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Türkischer Feigenmarkt: Starke Ernte, schwache Erzeugerpreise – TMO-Unterstützung dringend nötig

Türkischer Feigenmarkt: Starke Ernte, schwache Erzeugerpreise – TMO-Unterstützung dringend nötig

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

Feigenmarkt 2026/27: größere türkische Ernte, schwache Frischpreise, Margendruck auf Erzeuger und stabile EUR-FOB-Angebote für Trockenfeigen vor dem Hintergrund von Forderungen nach TMO-Unterstützung.

Erzeuger im türkischen Kernanbaugebiet für Feigen starten in die Saison 2026/27 mit einer größeren Ernte, stehen jedoch unter massivem Margendruck. Die Preise für frische Feigen sind zu niedrig, um die stark gestiegenen Kosten zu decken, was voraussichtlich mehr Mengen in die Trocknung lenkt – just in dem Moment, in dem die Exportnachfrage erst langsam anzieht. Die ersten symbolischen Käufe getrockneter Feigen in Nazilli (Aydın) am 7. August zu 500 TRY/kg verdeutlichen die Spannung zwischen einer guten Ernte und dem Kostendeckungsbedarf der Erzeuger. Während das Wetter günstig war und ein höheres Aufkommen an getrockneten Feigen als im Vorjahr erwartet wird, sind die ökonomischen Rahmenbedingungen an der Basis kritisch: Die Produktionskosten der Erzeuger liegen Berichten zufolge bei rund 130 TRY/kg, während frische Feigen nur zu 35–40 TRY/kg den Besitzer wechseln – frische Verkäufe sind damit unwirtschaftlich. Marktspekulationen über Trockenfeigenpreise um 250 TRY/kg lägen deutlich unterhalb der Gewinnschwelle der Erzeuger und verstärken die Rufe nach Eingriffen des Türkischen Getreideamtes (TMO), um den Markt zu stabilisieren und Einkommen zu stützen.

Preise

Die Angebotspreise der Exporteure für türkische Trockenfeigen (FOB, Malatya/İzmir) konzentrieren sich derzeit bei etwa 7,6–9,6 EUR/kg für konventionelle Natur- und Lerida-Typen, während Premium-Bio-Produkte von rund 9,7 EUR/kg (Würfel) bis etwa 16,1 EUR/kg (Mini-Trockenfeigen) reichen. Diese in EUR notierten Exportpreise sind in den vergangenen drei bis vier Wochen weitgehend stabil geblieben, was darauf hindeutet, dass internationale Käufer sich noch in einer Preisfindungsphase befinden und die neue Ernte noch nicht aggressiv nachfragen.

Auf dem Inlandsmarkt unterstreicht die Spanne zwischen symbolischen Früheinkäufen zu 500 TRY/kg und Marktspekulationen um 250 TRY/kg für Trockenfeigen eine noch immer unklare Preisstruktur. Angesichts geschätzter Erzeugerkosten von rund 130 TRY/kg und sehr schwacher Frischpreise von 35–40 TRY/kg würde jede Bewegung hin zu niedrigeren Ankaufpreisen für Trockenfeigen den Druck auf die Erzeuger erhöhen und voraussichtlich lautere Forderungen nach Stützungskäufen durch das TMO auslösen.

Angebot & Nachfrage

Die Witterungsbedingungen im Bezirk Nazilli in Aydın waren in dieser Saison für die Feigenproduktion günstig, und es wird mit einer höheren Gesamtmenge im Vergleich zum Vorjahr gerechnet. Der Markt für frische Feigen wird als aktiv beschrieben, doch die vorherrschend niedrigen Frischpreise machen Verkäufe aus Sicht der Erzeuger unattraktiv. Diese Kombination – gute Erträge und schwache Erlöse im Frischbereich – deutet auf einen größeren Anteil der Ernte hin, der in die Trocknung gelenkt wird, was das Angebot an Trockenfeigen für den Export später in der Saison potenziell erhöht.

Auf der Nachfrageseite erscheint das Exportinteresse stabil, aber noch nicht aggressiv, was sich in flachen FOB-Indikationen in EUR widerspiegelt. Da die Türkei ein dominanter Anbieter von Trockenfeigen für Europa und andere Regionen ist, könnte ein steigendes türkisches Angebot auf die Preise drücken, sofern die weltweite Nachfrage nicht entsprechend anzieht. Die Qualität wird jedoch dank der günstigen Witterung in dieser Saison als gut erwartet, was die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber anderen Herkünften – insbesondere in höherwertigen Natur- und Bio-Segmenten – stützen könnte.

Fundamentaldaten & Erzeugerökonomie

Die zentrale fundamentale Spannung liegt bei den Erzeugermargen. Berichtete Produktionskosten am Hof von rund 130 TRY/kg stehen in starkem Kontrast zu Frischmarktpreisen von 35–40 TRY/kg, wodurch der Verkauf frischer Feigen für viele Anbauer verlustreich ist. Folglich sind Erzeuger motiviert, einen größeren Teil ihrer Ernte zu trocknen, in der Hoffnung, dass Trockenfeigenpreise eine bessere Kostendeckung ermöglichen. Doch auch die kursierenden Preise von 250 TRY/kg für Trockenfeigen würden nicht ausreichen, um die aktuellen Kostenstrukturen zu decken, was darauf hinweist, dass selbst Trockenfeigen ohne höhere Preise oder politische Unterstützung keine Rentabilität sicherstellen können.

Der erste symbolische Ankauf getrockneter Feigen zu 500 TRY/kg durch Exporteure signalisiert ein Bewusstsein für die Kostensituation der Erzeuger, setzt jedoch noch keinen belastbaren kommerziellen Referenzpreis für die Saison. Ohne klare und auskömmliche Preissignale sehen sich Erzeuger mit erheblicher Unsicherheit konfrontiert – sowohl bei der Entscheidung über die Aufteilung zwischen Frischverkauf und Trocknung als auch bei den Verhandlungen mit Händlern und Exporteuren.

Wetter & Ernteausblick

Günstige, überwiegend trockene und warme Bedingungen in der Region Nazilli–Aydın haben sowohl Fruchtansatz als auch Qualität der Feigenernte 2026/27 unterstützt. Dies untermauert die Erwartung einer höheren Produktion im Vergleich zum Vorjahr und einer insgesamt guten Rohwarenqualität für die Trocknung. Derzeit werden keine größeren witterungsbedingten Risiken gemeldet, die die verfügbare Ernte deutlich reduzieren oder die Trocknungstätigkeiten im frühen Saisonverlauf stören könnten.

Da Feigen während des Trocknungsprozesses äußerst empfindlich sind, bleibt anhaltend stabiles Spätsommerwetter wichtig, um Qualitätsminderungen und aflatoxinbedingte Verluste zu vermeiden. Marktteilnehmer sollten die lokalen Wetterprognosen genau beobachten, insbesondere hinsichtlich möglicher später Regenereignisse, die die Trocknung vorübergehend verlangsamen oder die Qualitätsverteilung für Exportprogramme verändern könnten.

Handelsausblick (nächste 2–4 Wochen)

  • Exporteure/Abpacker: Erwägen Sie eine frühe Eindeckung mit qualitativ hochwertiger Rohware, solange der Verkaufsdruck der Erzeuger zunimmt, aber bevor eine mögliche TMO-Intervention die Erwartungen an die Erzeugerpreise nach oben treibt. Konzentrieren Sie sich auf die Sicherung höherer Qualitäten und Bio-Volumina, bei denen die EUR-Preise relativ fest bleiben.
  • Importeure/Einzelhändler: Nutzen Sie die derzeitige Phase stabiler EUR-FOB-Angebote (rund 7,6–9,6 EUR/kg für die wichtigsten türkischen Typen), um einen Teil des Bedarfs für Q4–Q1 abzusichern. Lassen Sie Spielraum für mögliche Abwärtsbewegungen, falls ein größeres Angebot an Trockenfeigen auf die Preise drückt, berücksichtigen Sie jedoch das Aufwärtsrisiko durch politische Unterstützung.
  • Erzeuger/Genossenschaften: Priorisieren Sie die Trocknung, wo eine Kostendeckung realistischer ist als im Frischmarkt, vermeiden Sie jedoch Vorabbindungen großer Volumina zu kolportierten Preisniveaus, die die Vollkosten nicht decken. Suchen Sie aktiv den Schulterschluss mit TMO und Genossenschaften, um Stützungskäufe durchzusetzen, die eine kostendeckende Preisuntergrenze absichern können.

3‑Tage-Preisindikation (Tendenz)

BASIC
Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
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