industrielle Abnehmer (Schokolade, Süßwaren): Die aktuellen Kernelpreise werden weithin als tragfähige Basis akzeptiert, und das Risikoprofil spricht für eine schrittweise Eindeckung für Q4 2026–Q1 2027, insbesondere bei hochwertigen naturbelassenen Kernen, wo strukturelle Knappheit fortbesteht.
  • Röster und Pasteverwender: Angesichts reichlicher klein kalibrierter Ware und Überbestände, die in verarbeitete Segmente fließen, können Käufer selektiver agieren, doch eine maßvolle Voreindeckung vor der Ernte ist ratsam, um sich gegen einen höher als erwarteten TMO-Mindestpreis abzusichern.
  • Erzeuger und Exporteure: Vor der TMO-Ankündigung erscheint aggressiver Vorwärtsverkauf verfrüht. Eine gestaffelte Verkaufsstrategie rund um die Veröffentlichung des offiziellen Preises dürfte helfen, mögliche Basisverbesserungen mitzunehmen, insbesondere bei Premiumqualitäten.

In den nächsten drei Handelstagen rechnen wir in Euro gerechnet mit einer überwiegend seitwärts bis leicht festeren Tendenz bei hochwertigen naturbelassenen Kernen, gestützt durch den bevorstehenden politischen Boden und stetige Lagerauffüllungen. Verarbeitete Fraktionen und Paste dürften dagegen eher in einer Handelsspanne mit leicht abwärts gerichteter Neigung verbleiben, was die komfortable Versorgungslage und den aktiven Wettbewerb alternativer Ursprünge widerspiegelt.

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